Sesamsamen und ihre nutritiven Eigenschaften

29 Mai, 2019
Sesamsamen zählen zu einem der nährstoffreichsten Nahrungsmittel. Sie sind reich an Kalzium, Ballaststoffen sowie Antioxidantien und haben erstaunliche Vorteile für unsere Gesundheit.

Sesamsamen zählen zu einem der nährstoffreichsten Nahrungsmittel. Sie sind reich an Kalzium, Ballaststoffen sowie Antioxidantien und haben erstaunliche Vorteile für unsere Gesundheit.

Ursprünglich stammen Sesamsamen (Sesamum indicum) von einer Pflanze aus Afrika und Indien. Weltweit verbreitet haben sie sich aufgrund des Sklavenhandels. Die Menschen, die ihr Land verlassen mussten, nahmen die Samen auf ihrer Reise mit, um sich am neuen Ort versorgen zu können.

Sie enthalten viel Protein, eine große Menge ungesättigter Fettsäuren und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Kalzium, die für unseren Organismus besonders wichtig sind. Nachfolgend stellen wir dir die verschiedenen Arten dieser Wundersamen und ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften vor.

Arten von Sesamsamen

Schwarzer Sesam

Schwarzer Sesam

Der schwarze Sesam ist der erste unter allen Typen, der dem Menschen bekannt war. Er enthält dieselben Nährstoffe wie der klassische Sesam, zeichnet sich aber weiterhin durch seine hohen Mengen an Antioxidantien aus.

Er wird oftmals aufgrund seines besonders intensiven Geschmacks für Gebackenes verwendet, da die Samen geröstet und gemahlen ein wohlriechendes Aroma entfalten. Auch hochwertiges Sesamöl wird aus dieser Sesamart gewonnen.

Ungeschälte Sesamsamen

Diese Sesamsamen besitzen noch ihre Schale, wodurch ihre nutritiven Eigenschaften im Vergleich zu den weißen Samen höher ausfallen. Ihr Kalziumgehalt ist damit beispielsweise achtmal höher und erklärt, warum sie so gesund sind. Aus ihnen werden meist Butter und Tahinipaste zubereitet, die dadurch dunkler und bitterer im Geschmack sind.

Weiße Sesamsamen

Weiße Sesamsamen werden mit Abstand am häufigsten benutzt: für Brötchen, Brot und andere Backerzeugnisse, die ihnen eine knusprige Textur verpassen.

Sie enthalten rund 50 % Öl. In China werden die Samen ‘mah chi’ und in Japan ‘muki-goma‘ genannt. Als Zusatz zu verschiedenen Gerichten werden sie also weltweit konsumiert, da sie sehr schmackhaft sind. Außerdem regen sie die Verdauung an.

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Nutritive Eigenschaften von Sesamsamen

Nutritive Eigenschaften von Sesamsamen

Proteine

Obwohl sie nicht alle essenziellen Aminosäuren enthalten, sind Sesamsamen in jedem Fall, wie auch Hülsenfrüchte, reich an Proteinen. Zusammen mit Getreideprodukten stellen sie somit eine Quelle hochwertigen Proteins dar. Daher bietet es sich an, ein paar Sesamsamen ins morgendliche Müsli zu mischen.

Fette

Zu ihren Hauptbestandteilen zählen zweifelsohne ihre essenziellen Fettsäuren Omega-3 und Omega-6. Diese sind für den menschlichen Organismus wichtig, da er nicht eigenständig diese Fette herstellen kann. Aus diesem Grund ist es notwendig, sie über die Nahrung zu beziehen.

Fettsäuren sind für das Herz-Kreislauf-System vorteilhaft, weil sie den Blutdruck senken und Krankheiten vorbeugen, die im Zusammenhang mit einem schlechten Zustand der Arterien stehen.

Kohlenhydrate

Eine weitere Eigenschaft, die die Sesamsamen so besonders macht, ist ihre große Menge an Ballaststoffen, einer Art Kohlenhydrat. Ballaststoffe sind grundlegend für die Darmgesundheit, da sie die Darmwände, an denen bestimmte Elemente zurückbleiben, gründlich reinigen.

Vitamine

Sesamsamen sind insbesondere reich an Vitaminen der Gruppe B (B1, B3, B6, Folsäure). Diese braucht der menschliche Körper für die Gesundheit der Haut und des Gewebes. Gleichzeitig begünstigen sie das reibungslose Funktionieren von Herz und Muskeln.

Auch enthalten sie eine große Menge des Vitamins E, das sich durch seinen hohen Antioxidantiengehalt auszeichnet und den Effekten freier Radikaler entgegenwirkt.

Mineralstoffe

Den Samen fehlt es ebenso wenig an zahlreichen Mineralstoffen wie Phosphor, Kalium, Magnesium und Zink, aber besonders sticht das Kalzium hervor, von dem sie einiges besitzen.

Aus diesem Grund sollten sie nicht in der Ernährung von Kindern, Frauen während der postmenopausalen Phase und Schwangeren fehlen.

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Vorteile von Sesam

Blutgefäß

Zu den gesundheitsfördernden Eigenschaften eines regelmäßigen Verzehrs von Sesamsamen gehören:

  • Schutz des Herz-Kreislauf-Systems aufgrund mehrfach ungesättigter Fettsäuren, die die Arterien verbessern und ein geringeres Auftreten von Bluthochdruck, Herzinfarkten, Angina etc. zur Folge haben.
  • Verbesserung bei Diabetes, indem laut Studien (z.B. im Journal oder Medical Foods) der Bluthockdruck und der Blutzuckerspiegel bei hypertensiven Diabetikern gesenkt wird.
  • Verbesserung bei Depression dank der Aminosäure Tryptophan, Vorläufer des Serotonins, die Stress, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit und Antriebslosigkeit kontrolliert.
  • Vorbeugung von Osteoporose durch den hohen Kalziumgehalt, wie einige Studien zeigen.
  • Junghalten, da die Vitamine und Mineralien der Sesamsamen das Immunsystem aufrechterhalten und freie Radikale bekämpfen.
  • Schutz des Verdauungsapparats bedingt durch das Wirken der Ballaststoffe, die die Schleimhäute schützen und das Aufkommen von Irritationen verhindern (Gastritis, Sodbrennen etc.).
  • Förderung der Mundgesundheit, denn laut der traditionellen hinduistischen Medizin Ayurveda kann Karies, Zahnfleischentzündungen, Zahnbelag und Mundgeruch vorgebeugt werden, wenn man die Samen für einige Minuten im Mund behält.

Sesamsamen stellen im Allgemeinen also ein nährstoffreiches Nahrungsmittel dar, die neben einer ausgewogenen Ernährungsweise und dem regelmäßigen Treiben von Sport Teil eines gesunden Lebensstils sein sollten.

  • Pathak, N., Rai, A. K., Kumari, R., & Bhat, K. V. (2014). Value addition in sesame: A perspective on bioactive components for enhancing utility and profitability. Pharmacognosy reviews8(16), 147-55.
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  • Luciana de Almeida Vittori Gouveia, Carolina Alves Cardoso, Glaucia Maria Moraes de Oliveira, Glorimar Rosa, and Annie Seixas Bello Moreira. Effects of the Intake of Sesame Seeds (Sesamum indicum L.) and Derivatives on Oxidative Stress: A Systematic Review. Journal of Medicinal Food. Apr 2016.ahead of printhttp://doi.org/10.1089/jmf.2015.0075