Warum du Hefe nicht nur zum Backen verwenden solltest

Hefe hat viele verschiedene Namen: Germ, Bäckerhefe, Gest, Zuckerpilz und mehr. Je nach dem, aus welcher Region der deutschen Sprache du kommst, ist der Name ein anderer. Die Wirkung ist aber immer gleich – und das nicht nur im Hefeteig! Wir zeigen dir hier, wozu du Hefe sonst noch verwenden solltest.

Unsere Hefe ist streng genommen ein Pilz, der bei der Bierherstellung aus obergärigen Hefekulturen entsteht. Daher auch der Name „Bierhefe“. Hefe besteht also nicht, wie im Volksmund genannt aus „Bakterien“, sondern aus Pilzen. Besonders gut vermehren sie sich, wenn es warm und feucht ist. Das kennst du sicherlich vom Hefeteig. Allerdings sterben sie bei Temperaturen über 40 Grad ab, weswegen die Zutaten eines Hefeteiges zwar warm, aber nie wärmer als „handwarm“ sein dürfen. Doch was kann Hefe noch, außer deinen Kuchen locker, dein Brot luftig und deinen Pizzaboden aufgehen lassen? Es gibt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten für die Gesundheit.

HefeHefe unterstützt das Immunsystem

Ein Teil unseres Immunsystems besteht aus Fresszellen, die unerwünschte Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger erkennen, angreifen und vernichten. Hefe aktiviert diese Zellen und versetzt deinen Körper und das gesamte Immunsystem damit in Alarmbereitschaft. Krankheiten können dank Hefe also besser abgewehrt werden, denn dein Immunsystem ist mit der Unterstützung von Hefe top fit!

Hefe beugt Reisedurchfall vor

Wenn du ein paar Tage vor einer Reise in tropische Urlaubsregionen damit beginnst, Hefe zu essen, beugst du dem gefürchteten Reisedurchfall „Montezumas Rache“ effektiv vor. Die Hefepilze sorgen dafür, dass die Darmflora gestärkt wird und dass schädliche Bakterien besser abgewehrt werden können. Hefe hilft, schädliche Bakterien im Darm abzutöten, damit ein Reisedurchfall erst gar nicht entsteht! Dabei greift die Hefe den Stoffwechsel der Bakterien so an, dass sie absterben. Idealerweise nimmst du auch während des Urlaubs Hefe ein, um die Unterstützung für deine Darmbakterien dauerhaft zu gewährleisten. Hefe überlebt den Aufenthalt im Magen, denn Magensäure kann ihr erst nach zirka 12 Stunden Einwirkzeit schaden. Nimmst du Hefe mit leicht verdaulichen Lebensmitteln (also kein Fleisch!) ein, kannst du sicher sein, dass die kleinen Hefepilze noch lebendig in deinem Darm ankommen und dort ihre wirksame Arbeit verrichten. Zur Vorbeugung solltest du pro Tag 250-300mg Bierhefe einnehmen.

Bauchweh5 (3)Hefe hilft bei Durchfall

Bei Durchfall leidet man relativ schnell am Flüssigkeitsverlust, der mit dem sehr dünnflüssigen Stuhlgang einhergeht. Hefe verhindert, dass zu viel Wasser ausgeschieden wird und hilft dadurch, das Flüssigkeitsgleichgewicht in deinem Körper aufrecht zu halten. Hefe wirkt in diesem Fall also regulierend auf die Darmschleimhaut. Trotz der guten Unterstützung der Hefe solltest du bei Durchfall aber mehr als genug trinken – am besten isotonische Getränke, die den Flüssigkeitsverlust effektiver ausgleichen als reines Mineralwasser.

Hefe sorgt für eine gute Darmflora

Besonders nach dem Einsatz von Antibiotika ist die Darmflora gestört. Aber auch einseitige Diäten, Krankheiten oder Fehlernährung können dazu führen, dass das Gleichgewicht der Bakterien in deinem Darm aus dem Lot geraten ist. Hefe hilft, die natürliche Darmflora wieder herzustellen und zu erhalten.

AkneHefe gegen Akne

Aknepickel entstehen durch Bakterien. Da Hefe Bakterienwachstum hemmt und das Immunsystem stärkt, wird Hefe auch traditionell bei Akne angewendet. Hefe enthält außerdem B-Vitamine, von denen eines, das Biotin, wichtig ist für ein gesundes Hautbild. Um wirksam zu sein, solltest du pro Tag mindestens 750mg Bierhefe einnehmen.

Anwendungshinweise

Es gibt Menschen, die Hefe nicht vertragen oder allergisch darauf reagieren. Für diese Menschen ist jegliche Anwendung von Hefe ungeeignet! Bessern sich deine Beschwerden trotz Anwendung der Hefe nicht, solltest du zum Arzt gehen. Nimmst du Antimykotika (pilzhemmende Medikamente) ein, dann solltest du auch von einer Hefe-Anwendung Abstand nehmen. Bei erhöhten Harnsäurewerten wäre Hefe kontraproduktiv, denn sie enthält Purine – und die sind verantwortlich für den hohen Harnsäurewert!

Zur medizinischen Anwendung solltest du nicht die Hefe aus dem Kühlregal oder aus deinem Küchenschrank verwenden, da diese noch gärfähig ist und für Blähungen sorgen würde. Das kannst du dir sicherlich vorstellen, wenn du 1x gesehen hast, was ein Päckchen Hefe mit einem halben Kilo Mehl anstellt… Es gibt medizinische Hefen oder inaktivierte Bierhefe und auch leckere Hefeflocken, die du im Handel und in der Apotheke kaufen kannst. Es gibt sie außerdem als Pulver, Dragees, Granulat, gepresste Tabletten oder in Flocken, je nach Anwendungsgebiet. Mit den Flocken kannst du zum Beispiel prima würzen. Probiere es aus!

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