Hyporexie oder Appetitlosigkeit: Was du darüber wissen solltest!

17 Mai, 2020
Hyporexie kann aufgrund von physiologischen, emotionalen oder sozialen Ursachen entstehen. 

Hyporexie ist der medizinische Fachausdruck für zunehmende Appetitlosigkeit. Dazu kann es zwar in jedem Alter kommen, doch besonders häufig sind davon ältere Menschen betroffen.

Hyporexie hat große Ähnlichkeit mit Anorexie, zum Teil ist es sogar schwierig, diese beiden Störungen in der Praxis zu unterscheiden. Bei Anorexie kommt es zur kompletten Inappetenz, doch beide Zustände führen zu gesundheitlichen Schäden durch Unterernährung oder den Mangel an wichtigen Nährstoffen, wie etwa Vitaminen.

Schätzungsweise leiden rund 60 Prozent der Personen über 65 Jahren an Hyporexie. Ab einem Alter von 80 Jahren erhöht sich dieser Anteil sogar auf fast 90 Prozent. Erfahre heute mehr über diese Störung.

Wie kommt es zu Hyporexie?

Wie bereits erwähnt, sprechen wir von einem verminderten Appetit, der dazu führt, dass Betroffene weniger essen und folglich auch an Gewicht abnehmenAußerdem treten zusätzlich Ermüdungserscheinungen auf.

Das Problem der Hyporexie ist, dass sie mit der Zeit zu einem signifikanten Nährstoffmangel führt. Sehr häufig nehmen Betroffene zu wenige Vitamine auf und leiden an Anämie.

Es ist richtig, dass man mit zunehmendem Alter weniger Energie vonnöten hat, doch dies ist nicht der einzige Grund dafür, warum auch der Appetit abnimmt. Häufig führen psychologische Probleme, wie zum Beispiel Depressionen, zu einem Appetitverlust.

Mann mit Hyporexie

Viele Experten glauben, dass es auch deshalb zur Hyporexie kommt, da im Alter die sensitive Kapazität abnimmt. Das heißt, dass Geruchs- und Geschmackssinn nicht mehr so gut funktionieren und dies wirkt sich ebenfalls auf den Appetit aus. 

Andere Ursachen für die Appetitlosigkeit sind verschiedene Krankheiten, die akut oder auch chronisch verlaufen können. Die Wahrscheinlichkeit einer Neoplasie oder Verdauungskrankheit ist bei älteren Menschen größer und auch hier kann ein Zusammenhang zur Hyporexie beobachtet werden.

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Andere häufige Ursachen für Hyporexie

Es gibt verschiedenste Faktoren, die den Appetit beeinflussen. Bei älteren Menschen kann ein Zusammenhang zu ihren Lebensumständen bestehen: In einem Altersheim oder wenn sie sich einsam fühlen oder nicht die richtige Pflege erhalten, nimmt oft auch der Appetit ab. 

Andererseits ist zu erwähnen, dass auch bestimmte Arzneimittel  Appetitlosigkeit auslösen können. Beispiele dafür sind Codein, Morphin oder Chemotherapien.

Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass im Alter häufig Beschwerden mit den Zähnen dazukommen. Zahnprobleme oder Mundtrockenheit nehmen mit fortschreitendem Alter zu und können sich auch negativ auf die Ernährung auswirken. Wenn man die Nahrung nicht richtig beißen und genießen kann, dann vergeht der Appetit schnell.

Mann mit Hyporexie

Noch ein interessanter Artikel: Wie wirkt sich die Ernährung auf unser Immunsystem aus?

Welche Konsequenzen hat diese Störung?

Der Appetitverlust kann mit der Zeit zu einer Unterernährung führen. Bei älteren Menschen macht sich dies nur langsam und allmählich bemerkbar und ist deshalb meist erst spät zu erkennen.

Bei einer Unterernährung kommt es gleichzeitig zum Verlust der Muskelmasse. Betroffene werden immer schwächer und leiden außerdem an zunehmender Müdigkeit. Die Ernährung steht in direkter Beziehung zum Immunsystem, das in der Folge ebenfalls schwächer ist.

Hyporexie kann also dazu führen, dass jede Krankheit ernstere Folgen hat. Deshalb ist es sehr wichtig, diese Störung rechtzeitig zu entdecken und zu behandeln. Im Idealfall können die Ernährungsgewohnheiten verändert werden.

Es empfehlen sich mehrere Mahlzeiten täglich, auch wenn es kleine Portionen sind. Allerdings sollten sie ausreichend Kalorien enthalten. Dabei ist es wichtig, Lebensmittel zu wählen, die der betroffenen Person schmecken. Darüber hinaus sollte das Essen ohne Ablenkungen wenn möglich in die Länge gezogen werden.

Falls diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, gibt es auch Arzneimittel, die den Appetit anregen. Bei Zweifeln und Fragen solltest du unbedingt mit deinem Arzt sprechen. Er kann die Situation bewerten und konkrete Maßnahmen empfehlen, die sich an die Ursachen und die individuelle Situation jedes Patienten anpassen.

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