Ich bevorzuge ein Alleinsein in Würde vor schlechter Gesellschaft

· 23 Januar, 2016
Wir müssen lernen, uns mit uns allein wohlzufühlen. Wir sollten Momente in Einsamkeit genießen können, um Gesellschaft nicht um jeden Preis zu akzeptieren

Wenn wir vom Alleinsein sprechen, dann weckt das wohl in vielen Lesern direkt Gedanken an persönliches Versagen und Trauer. Alleinsein ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Einsamkeit.

Die Idee des Alleinseins sollte von unserer Gesellschaft überdacht werden. Auch im Bildungswesen verdient sie Beachtung, obgleich man sich bis heute eher auf die negativen Aspekte des Alleinseins konzentriert.

Wer allein ist, hat sich selbst zur Gesellschaft. Und wer sich mit sich und seinen Gedanken nicht wohlfühlt, sich selbst nicht akzeptieren kann, wie er ist, führt eine Leere im Herzen mit sich, die auch andere Menschen nicht füllen können.

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Und wenn es etwas gibt, das wir alle in irgendeinem Moment unseres Lebens erkennen, ist es, dass wir zunächst mit uns selbst zufrieden sein müssen, bevor wir unser Leben mit jemandem teilen können.

Wahrlich schlimm ist dagegen die Einsamkeit, die wir fühlen, obwohl wir jemanden an unserer Seite haben.

Wir laden dich ein, über dieses Thema ein wenig zu reflektieren.

Alleinsein ist auch eine Art Wohlfühlabkommen mit uns selbst

Es ist notwendig, zu verstehen, dass das Alleinsein positive Aspekte mit sich bringt, auch wenn diese in der Gesellschaft wenig diskutiert werden, denn in der Regel wird uns die Vorstellung vermittelt, dass wir auf keinen Fall allein sein sollten.

Zuerst müssen wir verstehen, dass der Mensch als Lebewesen im Großen und Ganzen ein Einzelgänger ist. Wir kämpfen uns allein auf die Welt und sterben allein, und dazwischen liegt das Leben, das wir genießen sollten.

  • Alleinsein schafft der Seele Platz. Diese Momente, in denen wir uns erlauben, ganz für uns selbst zu sein, uns zu verstehen, unsere Bedürfnisse zu stillen, das ist Alleinsein.
  • Wer beinah verzweifelt die Gesellschaft anderer sucht, ganz egal, wie diese Gesellschaft aussieht, der hat wahrscheinlich Angst davor, seine innere Stimme zu hören. Vielleicht liegen in seiner Vergangenheit zu viele ungefüllte Leeren, ungelöste Zweifel, vor denen er sich in der Gegenwart seiner Mitmenschen verstecken kann.
  • Wann wirkt sich das Alleinsein negativ aus? Wenn wir dazu gezwungen werden, weil unsere Familie uns nicht die verdiente Aufmerksamkeit schenkt, unser Partner uns nicht zuhört, sich nicht darum sorgt, was wir für Probleme haben, und sich selbst vor allen anderen priorisiert.

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Dreamcatcher

So wie wir das zu Beginn dieses Artikels bereits erwähnt haben, ist die Vorstellung vom gesunden Alleinsein auch etwas, das wir an unsere Kinder vermitteln können sollten. Sie sollten ebenfalls verstehen, dass es nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, mit sich selbst allein zu sein.

  • Viele Kinder spielen allein. Sie stellen sich Dinge vor, konstruieren Szenarien aus den einfachsten Dingen, verwenden dafür eine symbolische Sprache. Dabei denken sie nach und lernen sich selbst kennen. Dieser Raum zur persönlichen Reflexion erlaubt ihnen zu reifen.
  • Dabei geht es nicht darum, das Spielen mit anderen Kindern zu unterbinden. Auch sollten wir sie natürlich nicht ganz sich selbst überlassen. Aber es lohnt sich, ihnen Raum zur Entspannung und zur Reduktion von Stress zu geben, beim Spielen und zum Beispiel auch beim Malen.
  • So lernen die Kinder, sich mit sich selbst wohlzufühlen. Es wird verhindert, dass sie eine allzu große Abhängigkeit von uns oder von ihren Spielkameraden entwickeln. Sie wachsen mit einem gesunden Selbstwertgefühl auf, haben keine Angst vor dem Alleinsein. Sie wissen einfach, dass man das Leben sowohl in Gegenwart anderer als auch für sich selbst genießen kann.

Besser würdevoll allein als in schlechter Gesellschaft

Man hört oft, dass sich Menschen in ihrer Partnerschaft nicht wohlfühlen, weil sie sich einsam fühlen, obwohl sie mit dem Partner Zeit und Raum teilen. Das ist ein zerstörendes Gefühl.

Wir stellen gewöhnlich jede Menge Erwartungen an eine Beziehung:

  • Wir suchen einen Partner, der mit uns Gedanken, Gefühle und Erlebnisse teilt, in besonderen Momenten ebenso wie im Alltag. Mit diesem Partner möchten wir ein gemeinsames Leben aufbauen.
  • Wer in einer Partnerschaft lebt, muss auf den Anderen Rücksicht nehmen. Beide sorgen und kümmern sich umeinander, tauschen Meinungen aus und treffen Entscheidungen gemeinsam.
  • In einer gesunden Beziehung können wir immer auf den Partner zählen, wissen zweifellos, dass er uns respektiert und unterstützt. Das gibt uns ein Gefühl der Sicherheit.

Wenn sich diese Erwartungen nicht erfüllen, dann handelt es sich nicht um eine gesunde Beziehung. Sie wird uns nicht glücklich machen, sondern Enttäuschungen bringen. Und sie vermittelt ein Gefühl der Einsamkeit.

Mond und Alleinsein

Geh nie eine Beziehung ein, nur um dich nicht einsam zu fühlen

Diese Regel sollten wir alle verinnerlichen, nicht nur aus Respekt uns selbst gegenüber, sondern auch aus Respekt gegenüber dem potentiellen Partner.

  • Es gibt unreife Personen, die das Alleinsein fürchten, weil sie nicht wissen, wie sie sich selbst Gesellschaft leisten können. Sie sehen in Momenten mit sich selbst keinen Raum zur Selbsterkennung, im Gegenteil, sie sind ihnen unbequem oder machen ihnen sogar Angst.
  • Diese Menschen verfügen über ein sehr geringes Selbstwertgefühl und schaffen zwischenmenschliche Beziehungen, die von Abhängigkeit einerseits und maximaler Kontrolle andererseits geprägt sind.
  • Wer vor dem Alleinsein Angst hat, lebt in konstanter Angst vor dem Verlassenwerden. Um dieser Angst zu begegnen, werden dann oft manipulative und betrügerische Verhaltensweisen gewählt.

Lass solche Verhaltensweisen in deiner Beziehung nicht zu und greife noch weniger selbst darauf zurück. Eine Beziehung, die nur eingegangen wird, um der Einsamkeit zu entfliehen, kann keine gute Zukunft haben.

Bewahre deine Würde und behalte immer im Gedächtnis, dass es auch außerhalb einer festen Beziehung möglich ist, glücklich zu werden. Keine feste Beziehung zu haben bedeutet nicht, von der Welt abgeschottet zu sein. Es gibt immer Familie, Freunde und andere Menschen, mit denen wir unseren Alltag bereichern können.

Die Person, die deinen Alltag am meisten bereichert, solltest immer du selbst sein. Du bist die Liebe deines Lebens. Sprich diesen Gedanken ruhig laut aus, das ist nicht egoistisch. Es geht vielmehr darum, dass du lernst, auf dich selbst zu achten, dich selbst zu versorgen.

Wenn du dich nicht wohlfühlst, nicht glücklich bist mit dem, was du fühlst und was du hast, dann kannst du auch niemand anderem authentisches Glück vermitteln. Der Versuch ist es nicht wert.