Trotz Krankheit trainieren: Ist das empfehlenswert?

Wenn du krank bist, kannst du kurze Trainingseinheiten mit niedriger Intensität durchführen. Das Wichtigste ist jedoch, dass du das Training zu Hause oder im Freien absolvierst, damit du andere nicht ansteckst. Hier erfährst du, was du dabei beachten solltest.
Trotz Krankheit trainieren: Ist das empfehlenswert?

Letzte Aktualisierung: 07. April 2022

Wenn man sich eine Erkältung einfängt oder unter Kopf- oder Halsschmerzen leidet, stellt sich oft die Frage: Sollte man trotz Krankheit trainieren oder nicht? Manchmal fühlt man sich trotz einiger Beschwerden stark genug, um sich körperlich zu betätigen. Allerdings solltest du hierbei nicht nur an deine eigene körperliche Verfassung denken, sondern auch an die Gesundheit anderer. Lies weiter, um herauszufinden, ob du trotz Krankheit trainieren kannst.

Bei leichten Symptomen kannst du grundsätzlich dein Training absolvieren. Allerdings solltest du es nicht auf die gewohnte Art und Weise durchführen. Denn wenn du weiter mit der gewohnten Intensität trainierst, könnte sich die Krankheit verschlimmern.

Außerdem besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr, weil du geschwächt bist. Wenn du aber die Intensität und die Dauer deines Trainings verringerst, kannst du trotz deiner Erkrankung einige Aktivitäten durchführen. Dennoch solltest du dabei auch daran denken, dass du andere Menschen anstecken könntest.

Trotz Krankheit trainieren: Woher weißt du, ob dies für dich empfehlenswert ist?

Wenn du krank bist, ist die Entscheidung, wann du trainieren und wann du eine Pause einlegen solltest, nicht immer ganz einfach. Die Grundregel lautet, dass du auf deinen Körper achten und überlegen solltest, ob du genügend Energie hast.

In bestimmten Fällen empfehlen sich Aktivitäten mit geringerer Intensität. Dennoch besteht die beste Option immer darin, deine/n Ärztin/Arzt zu konsultieren.

Neben der Konsultation deines Arztes oder deiner Ärztin, um dir fachkundigen Rat einzuholen, gibt es noch weitere Aspekte, die du beachten solltest.

Trotz Krankheit trainieren: Wenn du Symptome oberhalb des Halses hast, kannst du trainieren

Einige Fachleute argumentieren, dass es möglich ist, einige Aktivitäten auszuführen, wenn die Symptome vom Hals aufwärts auftreten. Allerdings müssen diese mit geringerer Intensität und kürzerer Dauer durchgeführt werden.

Die Aktivität sollte nicht anstrengend sein oder zu Ermüdung führen. In einer Studie wurde festgestellt, dass Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Erkrankung unter ärztlicher Aufsicht mit geringer Intensität sicher trainieren können.

Wenn du eine der folgenden Erkrankungen hast, kannst du moderate Aktivitäten durchführen:

  • Eine leichte Erkältung: Du kannst zu Hause oder im Freien trainieren. Das hängt ganz davon ab, wie viel Energie du hast. Denke aber daran, hygienische Maßnahmen zu ergreifen, um andere nicht anzustecken.
  • Verstopfte Nase: Wenn es sich nur um Unwohlsein und leichte Kurzatmigkeit handelt, kann Bewegung zur Linderung der Verstopfung beitragen. Gehen oder Radfahren sind gute Aktivitäten.
  • Halsschmerzen: Oft treten Halsschmerzen auf, wenn man eine Grippe bekommt, aber auch eine Erkältung kann in diesem Bereich Beschwerden verursachen. Wenn sie leicht sind, kannst du ein moderates Training durchführen.
  • Ohrenschmerzen: Sie können durch eine Infektion verursacht werden. Wenn sie nur leichtes Unbehagen verursachen, kannst du bestimmte Übungen durchführen. Allerdings solltest du bedenken, dass viel Bewegung die Schmerzen in diesem Bereich verschlimmern kann.
Trotz Krankheit trainieren - Frau beim Training in der Natur

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Trotz Krankheit trainieren: Wenn du Symptome unterhalb des Halses hast, ist es nicht ratsam, körperlich aktiv zu sein

Wenn deine Symptome hingegen unterhalb des Halses liegen, ist es am besten, sich auszuruhen und zu erholen, bevor du wieder körperlich aktiv wirst. Vergiss nicht, dass du geschwächt bist und schon eine geringe Belastung das Fortschreiten der Krankheit verschlimmern könnte.

Wenn du unter einer dieser Erkrankungen leidest, solltest du dich schonen und auf dein Training verzichten:

  • Fieber: Wenn du Fieber hast, ist deine Körpertemperatur erhöht und du fühlst dich insgesamt schwächer. Außerdem besteht die Gefahr, dass du dehydrierst.
  • Grippe: Eine Grippe verursacht verschiedene Symptome, die die Durchführung körperlicher und anderer Aktivitäten erschweren. Dazu gehören Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit und Schüttelfrost. Intensive körperliche Betätigung kann den Zustand verschlimmern und den Genesungsprozess hinauszögern.
  • Husten: Häufiger Husten kann ein Warnzeichen für eine Grippe oder Lungenentzündung sein. Du wirst dich wahrscheinlich müder und kurzatmiger fühlen, also solltest du dich am besten nicht bewegen.
  • Eine Magenverstimmung: Wenn du dich erbrechen musst oder Durchfall hast, besteht die Gefahr, dass du dehydrierst. Außerdem besteht aufgrund der körperlichen Schwäche ein erhöhtes Verletzungsrisiko.

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Wenn du krank bist, solltest du nur zu Hause oder im Freien trainieren

Wenn du irgendwelche Krankheitssymptome hast, ist es ideal, zu Hause zu trainieren. Der Hauptgrund dafür ist, dass du andernfalls auch andere anstecken könntest. Eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigt, dass viele Sportler ihr Training trotz Krankheitssymptomen fortsetzen. Der Schlüssel dazu ist, dass sie es auf eine Weise tun, die die Gesundheit anderer nicht gefährdet.

Sich Ziele zu setzen, die man nicht aufgeben möchte, oder die Angst, von Gleichaltrigen und der Gesellschaft im Allgemeinen ausgegrenzt zu werden, kann dazu führen, dass man die eigene Gesundheit und die anderer gefährdet.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich im Freien zu bewegen. Denn hier kannst du größere Vorsichtsmaßnahmen treffen und einen sicheren Abstand zu anderen einhalten. Aktivitäten mit geringer Intensität wie Walking, Stretching, Yoga oder Bewegungsparcours können eine gute Alternative sein.

Trotz Krankheit trainieren - Frau läuft Treppen hinauf

Achte auf deine eigene Gesundheit und die deiner Mitmenschen!

Wenn du krank bist oder dich unwohl fühlst, ist es am besten, dich auszuruhen und der Erholung den Vorrang zu geben. Bei leichten Symptomen kannst du auch Übungen mit geringer Intensität absolvieren, um deinen Trainingsrhythmus beizubehalten.

Denke daran, dass deine Gesundheit wichtiger ist als das Training. Wenn du ein oder zwei Tage nicht trainierst, wird sich das auf lange Sicht nicht negativ auf deine Leistung auswirken.

Du solltest auch an deine Mitmenschen denken, denn du kannst sie leicht anstecken. Am klügsten ist es, zu Hause zu bleiben oder die freie Natur für leichte Übungen zu nutzen.

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