Reifen bedeutet, über eigene Tränen zu lachen

20 Juni, 2016
Mit der Reife erkennen wir: nicht jede Träne war es wert, vergossen zu werden.

Manchmal ist uns zum Heulen zumute. Jemand hat uns verletzt, wir sind enttäuscht oder wütend, wir regen uns auf und die Tränen kullern. Und später stellen wir fest: doch gar nicht so schlimm!

Dies zu erkennen und später über die eigenen, so heiß vergossenen Tränen zu lachen ist ein Schritt der Reife.

TränenTränen des Schmerzes

Tränen vor Schmerz gibt es viele: emotionaler, seelischer Schmerz und auch körperlicher Schmerz.

Beides tut weh und nicht selten vergießen wir Träne und Träne. Bei emotionalem Schmerz vermischt sich Wut mit dem Schmerz, die Tränen kullern umso heftiger, die Emotionen kochen buchstäblich hoch.

Oft lassen wir dann unseren Emotionen und Tränen freien Lauf, geben uns dem Gefühl voll und ganz hin, übertreiben vielleicht auch ein wenig, es fühlt sich alles so schlimm, so unüberwindbar an.

Lesetipp: Weinen hilft gegen negative Gefühle

Doch mit der Zeit müssen wir oft erkennen, der Schmerz war mehr Schreck als Schmerz, die Tränen eigentlich nicht der Rede wert.

Dies zu erkennen, über sich selbst zu lachen und anderen dabei auch zu verzeihen, das ist ein Prozess der Reife, der emotionalen Reife im Laufe der persönlichen Entwicklung. Zurück zu blicken auf das, was geschehen ist, bringt nach vergangener Zeit eine andere Perspektive.

Über das damalige eigene Verhalten zu lachen, zeigt Reife. Eigne dir eine schlichte Verhaltensweise an, um in diesem Punkt weiter zu reifen: die Selbstreflektion!

traurige-Frau Fehler, die zu Grenzen werden

Manchmal „verrennen“ wir uns in Gefühle, die uns zu Tränen bringen, wir verschließen uns, blocken ab, wollen nichts davon hören,.

Akzeptieren keine anderen diesbezüglichen Meinungen, ziehen so feste emotionale Grenzen um uns herum, dass weder uns noch an unseren Schmerz heran zu kommen ist.

Wir verbittern, verpassen die Gelegenheit, zu verzeihen und verschließen uns ganz hinter den Grenzen dessen, was und so aufgewühlt hat.

Ein Perspektivwechsel hilft auch hier, um das Problem, den Schmerz und die Tränen aus der Distanz zu begutachten. Oft stellen wir selbst dann fest: die Hälfte der Tränen hätte auch gereicht!

Über die zu viel vergossenen Tränen sollten wir dann lachen, uns selbst weniger ernst nehmen und für die Zukunft lernen: Nicht immer ist alles so schlimm, wie es auf den ersten Augenblick erscheint!

Dies im Leben immer und immer wieder zu erkennen und dadurch zu lernen, ist auch ein Teil des eigenen Reifeprozesses.

Trauer Befreie dich von dem, was dich weinen lässt

Wer regelmäßig zurück schaut auf das, was einem zum Weinen gebracht hat, der kann daraus lernen, welche Situationen, welche Probleme und welche Menschen dazu führen, dass Tränchen kullern.

Und daraus lernen, welche Situationen, Menschen und Probleme man in Zukunft meiden sollte, um solch negativen Emotionen zu vermeiden.

Schaue zurück und erkenne, von welchen Personen oder Verhaltensweisen du dich verabschieden musst, um dir literweise Tränen zu ersparen. Vielleicht kostet dieser Abschied ein letztes Mal heiße Tränen, aber danach nie wieder.

Reifen bedeutet, aus Fehlern zu lernen. Aber das kannst du nur, wenn du kritisch auf das zurück blickst, was du erlebt und gefühlt hast.

Also mache es dir zur Angewohnheit, tränenreiche Situationen mit Abstand nochmal zu betrachten und finde so heraus, was davon du in Zukunft vermeiden kannst, um mehr Glück statt Tränen in dein Leben zu lassen!

Blume Lächele über die Vergangenheit

Über Vergangenes zu lächeln bedeutet, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen, über sich selbst kritisch zu urteilen „ich habe überreagiert“ oder „meine Sicht der Dinge war einseitig“ oder „alles war nur halb so schlimm“.

Wer aus dem eigenen Verhalten lernt, wird in Zukunft bei ähnlichen Situationen anders reagieren – oder ganz einfach dafür sorgen, dass eine solche Situation gar nicht erst entsteht.

Das wird nicht von heute auf morgen gelingen, denn dieser Lernprozess braucht Zeit und Reife.

Lasse die Zeit nicht passiv verstreichen sondern nimm dir ab und zu die Zeit, um dein eigenes Verhalten selbstkritisch zu hinterfragen und Situationen aus der Vergangenheit kritisch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten – und letztendlich darüber zu lachen.

  • Gross, J. J., & Muñoz, R. F. (1995). Emotion Regulation and Mental Health. Clinical Psychology: Science and Practice. https://doi.org/10.1111/j.1468-2850.1995.tb00036.x
  • Giombini, L. (2015). Handbook of emotion regulation. Advances in Eating Disorders. https://doi.org/10.1080/21662630.2014.953321