Bitte kein Ehekrach vor deinen Kindern!

27 April, 2018
Wer Ehekrach vor seinen Kindern austrägt, nimmt in Kauf, dass dies bei Kindern nachhaltig negative Effekte hervorruft. Erfahre, welche das sind!

Ehekrach gehört zwischen zwei Erwachsenen ausgetragen. Alleine. Und niemals in Anwesenheit ihrer Kinder. Auch wenn du denkst, dass das nicht schlimm sei, hinterlässt ein Ehekrach Spuren in der verletzlichen Seele deines Kindes. Und diese Spuren werden immer tiefer, je öfter das Kind einen Ehestreit miterlebt.

Ehekrach gehört unter Eheleute und niemals vor Kinder!

Ein Ehekrach lässt sich nicht planen. Eben noch saß die Familie harmonisch bei Tisch, schon explodiert es und die Eltern legen los. Zurück bleiben irritierte und verunsicherte Kinder. Im Moment des Streits kann sich keiner der beiden Partner vorstellen, was dies für das Kind bedeutet.

Erlebt ein Kind einen Ehekrach mit, so lässt es dies nicht unberührt. Egal, wie alt dein Kind ist: es ist am Streit beteiligt, ob es will, oder nicht. Auch Säuglinge nehmen solche Spannungen wahr, welche Einfluss auf ihre Entwicklung haben!

Ungeachtet des Ausmaßes der Diskussionen kann das Aufwachsen in einem angespannten Familienklima zu tiefen emotionalen Störungen führen, da es Probleme wie Angst und mangelndes Selbstwertgefühl begünstigt.

Eine ruhige Umgebung, in der das Kind nicht in die Konflikte der Erwachsenen involviert ist, trägt zu einer harmonischen psychologischen Entwicklung bei. Lerne, welche Konsequenzen es auf dein Kind hat, wenn ihr eure Streitigkeiten in dessen Anwesenheit austragt:

Ehekrach nicht vor Kind austragenKinder im Vorschulalter

In diesem Stadium hat das Kind die Sprache noch nicht vollständig entwickelt und versucht, sich durch nonverbale Kommunikation auszudrücken. Daher kann es nach einem Ehekrach weinen oder gereizt und nörgelig werden, was es schwierig macht, das Kind zu trösten.

Ältere Kinder, die noch im Vorschulalter sind, kennen die Ursachen des Konflikts auch noch nicht und ihre immer noch selbstzentrierten Gedanken führen sie dazu, Verantwortung für die Auseinandersetzung zu übernehmen und sich der Spannung zwischen ihren Eltern schuldig zu fühlen.

Die Reaktionen können je nach Kind variieren. Manche tun so, als sei nichts geschehen, andere haben Angst vor etwas Schrecklichem, das ihnen widerfährt, und isolieren sich von der Außenwelt, bis sie sich sicher fühlen.

Sie äußern ihre emotionale Verletztheit normalerweise durch Veränderungen im Schlaf- oder Fütterungsrhythmus. Sie können sich zu früheren Entwicklungsstadien zurückbilden, wie Bettnässen, Gereiztheit oder Aggression bei Aktivitäten.

Schulkinder

In diesem Alter beginnen Kinder zu verstehen, was passiert. Sie fühlen sich vielleicht ängstlich oder verunsichert und haben Schuldgefühle gegenüber ihrem Vater oder ihrer Mutter. Wegen dieses Schuldgefühls fühlen sie sich gezwungen, Partei zu ergreifen; Mädchen neigen dazu, sich auf die Seite der Mutter zu stellen, während Jungen dazu tendieren, ihren Vater zu verteidigen.

EhekrachWie wirken sich kleine und häufige Diskussionen auf Kinder aus?

Im Allgemeinen gewöhnen sich Kinder an die kleinen und häufigen Diskussionen. Und gerade das schafft ein instabiles Familienklima. In einer solchen Umgebung versteht das Kind, dass ein kleines Detail einen angenehmen Moment verderben kann.

Dies kann dazu führen, dass das Kind seine wahren Bedürfnisse nicht ausdrückt, um Unmut zu vermeiden. Gewaltsame Auseinandersetzungen haben noch größere Auswirkungen auf das Vertrauen, das das Kind in sich selbst haben kann.

Kinder und Ehekrach mit Beleidigungen

Das Kind sollte niemals dazu benutzt werden, den Ehepartner zu beleidigen oder gegen das andere Elternteil vorzugehen, besonders wenn die endgültige Trennung bereits stattgefunden hat. Es ist wichtig, am Abend vor dem Einschlafen jegliche Streitereien, besonders (laut-)starke, zu vermeiden, da dies ein entscheidender Moment für Kinder ist.

Streitigkeiten werden in allen Familien generiert, aber es ist wichtig, sich um Verständnis zu bemühen, weil jedes menschliche Wesen anders ist. Im Idealfall wächst das Kind in einem glücklichen Zuhause auf.

Ehekrach vor Kind vermeidenEhekrach bitte immer weit weg von Kindern!

Streitigkeiten unter Eltern sollten immer dort stattfinden, wo Kinder nicht anwesend sind. Sie werden wahrscheinlich wissen, dass ihre Eltern gestritten haben, aber sie werden nicht das Gefühl haben, dass sie Teil des Kampfes sind. Kinder, besonders die Jüngsten, können nicht über das Wort hinaus deuten; sie nehmen alles für bare Münze.

Wenn sie ihren Eltern zuhören, die Sätze sagen wie: „Genug! Genug!“, „Ich habe dich satt!“, „Ich will dich nicht wiedersehen!“; werden sie sich nicht nur verletzt fühlen, sondern auch Unsicherheit fühlen, weil sie denken, dass ihre Eltern sich trennen könnten. Kinder lesen nicht zwischen den Zeilen, sie verstehen nur, was sie hören.

Lasst euch helfen!

Die Teilnahme an Paartherapien dient im Falle von Konflikten und Problemen dazu, die Kommunikation zu verbessern und das Gleichgewicht zwischen den Ehepartnern wiederherzustellen. Familientherapie ist ideal, wenn das Kind unangemessene Verhaltensweisen oder psychosomatische Symptome zeigt, die professionelle Intervention erfordern. In diesem Prozess hilft der Therapeut dem gesamten Familienkern, positive Beziehungen zu fördern.

Sprich mit deinen Kindern

Manchmal ist es unvermeidlich, eine Diskussion in Anwesenheit von Kindern zu führen. In diesen Fällen ist es wichtig, ihnen zu erklären, dass alle Menschen streiten, auch wenn sie sich lieben.

Nutze den Moment des Dialogs, um zu erklären, dass ein Ehekrach nicht bedeutet, dass die Eltern sich nicht als Paar wollen, geschweige denn, dass sie sie nicht mehr wertschätzen.

Wenn der Konflikt bereits gelöst ist, kann er zur Durchführung von Familienaktivitäten verwendet werden; aber wenn das nicht der Fall ist, dann tu nicht so, als ob es gelöst wäre, denn Kinder sind durchaus in der Lage, die Spannung wahrzunehmen.

Eltern als Vorbild

Denke daran, dass Eltern ein grundlegendes Modell für Kinder sind. Wenn ein Elternteil verbal oder körperlich misshandelt wird, entsteht eine tiefe Wunde, die sich auf die Persönlichkeit des Kindes und auf den späteren Erwachsenen auswirken kann. Außerdem wird es die zukünftige Koexistenz mit ihren Freunden und Kollegen beeinflussen.

Es ist grundlegend, Kindern beizubringen, dass Menschen, wenn sie unterschiedliche Meinungen zu einem Thema haben, immer zum Dialog greifen können; dass du ein Umfeld von Toleranz und Respekt schaffen kannst, ohne wütend zu werden, zu schreien oder unangenehme Worte zu sagen.

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