Nachts mit Zwiebeln an den Füßen schlafen – was bringt’s?

· 20 Oktober, 2016
Wer sich nachts eine Scheibe Zwiebel unter die Fußsohle legt, soll damit seinen Körper entgiften

Es gibt Menschen, die schlafen nachts Zwiebeln an den Füßen und sichern diese mit Socken gegen Verrutschen.

Was steckt dahinter? Was für Effekte soll es haben und was bringt diese Methode wirklich? Lohnt es sich, mit Zwiebeln an den Füßen ins Bett zu gehen?

Zwiebeln an den Füßen zur Akupunktur?

Zwiebeln in die Socke? Warum? Hintergrund der Theorie, die hinter der „Zwiebelmethode“ steckt, soll auch die Fußreflexzonenmassage sein.

Zwiebeln an den Füßen sollen gesundheitsfördernde Effekte auf bestimmte Organe haben, wie sie auch der Fußreflexzonenmassage nachgesagt wird.

Die Fußreflexzonenmassage, oder auch Fußreflexzonentherapie, geht davon aus, dass sich auf den Fußsohlen bestimmte Zonen befinden, von denen feste Verbindungen, sogenannte Reflexwege, zu den übrigen Köperregionen bestehen.

Wie auf einer Art Landkarte sollen sich alle Organe an bestimmten Stellen auf den Fußsohlen wiederfinden. Durch eine Druckpunktmassage der betreffenden Stellen am Fuß sollen sich über die Reflexwege die entsprechenden Körperregionen und eventuelle Störungen ihrer Funktion beeinflussen lassen.

Sie soll vor allem gegen Durchblutungsstörungen in den Organen und anderen Körperregionen helfen und wird sogar in der Schmerztherapie eingesetzt.

Wissenschaftliche Studien konnten jedoch ihre Wirkung bis jetzt nicht eindeutig beweisen.

Akupunktur und FussreflexzonenZwiebeln: Alleskönner der Natur!

Zwiebeln wirken mit ihren scharfen ätherischen Ölen antibakteriell und schleimlösend, was sie ideal zur Anwendung gegen Husten macht.

Kindern verabreicht man traditionell zum Beispiel gegen Husten auch Zwiebelwickel, da die heilsame Wirkung der scharfen Knolle so angeblich von außen auf die Atemwege wirkt.

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Bei der Methode, sich Zwiebeln unter die Füße zu legen, soll die Zwiebel dafür sorgen, dass über Nacht das Blut „von unten nach oben“ des Körpers gereinigt wird und der ganze Körper entgiftet.

Funktioniert das und ist das überhaupt nötig?

Umwelt giftMuss man den Körper entgiften und entschlacken?

Der Mensch ist am Ende seines Lebens streng genommen Sondermüll. Das kommt daher, dass sich Umweltgifte wie Schwermetalle, Mikroplastik und andere Schadstoffe in unserem Körper ansammeln. Besonders das Fettgewebe speichert diese Stoffe in großen Mengen.

Da wir Menschen am oberen Ende der Nahrungskette stehen, nehmen wir durch unsere Nahrung auch die Umweltgifte auf, die niedrigere Glieder der Nahrungskette bereits in ihrem Körperfett gespeichert haben.

Unser Körper ist mit Leber, Niere und Darm bestens ausgestattet, Schadstoffe auch ohne „Entschlackungskur“ auszuscheiden.

Für alle von Befürwortern der „Entschlackung“ angeblichen Wirksamkeitsbeweise gibt es wissenschaftsmedizinische Erklärungen, die jedoch nichts mit dem Entschlacken selbst zu tun haben.

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In der Medizin existiert der Begriff der „Entschlackung“ nicht, er stammt aus der Naturheilkunde und ist nur mündlich überliefert.

Selbst in den Leitlinien des Heilfastens wird er nicht erwähnt. „Entschlackende“ Säfte, Kuren und Anwendungen, wie die Zwiebel unter der Fußsohle, beruhigen in erster Linie nur dein Gewissen und sonst nichts.

Obst Gemüse (5)Weniger Gift im Körper!

Wenn du etwas dafür tun möchtest, dass sich in deinem Körper weniger Gifte ansammeln, dann helfen Zwiebeln an den Füßen wirklich nicht. Aber du kannst trotzdem etwas dagegen tun, um dich selbst weniger mit Giftstoffen zu belasten!

Wenn du bis jetzt einen schlechten Lebensstil mit hoher Schadstoffbelastung geführt hast, bleibt dir nur eins: ab jetzt wird alles anders!

Im  Fettgewebe und auch im Knochengewebe können sich giftige Stoffe, Rückstände von Medikamenten, Schwermetalle und andere Schadstoffe aus Nahrung und Umwelt ansammeln.

Bereits im Gewebe fest eingelagerte Gift- und Schadstoffe kann man nicht mit Kuren oder sonstigen Wundermitteln entfernen. Da diese Stoffe fest in unser Körpergewebe eingelagert werden, ist es nahezu unmöglich, sie wieder zu mobilisieren und „auszuschwemmen“.

Es gilt also, sich stets darum zu kümmern, möglichst wenig Gift- und Schadstoffe aufzunehmen.

Schadstoffe können Umweltgifte sein oder auch Rückstände von Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden in deiner Nahrung.

Dazu zählt nicht nur die Nahrung, sondern auch die Belastung mit Chemikalien durch Kosmetika, Medikamente und Umweltbelastungen – auch z.B. durch giftige Farbstoffe, Lösungsmittel etc. in der eigenen Wohnung!

Nicht nur deine Leber, auch andere Organe und Körperfunktionen werden es dir danken, denn heute weiß man: Viele Gesundheitsprobleme sind unter anderem auf hohe Schadstoffbelastung zurückzuführen.

Weil „entgiften durch entschlacken“ nicht möglich ist, beuge ab jetzt vor, dass du gar nicht „entgiften“ oder „entschlacken“ musst!

Was tun?

Es gilt, weniger Gift- und Schadstoffe zu sich zu nehmen. Das ist ganz einfach:

  • Kaufe Lebensmittel immer aus gesicherter Herkunft, je natürlicher und unverarbeiteter, desto besser!
  • Bevorzuge Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau. Dort sind Pestizide, Fungizide und Herbizide verboten!
  • Verwende am besten nur zertifizierte Naturkosmetik oder selbst hergestellte Kosmetika!
  • Verzichte außerdem auf chemische Putzmittel und vertraue Essig, Natron und Zitrone!
  • Richte dich ebenfalls mit Naturmaterialien ein und verzichte auf Möbel aus Spanplatten mit giftigen Kleb- und Farbstoffen!
  • Höre auf, zu rauchen!

Lerne, dass alles, was gar nicht erst in deinen Körper gelangt, dich auch nie krank machen kann. Frei nach dem Motto einer Hausfrau: Dreck vermeiden ist immer besser, als Dreck wegputzen!