Schlechter Geruch aus der Scheide: was tun?

6 Januar, 2018
Wenn sich der Geruch aus der Scheide verändert, kann dies viele Ursachen haben. Nicht alle sind krankhaft und müssen behandelt werden.

Geruch aus der Scheide ist normal, denn er gehört bei jedem Menschen zum natürlichen und einzigartigen Körpergeruch, der durch Bakterien, in diesem Falle Milchsäurebakterien, entsteht. Doch wenn sich der Geruch aus der Scheide verändert, solltest du dies mit deinem Frauenarzt besprechen.

Wann wird Geruch aus der Scheide kritisch?

Geruch aus der Scheide in Kombination mit etwas Ausfluss ist zunächst völlig normal. Im Durchschnitt scheidet jede Frau jeden Tag etwa zwei bis fünf Gramm Scheidenflüssigkeit ab. Die Flüssigkeit wird im Gebärmutterhals und in Schleimhautzellen der Scheide gebildet.

Die Aktivität dieser feuchtigkeitsbildenden Zellen ist von der Durchblutung der Vagina abhängig. Riecht der Ausfluss jedoch plötzlich anders und strömt übler Geruch aus der Scheide, ist das ein Alarmzeichen.

Wann wird Geruch aus der Scheide kritisch?Wie entsteht schlechter Geruch aus der Scheide?

Unser Intimbereich ist natürlicherweise von einer gesunden Bakterienflora besiedelt. Gerät diese ins Gleichgewicht, haben Pilze, Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger ein leichtes Spiel und ein schlechter Geruch aus der Scheide kann die Folge sein. Die natürliche Bakterienflora muss also immer erhalten bleiben.

Du kannst sie selbst durch übertriebene Intimhygiene zerstören. Scharfe Seifen, Duschgele oder andere Reinigungsmittel können die empfindliche Bakterienflora im Intimbereich stören und der Entstehung von Infektionen Tür und Angel öffnen.

Benutze nur ein mildes Waschgel, wenn überhaupt, um deinen Intimbereich zu reinigen. Es gibt auch spezielle Waschlotionen, die schon mit Milchsäurebakterien versetzt sind, um beim Aufbau und Erhalt der Bakterien mitzuwirken.

Natürliche Intimflora erhalten

Auch beim Toilettengang kannst du die gesunde Bakterienflora zerstören. Nach dem Toilettengang sollte das Toilettenpapier immer von vorne nach hinten geführt werden, um die Bakterienflora nicht um falsche Bakterien zu „bereichern“ und damit aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Manchmal ziehen auch Medikamente Probleme an ganz anderer Stelle, zum Beispiel in deinem Intimbereich, mit sich. Ein Antibiotikum ist eigentlich dazu da, krankmachende Bakterien in deinem Körper zu töten. Doch manche Antibiotika wirken allerdings nicht nur gegen die „bösen“ Bakterien, sondern auch gegen die guten.

Dann haben zum Beispiel Pilze und Viren ein leichtes Spiel, weil die bakterielle Abwehr geschwächt oder abgetötet ist. Daher achte besonders darauf, wenn du Antibiotika einnehmen musst.

Auch Stress kann die empfindliche Scheidenflora stören und zu unangenehmem Geruch aus der Scheide führen, da dadurch deine körpereigene Abwehr herabgesetzt wird und du generell anfälliger wirst. Und genau deshalb kommen Infektionen im Intimbereich ausgerechnet dann, wenn man sie vor lauter Stress gar nicht gebrauchen kann.

Geruch aus der Scheide durch BakterienWann zum Arzt?

Tritt plötzlich bei dir übler Geruch aus der Scheide auf, kann es noch zusätzlich zu weiteren Symptomen und Begleiterscheinungen kommen:

  • Farblich veränderter Ausfluss
  • In Konsistenz veränderter Ausfluss
  • Juckreiz
  • Brennen
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Hautreizung / gerötete Haut

Es müssen natürlich nicht immer alle Symptome gleichzeitig auftreten, die Symptome ergeben in Kombination unterschiedliche Krankheitsbilder. Du solltest auf jeden Fall deinen Frauenarzt aufsuchen, bevor du mit Hausmitteln eine leicht behandelbare Erkrankung unnötig verschleppst oder verschlimmerst!

Folgende Ursachen sind möglich:

  • Scheidenpilz: Pilze sind immer Zeichen einer gestörten Bakterienflora im Intimbereich und ein Warnsignal dafür, dass etwas schief läuft, was du korrigieren solltest. Symptome sind Jucken, Hautveränderungen, veränderter Geruch aus der Scheide und farblich veränderter Ausfluss.
  • Entzündungen: Bei gestörter Bakterienflora haben krankmachende Bakterien gute Chancen, eine Scheidenentzündung oder Entzündung der weiblichen Geschlechtsorgane auszulösen. Dies führt dann zu entzündlichem Ausfluss, dem Eiter, wobei manchmal auch Blut beigemischt sein kann, und der immer im Geruch verändert ist.
  • Geschwulste und Tumore: Auch gut- und bösartige Wucherungen, Geschwulste und Tumore können zu verändertem Geruch aus der Scheide führen.
  • Geschlechtskrankheiten: Hegst du den leisesten Verdacht, musst du mit deinem Partner darüber offen sprechen, denn er kann entweder Auslöser der Krankheit sein oder auch von dir angesteckt werden oder schon worden sein! Unbehandelt können Geschlechtskrankheiten zu Unfruchtbarkeit führen. Bei beiden Geschlechtern.
  • Trichomonaden-Befall: Trichomonaden sind kleine, mit dem bloßen Auge unsichtbare Geißeltierchen, die eine Scheidenentzündung hervorrufen. Da diese Parasiten ansteckend sind, müssen beide Geschlechtspartner gleichzeitig behandelt werden!
  • Entzündung durch Herpes-Viren: Bläschen, ähnlich wie bei Lippenherpes, sind einfach erkennbare Symptome. Den Erreger kann man nicht abtöten, sondern nur hemmen und die Symptome lindern.
  • Papilloma-Viren (Warzenviren): Meist verlaufen Warzen-Virusinfektionen unbemerkt, können aber auch zu bräunlichem Ausfluss und verändertem Geruch aus der Scheide führen. Manchmal heilen die Warzen von selbst ab, man kann sie aber auch relativ problemlos entfernen lassen.
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