Die Geschichte vom Baby, das eine Knopfzelle verschluckt hat

· 13 April, 2016
Knopfzellen finden sich in jedem Haushalt, in einer Vielzahl von kleinen elektrischen Geräten. Aber mit Batterien, vor allen Dingen mit den kleinen Knopfzellen, muss vorsichtig umgegangen werden, denn von ihnen geht eine große Gefahr für Kinder aus

Ab und zu nutzen wir unseren Blog, um auf bewegende Schicksale aufmerksam zu machen – und um die aus ihnen gezogenen Lehren so zu nutzen, dass sich fürchterliche Begebenheiten nicht wiederholen. Das wollen wir auch heute tun.

Schätzungen zufolge werden in den USA jedes Jahr etwa 4.000 Babies und Kleinkinder notoperiert, nachdem sie eine Knopfzelle verschluckt haben. Es scheint beinah, als enthielte sie etwas, das Babies wahrhaft unwiderstehlich erscheint.

Im Gegensatz zur klassischen Batterie in Zylinderform ist die Knopfzelle klein genug, um von einem Baby verschluckt zu werden. Verwendet werden Knopfzellen in Uhren, in manchen Fernbedienungen, aber vor allem auch in Spielzeugen.

Normalerweise sind sie von irgendeiner Art Abdeckung vor den Kinderhänden geschützt. Wer aber mit Kindern zusammenlebt, der weiß, dass keine noch so ausgeklügelte Barriere ein unüberwindbares Hindernis für die Kleinen darstellt. Und so passiert es offensichtlich ständig, dass die Batterien in Kinderhände gelangen.

Für Kinder existieren keine Gefahren. Die Welt ist ein einziger großer Spielplatz, den es zu entdecken gilt. Jeder noch so unbedeutende Gegenstand kann für ein Kind zum Forschungsobjekt werden und zu eben jener Forschung setzt es alle Sinne ein.

Knopfzellen sind kleine, runde Batterien. Sie sind glatt, glänzen und man kann sich sogar in ihnen spiegeln. Wer weiß, wie sie schmecken? Solche und andere interessante Fragen gilt es, zu beantworten. Und schneller als die Eltern schauen können, ist die Batterie im Mund verschwunden.

Das kann für das Kind tragische Folgen haben. Die in der Batterie enthaltene Säure führt zu schweren Verätzungen, die nicht selten die Speiseröhre betreffen, weil die Batterie hier stecken bleibt. Die Verletzungen können so schwerwiegend sein, dass sie den Tod des Kindes verursachen.

Die Eltern eines kleinen Jungen, der die in der Fernbedienung des DVD-Players sitzende Knopfzelle verschluckt hat, hätten ihr geliebtes Kind aufgrund eines solchen Unfalls fast verloren.

Die Geschichte von Emmett ist eine traurige Geschichte, denn der Junge hat irreparable Schäden davongetragen. Aber seine Eltern möchten sie dennoch mit der Welt teilen, um andere Muttis und Vatis auf die latente Gefahr aufmerksam zu machen.

Die Geschichte…

Familie mit Kind, das Knopfzelle verschluckte

Karla und Michael haben begonnen, sich Sorgen zu machen, als ihr Jüngster, Emmett, ohne offensichtlichen Grund Fieber bekommen hat. Sie haben das Fieber nicht senken können und den Jungen dann in die Notaufnahme gebracht, um ihm dort auf den Grund zu gehen.

Im Krankenhaus wurde eine Grippe diagnostiziert und das Kind wurde mit seinen Eltern wieder nach Hause geschickt. Der Zustand des Jungen verschlechterte sich aber zusehends, bis er eines Tages Blut erbrochen hat.

Das brachte sie direkt zurück in die Notaufnahme, wo eine gründliche Untersuchung des Kindes vorgenommen wurde. Ein Röntgenbild des Thorax brachte die Erkenntnis, dass in der Speiseröhre des Jungen ein Fremdkörper steckte: eine Knopfzelle.

Roentgenbild mit Knopfzelle

Mit der Diagnose begann für die Eltern der eigentliche Albtraum. Ihre Gefühle schwankten zwischen Scham, Schuld und Zorn, weil sie nicht auf das Kind aufgepasst hatten. Aber nach einigen Minuten des Nachdenkens war schnell klar, woher die Batterie stammte.

Beide Elternteile hatten beobachtet, wie Emmett mit der Fernbedienung des DVD-Players gespielt hatte. Die Gefahr, die von dieser ausging, war ihnen jedoch nicht bewusst.

Das Kind wurde sofort in den OP-Saal gebracht und die Batterie konnte in einem chirurgischen Eingriff entfernt werden. Die gravierenden Folgen, die das Verschlucken der Knopfzelle mit sich gebracht hat, werden Emmett jedoch sein Leben lang begleiten, auch wenn er entsprechend behandelt wird.

Zum Glück ist der Junge nicht erstickt. Er hat jedoch schwere Verletzungen der Speiseröhre erlitten und konnte eine Zeit lang keine feste Nahrung zu sich nehmen. Beim Arzt war und ist Emmett Stammgast: Bis heute hat er über 60 chirurgische Eingriffe und viele andere Behandlungen über sich ergehen lassen müssen.

Baby mit verschluckter Knopfzelle im Krankenhaus

Seine Mutter berichtet, dass der Junge sein Leben lang mit Problemen beim Abschlucken und bei der Verdauung haben wird. Seine Stimmbänder sind gelähmt und das Risiko für Atemwegserkrankungen ist stark erhöht.

Der kleine Emmett und seine Eltern kämpfen Tag für Tag darum, dessen Lebensqualität zu verbessern. Sie haben auch begonnen, seine Geschichte über das Internet zu verbreiten, um andere Eltern auf die Gefahr, die von den unscheinbaren Batterien ausgeht, aufmerksam zu machen.

Wer mehr zum Schicksal des kleinen Emmett erfahren möchte (und Englisch versteht), ist herzlich eingeladen: Emmett’s Fight

Die beste Medizin: ausreichende Vorsicht

Alle Kinder sind neugierig und diese Neugierde birgt bestimmte Gefahren. Am schlimmsten ist es, wenn sich die Eltern dieser Gefahren nicht einmal bewusst sind. Leider ist das bei Knopfzellen der Fall und vielen Kindern wird erlaubt, mit den entsprechenden Geräten zu spielen.

Der Hinweis, dass ausreichende Vorsicht die beste Medizin ist, ist dabei natürlich nicht auf das Verschlucken von Batterien beschränkt. Und es gibt einige Maßnahmen, die wir ergreifen können, damit unsere Kinder nicht das Schicksal von Emmett teilen müssen.

Allgemein gültige Ratschläge sind:

  • Bewahre alle elektrischen Geräte, die Batterien enthalten, außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
  • Das gilt natürlich umso mehr für lose Batterien. Die sollten nirgends herumliegen. Bewahre sie an einem für Kinder nicht zugänglichen Ort auf, bis du sie möglichst bald verwendest oder ordnungsgemäß entsorgst.
  • Überprüfe die Abdeckungen der entsprechenden Geräte, versichere dich, dass sie gut schließen. Du kannst sie zusätzlich mit fest haftendem Klebeband sichern.
  • Beobachte, womit deine Kinder spielen. Achte beim Kauf auch darauf, dass das Spielzeug keine Knopfzellen enthält.

Was ist im Notfall zu tun?

Die Symptome, die beim Verschlucken einer Batterie auftreten, sind unspezifisch und variieren zudem von Kind zu Kind. Eine endgültige Diagnose kann nur ein Arzt stellen.

Wenn du also vermutest, dass dein Kind eine Knopfzelle oder eine konventionelle Batterie verschluckt hat, solltest du es schnellstmöglich einem Arzt vorstellen. Versuche nicht, deinem Kind mit Hausmittelchen zu helfen, die seinen Zustand nur verschlimmern würden!

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