Dysthymie oder die Melancholie, die dich gefangen nimmt

30 Dezember, 2018
Dysthymie kann genetische Ursachen haben. Falls ein Familienmitglied daran leidet, ist deshalb das Risiko größer.

Spezialisten weisen darauf hin, dass Dysthymie oder Melancholie die am häufigsten vorkommende depressive Störung ist. Es handelt sich zwar um eine eher leichte Depression, das Problem ist jedoch, dass diese meist chronisch ist.

Die Wurzel der Bezeichnung dieser Krankheit liegt im Griechischen und bedeutet so viel wie Missmut, Schwermut, Melancholie. Teilnahmslosigkeit und Energiemangel sind bei den Betroffenen an der Tagesordnung und erschweren die Bewältigung alltäglicher Aufgaben.

Sollte dies bei dir der Fall sein, laden wir dich ein, mehr zu diesem Thema zu erfahren. Du musst verhindern, dass dich die Dysthymie gefangen nimmt.

Dysthymie oder die Melancholie, die dich gefangen nimmt

Auch wenn es sich um die häufigste depressive Störung handelt, wird diese von Psychologen und Psychiatern nicht als tiefe Depression angesehen, sondern als Störung des Gemütszustandes betrachtet, die jedoch bei Nichtbehandlung den Alltag stark beeinflussen kann.

Anschließend erfährst du mehr über dysthymische Störungen.

1. Ursprung der Dysthymie

Noch kann nicht eindeutig beurteilt werden, wie oder warum es zu dieser Störung kommt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die dabei beachtet werden müssen:

Biochemischer Ursprung

Einer der Gründe, warum die Selbstbehandlung einer dysthymischen Störung so schwierig ist, liegt darin, dass diese Art von chronischer Melancholie nicht auf äußere, sondern auf innere Faktoren zurückzuführen ist.

Eine Abweichung der Neurotransmitter, wie beispielsweise ein Serotonindefizit, kann den Gemütszustand verändern und zu progressiver Bedrückung führen, da das Gehirn zu wenig stimuliert wird.

Genetische Ursachen

Auch genetische Ursachen können dieser Erkrankung zugrunde liegen, deshalb ist es wichtig, die familiäre Vorgeschichte zu kennen.

Wenn die Mutter oder Großeltern bereits an dieser depressiven Störung gelitten haben, durch einen gleichgültigen, melancholischen und stets negativen Charakter gekennzeichnet sind oder immer wieder bedrückte und depressive Fasen durchmachen, solltest du achtsam sein.

Dysthymische Störungen werden meist geerbt, wobei die Übertragung von Müttern auf Töchter häufiger ist. Dies ist zwar nicht bestimmend, erhöht jedoch das Risiko.

Umgebung und Erziehung

In einer Umgebung aufzuwachsen, in der affektive Bindungen traumatisch verlaufen, kann manchmal ausschlaggebend sein.

Auch negative Erfahrungen, persönliche Verluste oder sentimentales Versagen können sich sehr stark auf den Gemütszustand auswirken und, auch wenn es sich nicht um eine starke Depression handelt, den Alltag sehr beeinträchtigen.

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Dysthymie

2. Symptome der Dysthymie

  • Der Gemütszustand schwankt sehr stark. An manchen Tagen fühlst du dich voller Energie, an anderen hast du für nichts Lust, keine Motivation und keine Hoffnung…
  • Dazu kommt häufig schlechte Laune und Reizbarkeit. Wenn die soziale Umgebung nicht versteht, was mit dir los ist, kann sich die Situation bei Bemerkungen wie „du bist immer schlecht gelaunt“ oder „du hast nie Lust auf etwas“ zusätzlich verschlimmern.
  • Bei einer dysthymischen Störung ist es sehr schwierig, die Dinge zu genießen und den Alltag zu bewältigen, man hat keine Lust und fühlt sich unglücklich und unwohl.
  • Schlafstörungen: Du stehst nie ausgeruht auf. Es kommt in der Nacht zu häufigem Aufwachen und auch das Einschlafen fällt sehr schwer.
  • Die Konzentrationsfähigkeit ist reduziert, es kann zu kleinen Gedächtnisaussetzern kommen und manchmal kann es auch schwierig sein, der Geschichte eines Buches oder eines Films zu folgen.
  • Häufig machen sich auch Kopfschmerzen, Muskel- und Knochenschmerzen, Schwindel usw. bemerkbar.

Wie kann Dysthymie behandelt werden?

Melancholie

Schwierig ist diese Krankheit, da sie fast unbemerkt im Leben auftaucht und bewirkt, dass man weniger Lust hat, Dinge zu tun, sich unmotiviert und unglücklich fühlt und das Gleichgewicht wie ein Stück Stoff ausfranst.

Folgende Aspekte sollten dabei beachtet werden:

  • Die Ursachen sind fast immer organisch, das heißt, dass eine pharmakologische Behandlung erforderlich ist, mit der man die Funktionen der Neurotransmitter regulieren kann.
  • Im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) wird diese Krankheit als chronisch depressive Störung definiert. Zusätzlich zu Arzneimitteln muss man deshalb weitere Maßnahmen treffen.
  • Auch wenn man diese Krankheit als „chronisch“ definiert, was vielen Angst einjagt, handelt es sich dabei nur um eine allgemeine Definition. Viele Betroffene können diese depressive Störung mit Willenskraft und der Unterstützung ihrer Familie überwinden.
  • Weder Schmerzen, noch Traurigkeit und Melancholie müssen ewig dauern. Das Leben fließt und verändert sich vortwährend, du musst dir selbst erlauben, an dieser Bewegung teilzunehmen. Eine gute Möglichkeit dafür ist, Veränderungen in deinem Leben durchzuführen.
  • Beginne mit kleinen Dingen: Verändere deine Frisur, achte auf eine gesunde Ernährung, suche neue Freundschaften…

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  • All dies sind Anreize, Motivation und neue Illusionen. Die Antriebskraft ist in dir, du musst sie nur mit neuen Hoffnungen und neuen Initiativen nähren.
  • Auch wenn man dysthymische Störungen nicht von einem Tag auf den anderen bewältigen kann und dies Zeit benötigt, kann man diese Krankheit mit der richtigen ärztlichen Behandlung und Lebensveränderungen überwinden.

Fixiere dich nicht auf Negatives. Halte dich an der Schnur des Drachens fest, der dich jeden Tag weiter nach oben führt, sodass du deine Flügel erneut mit Optimismus und Mut ausbreiten kannst.

  • Hoepner, C. T., & Zetin, M. (2014). Depression and Dysthymia. In Encyclopedia of the Neurological Sciences. https://doi.org/10.1016/B978-0-12-385157-4.01076-9
  • Ishizaki, J., & Mimura, M. (2011). Dysthymia and apathy: Diagnosis and treatment. Depression Research and Treatment. https://doi.org/10.1155/2011/893905