Aufgepasst vor und nach einem Kaiserschnitt

· 2 Februar, 2019
Die Vorsichtsmaßnahmen vor und nach einem Kaiserschnitt sind sehr wichtig, um Infektionen zu vermeiden und Komplikationen sowohl bei der Mutter als auch bei ihrem Kind vorzubeugen.

Ein Kaiserschnitt gilt heutzutage als die sicherste Methode, um möglichen Komplikationen vorzubeugen, die bei einer vaginalen Geburt auftreten können. In diesem Artikel erfährst du, worauf du vor und nach einem Kaiserschnitt achten solltest.

Bei einem Kaiserschnitt handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff. Dabei wird ein Einschnitt im Bauch und im Uterus der Frau vorgenommen, um das Baby herauszuholen.

Es ist wichtig, den Kaiserschnitt nicht mit einer Episiotomie zu verwechseln, bei welcher ein Einschnitt am Damm vorgenommen wird, um die Entbindung zu erleichtern. Bei dem Kaiserschnitt schneiden die Ärzte über dem Becken.

Früher wurde dieser Eingriff nur vorgenommen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr war und der lebende Fötus noch in ihrem Bauch war. Schon bald wurde diese Technik auch durchgeführt, wenn eine natürliche Entbindung nicht möglich war.

In hochentwickelten Ländern ist ein Kaiserschnitt heutzutage der häufigste, chirurgische Eingriff bei der Entbindung. In den letzten Jahren hat die Zahl der Kaiserschnitte beträchtlich zugenommen.

In den 60er Jahren wurden nur 5% der Entbindungen mithilfe eines Kaiserschnittes durchgeführt, in den 90er Jahren ist dieser Prozentsatz auf 25% angestiegen.

Nach einem Kaiserschnitt sollten Mütter besonders gut auf sich achten

Wann wird ein Kaiserschnitt durchgeführt?

Gynäkologen empfehlen einen Kaiserschnitt, wenn eine Vaginalgeburt sowohl für die Schwangere als auch für das Baby riskant sein könnte.

Komplikationen können bei jeder Geburt auftreten. Es kann aber auch sein, dass die Frau ein ungewöhnliches Becken hat, erschöpft ist oder der Uterus verformt ist.

Wenn offensichtlich ist, dass der Fötus oder das Baby leidet, entscheidet sich der Arzt meist dafür, chirurgisch einzuschreiten.

Ein weiterer Grund kann sein, dass Komplikationen wie eine Präeklampsie oder eine Eklampsie auftreten. Auch Mehrfachgeburten können einen Kaiserschnitt notwendig machen.

Dieser Eingriff ist auch dann nötig, wenn das Kind falsch liegt, das heißt mit dem Kopf nach oben.

Weitere Gründe, weswegen der Arzt sich für einen Kaiserschnitt entscheiden könnte, können folgende sein:

  • Makrosomie
  • Zusammengezogenes Becken
  • Hinweise auf eine Infektion der Gebärmutter
  • Geburtseinleitung wegen missglückter Entbindung

Du darfst nicht vergessen, dass die verschiedenen Experten auch unterschiedliche Meinungen bezügich eines Kaiserschnitts haben können.

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Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt

Vorbereitung auf einen Kaiserschnitt

Wenn ein Kaiserschnitt ansteht, sollte die Mutter als Erstes verstehen, warum die Operation notwendig ist. Aus diesem Grund sollte der zuständige Arzt es ihr richtig erklären.

Anschließend müssen alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, um die Patientin optimal vorzubereiten. Normalerweise sind die Schritte bei allen Kaiserschnitten gleich.

Zudem entscheiden sich einige Mütter für einen geplanten Kaiserschnitt. Nichtsdestotrotz solltest du lieber eine vaginale Geburt planen, außer wenn ein Kaiserschnitt unbedingt notwendig ist. Du musst auch die Risiken kennen, die mit diesem Eingriff in Verbindung stehen.

Ebenso wie die Risiken sollten der Patientin aber auch die Vorteile des Eingriffs dargelegt werden. Bei geplanten Kaiserschnitten besteht ein wesentlich geringeres Risiko für Komplikationen, wie zum Beispiel Infektionen.

Außerdem sollte mit dem Arzt ein Plan für den Kaiserschnitt erarbeitet werden. Vor der Operation müssen entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden.

Am Tag vor der Operation sollte die Schwangere versuchen, gut zu schlafen. Die Schamhaare werden noramlerweise nicht rasiert, um eine Infektion zu vermeiden. Wenn die Patientin unter Eisenmangel leidet, kann der Arzt zudem eine eisenreiche Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel empfehlen.

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Nach der Operation

Nach der Operation wird die Mutter in den Aufwachraum gebracht, wo sie acht Stunden im Bett verbringt und sich erholt. Danach kann sie aufstehen oder sich auf einen Stuhl setzen.

Es kann sein, dass sie am Anfang starke Schmerzen hat, die mit Schmerzmitteln behandelt werden müssen. Außerdem kann sie nichts essen oder trinken. Sie erhält alle nötigen Nährstoffe intravenös.

Normalerweise darf die Mutter nach drei Tagen nach Hause. Es dauert jedoch vier bis sechs Wochen, bis sie wieder ihren gewohnten Alltagsaktivitäten nachgehen kann.

Die Frau sollte nichts Schweres heben, da das die Blutung verstärken kann. Außerdem sollte sie keine Tampons verwenden oder Vaginalduschen machen, bis der Wochenfluss aufhört. Auch Sex ist während dieser Zeit verboten!

Die Mutter muss viel trinken, um ihren Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Falls sie unter Fieber oder Bauchschmerzen leidet, sollte sie einen Arzt zu Rate ziehen, da diese Symptome auf eine Infektion hinweisen können.

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