Lipödem: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

20 September, 2017
Anfangs kann diese Krankheit mit Cellulite verwechselt werden, doch es handelt sich um eine chronische Krankheit, die zu unangenehmen Schmerzen und anderen Beschwerden führen kann. 

Ein Lipödem ist eine chronische Krankheit, von der insbesondere Frauen betroffen sind. Dabei nimmt das Unterhautfettgewebe an den Beinen langsam aber stetig zu.

Wenn die Krankheit weiter fortschreitet, verändern sich die Körperproportionen zwischen Ober- und Unterkörper und stimmen nicht mehr überein.

Im Unterschied zu Cellulite, können bei einem Lipödem auch die Waden und Knöchel betroffen sein und zu intensiven Schmerzen führen. 

Das veränderte Aussehen ist zusätzlich ein ästhetisches Problem, das sehr belastend sein kann und zu großem Leidensdruck führt.
Bei fortschreitdender Krankheit wird auch oft die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, was den Alltag zusätzlich erschwert.
Bei Männern ist diese Krankheit ungewöhnlich, kann sich jedoch in wenigen Fällen im Gesichtsbereich durch eine auffallende Schwellung äußern.
Es handelt sich nicht einfach um das Problem einer Gewichtszunahme: Die Ernährung oder Lebensgewohnheiten der Betroffenen haben in diesem Fall nichts mit der übermäßigen Einlagerung von Fett zu tun.
Es handelt sich um eine Krankheit genetischen Ursprungs, die zu großem physischen Leid führt.
In unserem heutigen Artikel erfährst du mehr über die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, damit du Betroffene besser verstehen kannst. Es ist auch wichtig, dieser Krankheit mehr Sichtbarkeit zu geben.

Lipödem: eine Herausforderung im Alltag

Frau mit Lipödem

Sara ist 29 Jahre halt und führte ein ganz normales Leben, bis sie Mutter wurde. Nach der Entbindung begann sie mit einer strikten Diät, um das Gewicht zu verlieren, das sie während der Schwangerschaft zugenommen hatte.

Doch nach einigen Monaten veränderte sich ihr Körper auf ungewöhnliche Art:

  • An der Hüfte, den Armen und am Oberkörper nahm sie ab und konnte ihre ursprüngliche Figur wieder erreichen. Doch an den Hüften und Beinen sammelte sich immer mehr Fett an. 
  • Nach eineinhalb Jahren konnte sie kaum mehr gehen und war plötzlich an den Rollstuhl gefesselt.

Die Ärzte diagnostizierten ein Lipödem. Sara hatte noch nie von dieser Krankheit gehört, die ihr Leben radikal veränderte.

Ihr Alltag als Rezeptionistin und junge Mutter wurde durch ihre Krankheit sehr stark eingeschränkt.
Die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Sara erhielt Kompressionsstrümpfe und Empfehlungen für sanfte Übungen.
Eine Alternative wäre eine Liposuktion (Fettabsaugung), doch diese Behandlung kann sich Sara nicht leisten.
Außerdem informierten sie ihre Ärzte, dass das Lipödem danach in sehr kurzer Zeit wieder auftauchen würde: allmählich würde sie erneut Fett einlagern und an Gewicht zunehmen.
Sara ist sich bewusst darüber, dass sie Hilfe benötigt, um ihr Baby zu pflegen und sie wird sich auch eine andere Arbeit suchen müssen.
Im Spiegel sieht sie jetzt eine andere Frau, die sie akzeptieren muss. Sie benötigt jetzt Unterstützung, um ihren Alltag meistern zu können.
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Mögliche Ursachen für ein Lipödem

Es gibt nur sehr wenige objektive und eindeutige Studien über die Ursachen dieser Krankheit und die Einlagerung von Fett in den Beinen, Armen oder im Gesicht (im Falle von Männern).

Man geht davon aus, dass genetische Faktoren dazu führen, die durch einen veränderten Stoffwechsel, Entzündungen oder einen gestörten Hormonhaushalt beeinflusst werden. 

Welche Symptome werden durch ein Lipödem verursacht?

Frau mit Lipödem an den Beinen

Die abnormale Einlagerung von Fett kann bereits in der Pubertät beginnen. Häufig kommt es dazu auch nach einer Schwangerschaft oder in der Menopause.

Die ersten Symptome, die sich bei dieser chronischen Krankheit bemerkbar machen, sind:

  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit in den betroffenen Gewebebereichen beim Gehen, Kontakt oder auch in Ruhestellung.
  • Fetteinlagerungen in den Beinen von der Hüfte bis zu den Knien oder den Knöcheln.
  • Die Füße sind davon nicht betroffen.
  • Die Fettansammlung führt zu Knoten, die Druck auf die Gelenke ausüben und bei fortschreitender Krankheit dazu führen, dass die Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist.
  • Die Haut verliert an Elastizität.
  • Es kommt vermehrt zu Ödemen und blauen Flecken.

Nach diesen anfänglichen Symptomen kann es nach ein paar Monaten auch zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Konstantes Kältegefühl
  • Müdigkeit
  • Veränderte Hauttextur (zarte, feine oder gummiartige Haut)
  • Chronische Schmerzen und allmählicher Verlust der Bewegungsfähigkeit

Diese Beschwerden sowie das veränderte Aussehen führen zu Erschöpfung, Wut und Traurigkeit. Mit der Zeit kann sich dadurch auch eine Depression entwickeln.

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Lipödem: Behandlungsmöglichkeiten

Lipödem behandeln

Wie bereits erwähnt, hat diese Krankheit nichts mit einer schlechten Ernährung oder ungesunden Lebensgewohnheiten zu tun. 

Für Betroffene sind die chronischen Beschwerden sehr einschränkend und erschöpfend. Die Behandlung muss speziell an die individuellen Bedürfnisse jedes Patienten angepasst werden. Dabei ist auch eine psychologische Therapie sehr wichtig.

Abnehmdiäten oder Fastenkuren sind bei dieser Krankheit keine Lösung. Es gibt auch keine spezifische pharmakologische Behandlung, die die Fetteinlagerung stoppen könnte. 

Meist werden Patienten mit Lipödem mit folgenden Therapien behandelt:

  • Kompressionsverbände, die täglich verwendet werden, um Fett abzubauen. Es handelt sich um spezielle Bandagen oder Kompressionsstrümpfe.
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Pressotherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Mesotherapie
  • Radiofrequenztherapie

Wie wir bereits zuvor erwähnt haben, ist die Liposuktion (Fettabsaugung) nicht immer hilfreich. In vielen Fällen kann diese negative Auswirkungen haben, denn das Fett lagert sich nach kurzer Zeit erneut ein.

Viele Patienten erzielen mit regelmäßigem Schwimmen gute Resultate. Doch jeder muss für sich selbst die beste Strategie finden.

Patienten müssen lernen, die Veränderungen des Körpers zu akzeptieren und Therapien mit Optimismus anzugehen, denn leider gibt es bis jetzt keine definitive Lösung für ein Lipödem.

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