Trent Alexander-Arnold: Das Sehvermögen im Zentrum seiner Trainingseinheiten

Trent Alexander-Arnold hat ein Sehvermögen, das von Spezialisten trainiert wurde. Wir sagen dir, wie der Liverpooler Außenverteidiger seine Leistung gesteigert hat.
Trent Alexander-Arnold: Das Sehvermögen im Zentrum seiner Trainingseinheiten
Leonardo Biolatto

Geschrieben und geprüft von dem Facharzt Leonardo Biolatto.

Letzte Aktualisierung: 04. August 2022

Für den englischen Klub Liverpool ist es nichts Neues, beim Training seiner Spieler alternative Strategien zu den traditionellen anzuwenden. Aber selbst bei einem Verein, der in dieser Hinsicht so wenig konservativ ist, scheint die Strategie von Trent Alexander-Arnold, seine Sehkraft zu verbessern, direkt aus einem Science-Fiction-Film zu stammen.

Der Außenverteidiger hat gesagt, dass er seine Sehkraft von einer spezialisierten Einrichtung untersuchen ließ und dass man dabei einige Schwächen entdeckt hat. Nichts Ernstes, aber kleine Mängel, die verbessert werden könnten und seine Leistung auf dem Spielfeld beeinträchtigen.

Also wurde für Trent Alexander-Arnold ein Trainingsprogramm für sein Sehvermögen konzipiert, das aus Virtual-Reality-Übungen, Wiederholung von Reflexen und Konzentration im Gesichtsfeld besteht. Die nach dem Prozess analysierten Ergebnisse scheinen diesen Plan zu unterstützen. In diesem Artikel sehen wir uns an, ob sich dies in einer verbesserten Leistung im wirklichen Leben niederschlägt.

Wie hat Trent Alexander-Arnold sein Sehvermögen trainiert?

6 Wochen lang wurde Trent Alexander-Arnold von dem amerikanischen Augenarzt Daniel Laby betreut. Dieser Arzt ist der Inhaber des in New York ansässigen Unternehmens Sports Vision NYC . Außerdem gehört er zum Lehrkörper der Harvard Medical School.

Im Wesentlichen ist Laby ein Spezialist für die Verbesserung der Sehkraft im Hochleistungssport. Seine gesamte Karriere ist darauf ausgerichtet, die Parameter zu ermitteln, mit denen kleine Aspekte des Sehens verändert werden können, um Sportlerinnen und Sportler leistungsfähiger zu machen.

Nach seinen Angaben stellte er bei der Analyse von Trent Alexander-Arnolds Sehvermögen fest, dass es zwar gut war, aber in bestimmten Bereichen Einschränkungen aufwies. Für Menschen, die keinen Hochleistungssport betreiben, wären diese nicht so positiven Ergebnisse kein Problem, aber bei den Anforderungen der internationalen Fußballligen werden sie entscheidend.

“Im Fußball ist es sehr wichtig, zwei Schritte voraus zu sein, und ich denke, das sportliche Sehtraining, das ich gemacht habe, hat mir geholfen, das noch mehr zu schätzen. Die Erfahrung hat mir klar gemacht, dass sich die Augen genauso trainieren und verbessern lassen wie jeder andere Teil des Körpers.”

-Trent Alexander-Arnold im Gespräch mit Red Bull

Kurz gesagt, verbrachte der Liverpooler Außenverteidiger anderthalb Monate damit, in einer speziell eingerichteten Dunkelkammer auf beleuchtete Objekte zu schießen. Er übte auch mit elektronischen, pedalähnlichen Druckknöpfen, um je nach den empfangenen Reizen zu treten. Und er erlebte virtuelle Realität mit einer Brille, die ihn in 3D eintauchen ließ.

Trent Alexander-Arnold - Virtual Reality Training
Virtual-Reality-Training ist bei Sportlern immer gefragter.

Trent Alexander-Arnold: Die Verbesserung in Zahlen

Nachdem Trent Alexander-Arnold 6 Wochen lang sein Sehtraining absolviert hatte, wurden die Sehparameter erneut gemessen. Laby und sein Team stellten fest, dass sich die Ergebnisse um mehr als 40 % verbessert hatten.

Bei einem Test zum Erkennen kleiner Objekte mit geringem Kontrast zeigten die Reflexe sogar eine Steigerung von 44 %. Aber das ist noch nicht alles. Bei der Beurteilung der Verfolgung mehrerer Objekte bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten lag die Verbesserung in der Größenordnung von 241 %.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass der Liverpooler Spieler beim Schießen auf beleuchtete Objekte genauer ist und dass sich sein Blickfeld mehr auf einen Punkt konzentriert, ohne den Rest zu vernachlässigen. So kann er wissen, wo sich seine Mitspieler befinden, ohne den Blick vom Ball zu nehmen. Das Ergebnis auf dem Spielfeld sind schnellere und genauere Entscheidungen.

Die Wissenschaft des Sehtrainings

Sehtraining ist nicht nur ein Anliegen des Vereins Liverpool und auch keine Erfindung des Arztes Daniel Laby. Wissenschaftliche Studien zu diesem Thema finden sich in sportmedizinischen Fachzeitschriften, in denen verschiedene Übungen zur Verbesserung dieses Sinnes vorgeschlagen werden.

Eine Referenz von Chacha und Mitarbeitern (2020) zeigt jedoch, wie wenig Einfluss diese Realität auf das Training hat. Den Autoren zufolge sind sich technische Leiter und Sporttrainer nicht bewusst, wie wichtig das periphere Sehen im Spiel ist. Obwohl ihre Spieler bei Sehtests besser abschneiden als Nicht-Sportler, kümmert sich fast niemand um das Training der Augen.

Die Forscher sind sich einig, dass das periphere Sehen bei Mannschaftssportarten entscheidend ist. Dazu gehören neben Fußball auch Sportarten wie Basketball, Rugby und Feldhockey.

Laby’s Ziel bei Trent Alexander-Arnold’s Sehtraining geht in die gleiche Richtung. Wenn ein Spieler, der für lange Pässe zuständig ist, lernt, sein Gesichtsfeld zu verbessern, indem er sein Auge fixiert, dann kann er genauere Pässe schießen.

Augapfel als Schaubild
Der Augapfel besteht aus verschiedenen Strukturen. Mehrere davon lassen sich mit Hilfe der Neurowissenschaft trainieren.

“Ein ruhiges Auge ist ein entscheidendes Konzept und eine Fähigkeit. Seine Entwicklung verbessert die sportliche Leistung und macht den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus.”

-Daniel Laby auf Twitter

Neurokognition, Sporttraining und Sehkraft

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Gebiet unterstützen, was Trent Alexander-Arnold für seine Sehkraft getan hat. Die Neurowissenschaft wird zunehmend als entscheidender Bestandteil der sportlichen Leistung angesehen.

Eine im Human Kinetic Journal veröffentlichte Studie ergab, dass das Verletzungsrisiko auf dem Spielfeld sinkt, wenn Sportler ihre Augenbewegungen trainiert haben. Dadurch können sie schneller reagieren und gefährlichen Situationen ausweichen.

Der technologische Star dabei ist die virtuelle Realität. Mehrere Belege deuten darauf hin, dass die 3D-Simulation konkreter Spielsituationen die kognitiven Fähigkeiten fördert. Die Zukunft dieser Entwicklung liegt in der künstlichen Intelligenz und der Schaffung virtueller Umgebungen, die den Spielbedingungen immer ähnlicher werden.

Es reicht nicht aus, der Beste zu sein

Im Fußball geht es nicht mehr nur um Lauftraining und aerobe Ausdauer. Spieler in den Top-Ligen der Welt praktizieren Kraftroutinen, erhalten psychologische Betreuung und stärken sogar ihre Sinne.

“Nachdem die Leute das Experiment gesehen haben und wie der ganze Prozess abgelaufen ist, ja, ich würde sagen, es werden sich mehr Spieler für das Training des Sehvermögens interessieren.”

-Trent Alexander-Arnold

Der Beste zu sein, erfordert höchste Anstrengungen. Für Trent Alexander-Arnold war ein Teil dieser Reise das Sehtraining, um sich von den anderen zu unterscheiden.

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