Trennungsangst: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

21 April, 2017
Wenn du befürchtest, dass dein Kind an Trennungsangst leidet, solltest du einen Experten auf diesem Gebiet konsultieren, der dir weiterhelfen kann und nicht versuchen, das Problem alleine zu lösen.

Fast jedes Kind fremdelt im Alter zwischen 8 und 12 Monaten, doch ab 2 Jahren vergeht diese Angst meist von selbst. Manche Kinder leiden jedoch noch im Grundschulalter oder sogar noch als Teenager an Trennungsangst.

  • Dieses angsthafte Verhalten kann auf eine emotionale Störung zurückzuführen sein.
  • Rund einem Drittel der Kinder mit Trennungsangst wird im Erwachsenenalter eine mentale Krankheit diagnostiziert.
  • Ungefähr die Hälfte der mentalen Störungen wird durch den Verdacht auf Trennungsangst entdeckt.

Welche Symptome müssen beachtet werden?

Wenn sich ein Kind krampfhaft an die Eltern oder Pfleger klammert, bitterlich weint oder Bauchschmerzen hat, weil es vor der Trennung Angst hat, spricht man von Trennungsangst.

Dabei sind folgende Symptome zu beachten:

  • Festklammern an den Eltern,
  • intensive Weinanfälle,
  • Verweigerung von Aktivitäten, die eine Trennung erfordern würden,
  • physische Krankheiten wie Kopfschmerzen oder Brechreiz,
  • aggressives Verhalten oder emotionale Zornanfälle,
  • Verweigerung des Schulbesuches,
  • schlechte schulische Leistung,
  • kein gesunder Kontakt zu anderen Kindern,
  • Unfähigkeit, alleine zu schlafen,
  • ständige Albträume.

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Risikofaktoren, die zu Trennungsangst führen könnten 

Kind hat keine Trennungsangst

Die Wahrscheinlichkeit, an Trennungsangst zu leiden, ist bei Kindern mit folgenden Charakterzügen oder Lebensumständen größer:

  • Familiäre Vorgeschichte mit Depression oder Angstzuständen,
  • schüchterne Persönlichkeit,
  • niedriger sozioökonomischer Status,
  • überfürsorgliche Eltern,
  • fehlende oder falsche Interaktion mit den Eltern,
  • Probleme mit gleichaltrigen Kindern.

Trennungsängste können auch nach stressigen Lebensabschnitten entstehen:

  • Umzug in ein neues Haus,
  • Schulwechsel,
  • Scheidung der Eltern,
  • Tod eines Familienangehörigen oder nahestehenden Freundes.

Wie wird Trennungsangst diagnostiziert?

Wenn du siehst, dass dein Kind drei oder mehr dieser Symptome experimentiert, ist es möglich, dass es an Trennungsangst leidet.

Es gibt verschiedene Methoden, um ihm in dieser Situation auf positive Weise zu helfen.

Eine Therapie ist die wirksamste Behandlung. Mit einer kognitiven Verhaltenstherapie können dem Kind Techniken gezeigt werden, um seine Angst zu bewältigen. Hilfreich sind beispielsweise Atem- und Entspannungstechniken.

Eine Interaktionstherapie mit Eltern und Kindern ist eine andere Möglichkeit, die Angststörung zu behandeln. Was die Eltern anbelangt, können folgende drei Phasen angewendet werden:

1. Direkte Interaktion mit dem Kind

In dieser Phase wird die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung verbessert. Es geht darum, dem Kind Wärme und Aufmerksamkeit zu schenken und es vermehrt zu loben.

So kann die Selbstsicherheit des Kindes gestärkt werden.

2. Direkte Interaktion mit den Eltern

In dieser Phase wird den Eltern gezeigt, warum ihr Kind Angst spürt.

Der Therapeut entwickelt eine Werteskala, die Situationen zeigt, in denen Angstgefühle auftreten und gibt dem Kind für positive Reaktionen Belohnungen in Aussicht.

3. Interaktion zwischen den Eltern

Die Funktion dieser Phase ist es, den Eltern zu zeigen, klar mit ihrem Kind zu kommunizieren. So kann das Fehlverhalten des Kindes kontrolliert werden.

Ein weiterer Schlüssel, der berücksichtigt werden muss, ist die schulische Umgebung. Das Kind benötigt einen sicheren Ort, den es aufsuchen kann, wenn Angstgefühle aufkommen.

Es sollte auch die Möglichkeit bestehen, dass das Kind mit seinen Eltern in Kontakt tritt, eventuell auch während des Unterrichts oder wenn es sich außer Haus befindet.

Der Lehrer deines Kindes sollte gleichzeitig die Interaktion mit den Mitschülern fördern. 

Es gibt kein spezifisches Medikament, mit dem Trennungsangst behandelt werden könnte.

Manchmal werden bei älteren Kindern Antidepressiva eingesetzt. Dies muss jedoch von einem Facharzt überwacht werden, da diese unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge haben können.

Hat Trennungsangst Auswirkungen auf die Familie?

Mutter und Kind mit Trennungsangst

Natürlich wird bei Trennungsangst auch die emotionale und gesellschaftliche Entwicklung beeinflusst. Es kann dazu kommen, dass dein Kind bestimmten Situationen ausweicht, die eine normale Entwicklung ermöglichen.

Diese Störung kann das Familienleben wie folgt beeinflussen:

  • Aktivitäten der Familie können durch das negative Verhalten eingeschränkt werden.
  • Die Eltern haben wenig oder keine Zeit für sich selbst, wobei sich der Frust auch auf das Kind übertragen kann.
  • Die Geschwister eines Kindes mit Trennungsangst können eifersüchtig werden, da sie selbst weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Vergiss nicht, dass es sehr wichtig ist, mit einem erfahrenen Therapeuten zusammenzuarbeiten, um dieses Problem zu lösen.

Trennungsangst muss auf jeden Fall behandelt werden.

Lesetipp: Erziehung in Liebe nicht durch Angst

Du solltest nicht selbst versuchen, die Angstgefühle zu behandeln. Am besten folgst du den Ratschlägen eines Experten und verwendest die Empfehlungen unseres Artikels als kleinen Informationsleitfaden.

Nur ein Experte kann diese Angststörung diagnostizieren. Lasse dich beraten und deinem Kind von einer erfahrenen Person helfen.

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