Manchmal weine ich nicht aus Zerbrechlichkeit, sondern weil Starksein auch erschöpft

· 9 Januar, 2019
Weinen kann manchmal befreien, dies bedeutet noch lange nicht, dass du schwach bist. Wichtig ist, die eigenen Grenzen und Fähigkeiten zu kennen.

Es gibt Momente, in denen wir erschöpft sind, unsere Grenzen erreichen und uns gehen lassen. Weinen ist in diesem Fall kein Zeichen der Schwäche oder des Aufgebens. Manchmal erschöpft Starksein.

Manchmal gibt es keine andere Wahl: Weinen weil du erschöpft bist, erschöpft vom Starksein. Wenn das Leben zu viel von dir verlangt und sich deine Mitmenschen darüber nicht bewusst werden. Wenn du viel gibst, und nichts zurückbekommst.

Trage das Gewicht der Welt nicht auf deinen Schultern. Konzentriere dich auf Wichtiges und vergiss nie, in deinem Herzen auch Platz für dich selbst zu reservieren. Und wenn du Lust hast zu weinen, mach es… denn nur starke Personen können sich das erlauben.

Starksein geht nicht immer

Auch wenn du schon als Kind mit der Idee erzogen wurdest, dass Tränen nicht gezeigt werden dürfen, dass das Leben nicht einfach ist, doch Weinen keinen Sinn macht – diese Einstellung kann langfristig emotionales Leiden verursachen.

  • Wer Tränen unterdrückt, verweigert auch seine Gefühle und versteckt sich hinter einer falschen Maske.
  • Wenn du versuchst, Normalität vorzugeben, deine Gefühle und Probleme vor deiner Umwelt zu verbergen, dann versteckst du diese auch vor dir selbst.
  • Unterdrückte Gefühle sind nicht bewältigte Probleme. Diese wiederum können sich in Form von Kopfschmerzen, Migräne, Erschöpfung, Muskelverspannungen, Schwindelgefühlen, Verdauungsstörungen usw. bemerkbar machen.

Lesetipp: Mutter sein bedeutet das Herz auf der Hand tragen

Man kann nicht immer stark sein, niemand kann seine Traurigkeit oder Unwohlsein das ganze Leben lang verstecken. Auch für die Gesundheit ist dies sehr schlecht. Man muss sich selbst erlauben, Gefühle auszulassen, wobei Tränen von Stress, Nervosität und negativen Emotionen befreien können.

  • Tränen können heilsam sein.
  • Tränen sind der erste befreiende Schritt für einen Wechsel. Du wirst dir dadurch über deine Gefühle bewusst und kannst diese loslassen.
  • Nach den Tränen kommt die Ruhe. Du fühlst dich entspannter, erkennst die Realität und kannst wichtige Entscheidungen treffen.
Frau

Starksein, wenn das Leben zu viel verlangt

Nur du allein weißt, was du zum Wohl der von dir geliebten Menschen, geopfert hast.

Natürlich freiwillig. Du bist dir dessen bewusst. Doch nicht immer führt dies dazu, dass dich die Mitmenschen mit derselben Zuneigung oder Aufopferung behandeln.

Mehr zum Thema: Wenn wir es am wenigsten erwarten, läuft alles wie am Schnürchen

Wir müssen oft Stärke beweisen, vor einer Gesellschaft, die es uns nicht gerade einfach macht; stark sein, vor einer Familie, die nicht immer leicht zu ertragen ist. Eltern, Geschwister oder Lebenspartner denken oft nur an sich selbst und berücksichtigen dich kaum.

Du bist es leid, immer stark zu sein, du bist erschöpft von diesem Gewicht auf den Schultern und möchtest einfach nur weinen.

Es ist wichtig, Grenzen zu setzen

Versuche, die Grenzen nicht zu überschreiten. Du kannst weder Glück noch Freude schenken, wenn du selbst nicht beachtet wirst und deine Zuneigung und Liebe nicht erwidert wird.

Nur wenn deine Gefühle im Gleichgewicht sind, kannst du mit Kraft und Stärke deine Aufgaben bewältigen, deine Ziele erreichen, auch wenn es Schwierigkeiten gibt. Deshalb raten wir dir, folgende Tipps umzusetzen:

  • Stark zu sein bedeutet, mit dir selbst zufrieden zu sein. Nähre dein inneres Wachstum, genieße deine persönlichen Momente, deine Hobby… Liebe die Menschen, die an deiner Seite sind. Liebe aber vor allem dich selbst.
  • Die stärksten Menschen sind diejenigen, die sich selbst zu lieben wissen. Sie sind deshalb jedoch keine Egoisten.
  • Stark zu sein bedeutet, störendes Gewicht abzulegen, besonders wenn dieses dein eigenes Wohlergehen beeinträchtigt und dich leiden lässt. Dies kann sehr schmerzhaft sein, doch du musst Prioritäten setzen.
Frau

Stark zu sein bedeutet auch, uns in bestimmten Momenten zu erlauben, schwach zu sein. Was ist hiermit gemeint?

  • Du hast das Recht, um Hilfe zu bitten, wenn du alleine nicht mehr kannst, das Recht, die Verantwortung mit anderen zu teilen.
  • Und du hast da Recht, anderen mitzuteilen, dass du etwas Ruhe benötigst.
  • Du hast das Recht, respektiert zu werden, Zuneigung und Anerkennung zu bekommen. Die Menschen, die dich brauchen, werden verstehen, dass auch du sie brauchst.

Selbstverständlich hast du das Recht auf Zeit nur für dich, das Recht, dich auszuweinen, das Recht, dich dir selbst zu widmen, auf deine Gefühle zu hören und Entscheidungen zu treffen, die dir weiterhelfen.

Denn dies ist das Leben: Den Weg ausgeglichen und in innerer Ruhe beschreiten zu können. 

  • Rottenberg, J., Bylsma, L. M., & Vingerhoets, A. J. J. M. (2008). Is crying beneficial? Current Directions in Psychological Science. https://doi.org/10.1111/j.1467-8721.2008.00614.x
  • Vingerhoets, A. J. J. M., Cornelius, R. R., Van Heck, G. L., & Becht, M. C. (2000). Adult Crying: A Model and Review of the Literature. Review of General Psychology. https://doi.org/10.1037/1089-2680.4.4.354