Curling: Was du über diesen Wintersport wissen solltest

Curling ist eine Wintersportart, die für jedermann sehr einfach zu erlernen ist. Lies weiter, um mehr über die Geschichte und Praxis zu erfahren.
Curling: Was du über diesen Wintersport wissen solltest

Letzte Aktualisierung: 09. Mai 2021

Mit Beginn des Winters, wenn die Temperatur- und Niederschlagsbedingungen passend sind, steigen die Möglichkeiten für bestimmte Aktivitäten, zum Beispiel für das Curling.

Curling gehört neben Skifahren, Eislaufen und Snowboarden zu den sogenannten Wintersportarten. Es kann aber auch auf eigens dafür vorgesehenen Kunsteisbahnen trainiert werden.

Es erfordert ein wenig Kraft und etwas Geschick, aber viel mehr Teamgeist, Präzision und Strategie. Nicht umsonst wird es “Schach des Wintersports” genannt.

Ein interessanter Punkt ist auch, dass jede Art von körperlicher Aktivität im Winter Vorteile bringt, da der Körper zusätzliche Kalorien verbraucht. Außerdem ist dies eine Zeit, in der die Menschen dazu neigen, mehr zu sitzen und sich somit weniger zu bewegen.

Ein wenig über die Geschichte des Curlings

Über die Herkunft des Namens Curling besteht keine Einigkeit. Es kann mit den Verben to curr (schnurren auf Englisch) oder to curl (sich einrollen auf Englisch) verwandt sein. Man nannte es auch roaring game (Brüllspiel auf Englisch). Die meisten Quellen sind sich jedoch darüber einig, dass es seinen Ursprung in Schottland hat.

Obwohl es kein genaues Datum seines Ursprungs gibt, nimmt man an, dass es irgendwann im sechzehnten Jahrhundert war. Diesbezüglich wurden mehrere Hinweise gefunden. Zum Beispiel gibt es einen Curlingstein, auf dem die Jahreszahl 1511 eingraviert ist.

Das erste Dokument, in dem die Sportart erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1540. Mit einer Anmerkung in Latein von John McQuhin. Szenen eines ähnlichen Spiels sind auch auf Gemälden des flämischen Malers Pieter Brueghel d. Ä. zu sehen.

Das Spiel wurde auf einem zugefrorenen Teich oder See gespielt. Im Jahr 1716 wurde die erste Eisbahn im Kilsyth Curling Club in Schottland gebaut. Die Größe und das Gewicht der Steine reichten von 2 bis 10 Kilogramm.

1807 kam Curling dann nach Amerika, dank schottischer Auswanderer, die in dieser kanadischen Stadt den Royal Montreal Curling Club gründeten. Im 20. Jahrhundert wurde es zur olympischen Sportart erhoben.

Auch die für den Sport verwendeten Steine haben ihre eigene Geschichte, denn es wurden antike Objekte gefunden, die genau dieser Funktion dienten.

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Wie spielt man Curling?

Curling ist eine Mannschaftssportart, die man auf einer recht schmalen, rechteckigen Eisfläche spielt. Sie ist etwa 45 Meter lang und viereinhalb Meter breit.

Zwei Teams mit je 4 Spielern stehen sich gegenüber. In jeder Runde werden acht Steine geworfen, zwei pro Spieler. Sie können sich gegenseitig mit Besen helfen und damit wischen, um die Flugbahn des Wurfes zu verändern.

Das Prinzip ist ähnlich wie beim Bowling, denn das Ziel ist es, die Steine so zu schieben, dass sie möglichst nahe an das Ziel (Tee genannt) kommen, das sich am anderen Ende der Bahn befindet.

Die Mitglieder jedes Teams werfen nach der Reihe, immer abwechselnd mit den Mitgliedern des anderen Teams. Um ihr Ziel zu erreichen, können verschiedene Arten von Würfen durchgeführt werden:

  • Den Stein so nah wie möglich an die Trefferposition bringen (draw).
  • Die Steine des gegnerischen Teams schlagen, um sie aus der Scoring-Position zu bringen (takeout).
  • Die Steine so platzieren, dass sie ihre eigenen Steine schützen, damit das gegnerische Team sie nicht treffen kann.

Für die Wertung werden die Steine gezählt, die dem Zentrum am nächsten sind. Wenn der nächste Stein nach dem Stein in der Mitte jedoch der anderen Mannschaft gehört, wird es nur als ein Tor gezählt.

Das Spiel wird in einer bestimmten Anzahl von Runden oder ends gespielt. Ein Spiel kann zwischen 8 und 10 haben. Gewinner ist natürlich derjenige, der die meisten Punkte erzielt. Wenn es jedoch am Ende der ends einen Gleichstand gibt, müssen die Teams eine zusätzliche Runde spielen.

Aktuell gibt es ein Zeitlimit für die Würfe. In diesem Sinne hat jedes Team maximal 60 Minuten Zeit.

Wie stellt man die Curling-Teams zusammen?

Beim Curling besteht jedes Team aus 4 Mitgliedern. Allerdings werden die Spieler nach ihrer spezifischen Funktion unterschieden:

Lead

Der führende Spieler ist derjenige, der in der ersten Runde den ersten und zweiten Stein wirft. Daher kann man sagen, dass sein Wurf leichter ist, da es noch keine anderen Steine auf dem Spielfeld gibt. Der Rest des Spiels hängt dann jedoch auch von seiner Platzierung ab.

Sobald der lead seine Würfe beendet hat, muss er seinen Mitspielern helfen, indem er mit dem Besen wischt, um das Rutschen der Steine zu erleichtern.

Second

Wie der Name schon sagt, geht es hier um denjenigen, der den zweiten Zug hat, also wirft er den dritten und vierten Stein. Dann wischt er auch bei den Würfen der Teamkollegen, die ihm folgen, oder hilft ihnen dabei.

Third oder vice skip

Er wirft nicht nur den fünften und sechsten Stein und wischt für den ersten Spieler, sondern markiert auch die Spielzüge und beteiligt sich an der Gestaltung der Strategie.

Er ist so etwas wie der Vize-Kapitän des Teams. Wenn er an der Reihe ist, den skip zu werfen, ist es der Vize-Kapitän, der als Kapitän fungiert und die Wischer leitet.

Skip

Skip ist sowohl der Kapitän als auch der Schlüsselspieler. Er ist in der Regel der Erfahrenste. Während der ends legt er mit dem Team die Strategie fest und gibt das Spiel sowie die Wischer vor.

Da er für die letzten beiden Steine zuständig ist, muss er die schwierigsten Würfe machen, da die Bahn bereits sehr gefüllt ist und er äußerst vorsichtig sein muss.

Was braucht man beim Curling?

Zusätzlich zu den Steinen und Besen benötigt man einige Dinge für das Curling:

  • Steine: Sie wiegen etwa 20 Kilogramm. Es gibt 2 Sets mit je 8 Steinen in verschiedenen Farben. Sie sind aus massivem Granit gefertigt. Im oberen Teil haben sie einen abgewinkelten Griff.
  • Besen: Sie verwendet man, um die Oberfläche zu wischen, auf der die Steine gleiten, und hilft bei deren Verschiebung, Geschwindigkeit und Richtung.
  • Slider: Dieses Wort kann als “Gleiteinlage” übersetzt werden. Es handelt sich um eine Einlage, die zum Gleiten unter die Schuhe des Spielers gelegt wird.

In den offiziellen Regeln gibt es keine Vorschriften oder Richtlinien dazu, was jeder Spieler tragen sollte. Nur bei den Meisterschaften sollte es eine gewisse Einheitlichkeit geben.

Curling
Das Zentrum der Zielschreibe ist der Punkt, auf den die Curlingsteine ausgerichtet werden.

Gibt es irgendwelche Nachteile am Curling?

Curling ist vor allem ein Spiel der Strategie. In der Tat gibt es Studien, die die Entscheidungsfindung als einen wichtigen Faktor darin definieren.

Es gibt keine Altersbeschränkung oder andere Bedingungen. Es ist ein Spiel für jedermann, das nicht nur den physischen Aspekt, sondern auch die psychologischen Vorteile des Sports genießt.

Wie bei allen sportlichen Aktivitäten muss man jedoch Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Verletzungen zu vermeiden. Bei dieser Sportart kann es zu Stürzen kommen, weil die Oberfläche rutschig ist. Außerdem muss man mit schweren Steinen vorsichtig umgehen.

In einigen jedoch selten vorkommenden Situationen rät man vom Curling ab. Einer dieser Fälle ist, wenn du beispielsweise einen akuten Hexenschuss hast, da das Bücken zum Schieben der Steine die Taille belastet.

Außerdem sollten Asthmatiker und Allergiker laut mehreren Studien vorsichtig sein, wenn sie im Winter Sport treiben, da sie einem höheren Risiko ausgesetzt sein können.

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