Orgasmische Meditation: Was du wissen solltest

Orgasmische Meditation ist eine Praxis, die das Wohlbefinden durch Achtsamkeit und die Erfahrung von Stimulation fördert. Möchtest du mehr darüber erfahren? In diesem Artikel verraten wir dir, wie du sie durchführen kannst und was einige Frauen darüber sagen.
Orgasmische Meditation: Was du wissen solltest

Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2021

Die Idee, durch klitorale Stimulation Frieden und Wohlbefinden in dein Leben zu bringen und eine spirituelle Verbindung zu schaffen, mag nur wenigen Menschen in den Sinn kommen – aber es gibt sie und sie heißt OM oder orgasmische Meditation.

OneTaste ist eine der Bewegungen, die an orgasmische Meditation als wirkungsvolle Technik glauben, mit der man Heilung erlangen, glücklicher sein und mehr Frieden finden kann. In der Tat geht es bei dieser Organisation um die Verschmelzung von Bewusstsein mit Sexualität.

Bei OM geht es nicht so sehr um den Orgasmus, sondern um Befreiung, emotionale Stabilität und Ekstase, die auf einer spirituellen Ebene durch die weibliche Genitalmassage erlebt werden kann.

Laut OneTaste ist OM:

Eine einzigartige Wellness-Praxis, die Achtsamkeit mit der Kraft der zutiefst menschlichen, tief empfundenen Erfahrung des Orgasmus verbindet.

Diese Organisation behauptet, dass die orgasmische Meditation den Körper mit seiner Sexualität verbindet. Zu ihren Vorzügen gehört, dass sie sicher ist, systematisch – weil sie immer auf die gleiche Art und Weise durchgeführt wird -, keine Eigeninteressen verfolgt und intim ist: Sie findet nur zwischen zwei Menschen statt.

Für die Durchführung der OM braucht man fünfzehn Minuten. Während dieser Zeit massiert eine Person, Stroker genannt, die Klitoris. Während dies geschieht, wird das limbische System aktiviert und das Gehirn produziert Oxytocin.

Der Stroker muss nicht der Partner der Frau sein, bei der er die Meditation durchführt. Vielmehr ist die Meditationserfahrung vom eigentlichen Sexualakt getrennt.

Wie wird diese Meditation praktiziert?

Orgasmische Meditation - Frau mit geschlossenen Augen

Der Ablauf einer orgasmischen Meditation ist wie folgt:

  • Die Frau sollte sich von der Taille abwärts entkleiden. Der Stroker behält seine Kleidung an.
  • Der Stroker muss das Nest schaffen, also den Raum, in dem die Meditation stattfinden wird. Dafür verwendet er eine Yogamatte und drei Kissen.
  • Das Licht bleibt an.
  • Der Stroker hat eine Stoppuhr, ein Handtuch, Handschuhe und ein Gleitmittel parat.
  • Die Frau positioniert sich auf der Matte und legt sich auf den Rücken. Ihre Knie sollten angewinkelt sein.
  • Der Stroker sitzt auf ihrer rechten Seite, während er sie mit seiner linken Hand stimuliert.
  • Der Timer sollte auf dreizehn Minuten eingestellt werden, denn die anderen zwei Minuten dienen der Entspannung und Beruhigung.
  • Der Stroker sollte der Frau signalisieren, wann er sie berühren wird, während er seinen Zeigefinger und Daumen mit Gleitmittel einschmiert.
  • Die Massage beginnt, wenn der Stroker den oberen linken Quadranten der Klitoris mit dem Zeigefinger stimuliert und dabei auf und ab fährt.
  • Wenn die Frau möchte, kann sie dem Stroker Anweisungen geben und sagen, wie sie stimuliert werden möchte.

Wenn die dreizehn Minuten abgelaufen sind, sollte der Stroker seine rechte Hand auf die linke legen, die weiblichen Genitalien bedecken, sanft drücken und die Position für zwei Minuten beibehalten.

Nach dieser Zeit ist die Frau wieder zur Ruhe gekommen und beide können damit fortfahren, den Bereich zu reinigen.

Orgasmische Meditation: Eine Methode oder ein Kult?

Orgasmische Meditation - Frau liegt im Bett

Aufgrund der hohen Kosten für diese Sitzungen haben einige Kritiker sie sogar schon als Kult bezeichnet. Allerdings hat die Praxis starke Befürworter. Die Schriftstellerin Rose Surnow zum Beispiel behauptet, dass die orgasmische Meditation sie an einen angenehmen und friedlichen Ort gebracht hat. Sie hat die Art und Weise, wie sie Sex erlebt, komplett verändert.

Die Journalistin Aurora Wells hat außerdem angemerkt, dass diese Erfahrung für sie “etwas seltsam und klinisch war.” Andere anerkannte Medien haben die Meinungen verschiedener Frauen gesammelt, die Orgasmusmeditation praktiziert haben, und berichten folgendes:

Es hat etwas seltsam Klinisches… Es gibt keinen Augenkontakt während der orgasmischen Meditation. Die Idee ist, ähnlich wie beim tantrischen buddhistischen Sex, den sensorischen Höhepunkt vor dem Erreichen des Orgasmus zu verlängern.

Allerdings unterscheidet sich diese Methode von anderen Praktiken, denn, wie Guru Shree Ramananda feststellt:

Während die traditionelle Meditation spirituelle Zwecke verfolgte, hat sie sich im Laufe der Jahre zu einer Methode zur Gesundheitsfürsorge oder Angstreduzierung und Achtsamkeitstherapie entwickelt.

Die Geschäftsführerin des OM-Instituts, Anjuly Ayer, hat auch gesagt, dass Meditation für sie seltsam gewesen sei: “Als ob ich schweben würde… oder mein Geist sich von meinem Körper trennt.” Doch mit OM habe sie Empfindungen in jedem Teil ihres Körpers spüren können.

Es sollte angemerkt werden, dass der Höhepunkt nicht das Ziel von OM ist. So verschwindet auch der Druck, zum Höhepunkt kommen zu müssen, und das Berührtwerden wird zu einer angenehmeren Erfahrung für die Frauen.

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