Das Varizella-Zoster-Virus: 90 % der Spanier tragen es in sich

Die Gürtelrose ist eine Krankheit, die starke Schmerzen verursacht und von der laut Statistik fast ein Drittel der Menschen über 50 Jahre betroffen ist. Hier erfährst du alles über ihre Symptome und Behandlung.
Das Varizella-Zoster-Virus: 90 % der Spanier tragen es in sich
Leonardo Biolatto

Geschrieben und geprüft von dem Facharzt Leonardo Biolatto.

Letzte Aktualisierung: 14. August 2022

Das Varizella-Virus – genauer gesagt das Varizella-Zoster-Virus – ist nicht nur für die als Windpocken bekannte Kinderkrankheit verantwortlich. Es ist auch für die Gürtelrose oder Herpes Zoster verantwortlich. Gürtelrose ist eine Krankheit, die 30 % der Menschen über 50 mindestens einmal im Leben bekommen.

Wenn wir jedoch über das Varizella-Zoster-Virus sprechen, sind die Statistiken noch viel aussagekräftiger. Mehr als 90 % der Menschen über 14 Jahren sind irgendwann in ihrem Leben mit diesem Virus in Berührung gekommen.

Ist Gürtelrose gefährlich und gibt es eine Möglichkeit, das Virus zu eliminieren, wenn es sich im Körper eingenistet hat? In diesem Artikel gehen wir auf diese Fragen ein.

Varizella-Zoster-Virus: Die überraschende Statistik der Gürtelrose

Laut der wissenschaftlichen Studie von Cintia Muñoz-Quiles und Kollegen erkrankt einer von drei Menschen über 50 Jahren an Herpes zoster, der umgangssprachlich als Gürtelrose bezeichnet wird. Gleichzeitig erkrankt 1 von 10 Personen derselben Altersgruppe an postherpetischer Neuralgie (d. h. an starken Schmerzen, die nach dem Verschwinden der Läsionen im Bereich der Gürtelrose fortbestehen).

Die Autoren weisen auch darauf hin, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem einem größeren Risiko ausgesetzt sind. Bei diesen immungeschwächten Patienten ist die Wahrscheinlichkeit, an Herpes Zoster zu erkranken, um bis zu 50 % höher als bei der übrigen Bevölkerung.

Vor allem in Spanien werden in einigen Gemeinden bis zu 559 neue Herpes Zoster-Fälle pro 100.000 Einwohner gemeldet. Die Zahl steigt sogar, je älter die Menschen in den Studien sind.

Ab dem 60. Lebensjahr ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass diejenigen, die in der Kindheit Windpocken hatten, unter einer Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus leiden, das im Körper latent geblieben ist. Tatsächlich durchläuft einer von 5 Menschen diese Reaktivierung. Und wenn jemand einmal eine Gürtelrose hatten, erkranken 6 % dieser Gruppe erneut.

Varizella-Zoster-Virus - Nahaufnahme
Das Varizella-Zoster-Virus ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Es hat die Fähigkeit, in den Nerven zu schlummern.

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Was ist Gürtelrose?

Gürtelrose ist die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus, das im Körper geschlummert hat. Wenn sich ein Mensch einmal infiziert hat (was fast immer in der Kindheit geschieht), bleibt der virale Erreger im Körper inaktiv, insbesondere in den Nervenzellen.

Er kann dort jahrzehntelang verbleiben. Es ist nicht einmal notwendig, dass die Person die Windpockeninfektion in der Kindheit bemerkt hat. Auch bei asymptomatischen Fällen oder bei Menschen mit leichten Anzeichen kann sich das Virus “verstecken” und latent bleiben.

Wenn die Abwehrkräfte aufgrund von Stress, Medikamenten oder Alter geschwächt sind, wird das Virus reaktiviert. Es verursacht einen Ausschlag mit kleinen Bläschen, die an verschiedenen Körperstellen auftreten können, z. B. im Zwischenrippenraum, auf dem Rücken und sogar im Gesicht (Augen, Ohren und Mund).

Das ist die bekannte Gürtelrose. Sie ist gekennzeichnet durch das charakteristische Brennen und die starken Schmerzen entlang des Blasenverlaufs. Dies deckt sich mit dem Verlauf des betroffenen Nervs.

Häufig treten die Schmerzen schon vor dem Ausbruch der Krankheit auf. Sobald die Bläschen auftauchen, beginnen sie asynchron zu zerfallen und verkrusten dort, wo sie waren. Nach 14 bis 21 Tagen fällt der Schorf von selbst ab.

Manchmal tritt auch Fieber auf, aber nicht immer. Darüber hinaus kann es zu Muskel- oder Kopfschmerzen kommen.

Seltener tritt Herpes Zoster im Gesicht und am Bauch auf. Vor allem die Gürtelrose an den Augen gehört zu den schmerzhaftesten Erscheinungsformen dieses Virus.

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Postherpetische Neuralgie, eine gefürchtete Komplikation

Der normale und erwartete Verlauf einer Gürtelrose beträgt etwa einen Monat. Danach haben die meisten Patienten keine Symptome mehr, und alle Hautläsionen sind verschwunden.

Bei bis zu einem Drittel der Betroffenen kann es jedoch zu einer Komplikation kommen, die als postherpetische Neuralgie bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen sehr starken Schmerz, der trotz des Verschwindens der Blasen anhält.

Das brennende Gefühl kann bei dieser Komplikation sogar mehr als drei Monate anhalten, und die Patienten haben auch eine erhöhte Empfindlichkeit in diesem Bereich. Sogar das Reiben an der Kleidung kann die Beschwerden verstärken.

Es liegt auf der Hand, dass die Lebensqualität stark beeinträchtigt wird, vor allem, weil sich die Beschwerden über einen längeren Zeitraum hinziehen. In den schwersten Fällen kann dies bis zu vier Jahre dauern.

Varizella-Zoster-Virus - Mensch mit Läsionen am Rücken
Die Bläschen des Herpes Zoster folgen dem Verlauf des Nervs, in dem das Virus in seinem latenten Zustand untergebracht war.

Gibt es eine Behandlung für das Varizella-Zoster-Virus?

Die Diagnose wird normalerweise durch den Ausschlag auf der Haut bestätigt, obwohl in einigen Fällen eine Bestätigung durch spezifische Tests erfolgt.

Es stehen antivirale Behandlungen zur Verfügung, die innerhalb von 72 Stunden nach Ausbruch der Gürtelrose eingesetzt werden sollten. Außerdem sollte man den Ausschlag sauber und trocken halten, um eine sekundäre Hautinfektion zu vermeiden.

Derzeit gibt es kein Heilmittel, um das Virus aus dem Körper zu entfernen, aber es ist eine vermeidbare Krankheit.

Was soll ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass ich eine Gürtelrose habe?

Sobald die Symptome der Gürtelrose auftreten, ist es am besten, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen und mit der Behandlung zu beginnen. Der frühzeitige Einsatz antiviraler Mittel kann die Dauer der Symptome verkürzen.

Zu Hause sollte jeder Patient/jede Patientin die Wunden, die durch die Blasen und Bläschen entstanden sind, sorgfältig pflegen und behandeln. Die Haut sollte trocken gehalten werden, um Superinfektionen zu vermeiden.

Herpes Zoster ist eine Erkrankung, die viel Geduld erfordert. Deshalb ist es wichtig, sich zu informieren und die Empfehlungen von Fachleuten zu befolgen.

Weitere Informationen findest du unter www.virusherpeszoster.es.

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