Zerreiße dich nicht, um andere zusammenzuhalten

16 November, 2015
Sich für andere aufzuopfern kann Genugtuung verschaffen, vergiß dabei jedoch nicht, dass diese Großzügigkeit auf Gegenseitigkeit beruhen sollte. Du musst auch lernen, dich nicht schlecht zu fühlen, wenn du den Bedürfnissen anderer nicht nachkommen kannst.

Wie oft hast du dich für andere buchstäblich zerrissen? Insbesondere bei Frauen kommt dies häufig vor. Wir möchten es allen Recht machen und alle Bedürfnisse befriedigen, um anderen Wohlbefinden und Glück zu schenken.

Altruismus und Großzügigkeit sind wunderbare Eigenschaften, insbesondere wenn es darum geht, sich freiwillig anderen aufzuopfern – ein Ausdruck der Liebe, unserem Partner, unseren Kindern oder Freunden gegenüber. Dabei erwartet man sich keine Gegenleistung.

Gehörst du jedoch zu jenen, die denken, dass sie selbst nichts verdient haben für die täglichen Anstrengungen? In unserem heutigen Beitrag laden wir dich ein, darüber nachzudenken.

Wenn wir unser Herz für andere aufopfern

Fast jeden Tag geben wir alles, ohne uns darüber bewusst zu sein. Wer sich das ganze Leben lang aufopfert wird sich eines Tages bewusst, dass sein Herz an Mangelerscheinungen leidet.

Wenn wir davon sprechen, das Herz für andere zu zerreißen, beziehen wir uns symbolisch auf folgende Dinge:

Lesetipp: Das Geheimnis einer glücklichen Partnerschaft

  • Wenn du die Wünsche deines Partners immer deinen eigenen vorziehst. Das kannst du einmal, zweimal oder auch öfters tun, doch was passiert, wenn der Partner es als selbstverständlich betrachtet, dass das immer so sein muss?
  • Wenn dich ein Familienmitglied emotional erpresst oder sich ständig zum Opfer macht, damit du ihm hilfst und du für dieses Familienmitglied verschiedene Gefallen erledigst.
  • Wenn du dich von toxischen Freundschaften ausnutzen lässt, die dir täglich ihr Leid klagen, sich jedoch nie darum kümmern, wie es dir gehst, was du fühlst oder welche Gedanken dich plagen.
  • Jeden Tag Dinge hinauszuschieben, die dir gefallen, du jedoch deshalb nicht genießen kannst, weil du anderen den Vorzug gibst.

Es ist sehr schwierig, sich dies einzugestehen: Andere vernachlässigen nur um das zu tun, was mir selbst gefällt? Der Schlüssel liegt in einer ausgeglichenen Beziehung mit deinem Partner, deiner Familie und deinen Mitmenschen.

Wenn du tagtäglich, Monat für Monat und Jahr für Jahr deine eigenen Bedürfnisse zurückhälst, verlierst du mit der Zeit deine eigene Identität: dein Wesen, dein Selbst, das dich definiert, deine Leidenschaften, Träume und auch dein Selbstwertgefühl bestimmt.

Du hast auch das Recht, etwas von anderen zu erwarten

Frau mit Schmetterlingen

Alles zu geben, ohne dabei seine eigenen Bedürfnisse zu beachten, kann schmerzen

Manche haben eine falsche Einstellung was Beziehungen oder Freundschaften betrifft. Jede Beziehung ist eine Interaktion, ein zufriedenstellender Austausch, von dem beide Teile profitieren und Zuneigung, Information und Energie geben und erhalten.

  • Jede Beziehung, die nur einseitig gepflegt wird, führt mit der Zeit zu Verletzungen und Schwierigkeiten: „Ich gebe, ich pflege und kümmere mich um alles, mache alles…“ – dies wird schließlich zum Vorwurf.
  • Wir alle haben soziale und emotionale Bedürfnisse, die anerkannt werden müssen und benötigen auch Aufmerksamkeit und Zuneigung von anderen. Anerkennung gibt uns einen Platz in der Welt, den wir alle, ob klein oder groß, benötigen.

Lesetipp: 7 Gewohnheiten emotional iontelligenter Menschen

  • Wenn wir jemanden lieben, stellen wir keine Sekunde lang in Frage, dieser Person alles zu geben.
  • In der Populärpsychologie spricht man von einem Wendy-Sydromwenn eine Person für das Glück der anderen alles gibt und dabei sein eigenes Selbstwertgefühl verliert.

Recht auf Gegenseitigkeit: Niemand ist egoistisch, nur weil er von anderen auch etwas erwartet

Egoismos sollte nicht falsch verstanden werden: Niemand ist egoistisch, nur weil er sich auch von den anderen etwas erwartet. Gegenseitigkeit ist die Ausgangsbasis sozialer Beziehungen – es geht darum zu geben und auch zu bekommen.

Gegenseitigkeit bedeutet geben und nehmen, anerkennen und anerkannt werden

  • Gegenseitigkeit ist das Recht zu sagen: „Ich kann nicht„, „in diesem Augenblick ist das für mich unmöglich“ oder „ich möchte das nicht machen„. Denn wir wissen, dass uns unser Gegenüber verstehen wird, man kann nicht immer für alles zur Verfügung stehen, da jeder auch eigene Bedürfnisse hat.
  • Du hast das Recht, nein zu sagen. Deshalb bist du noch lange nicht egoistisch oder eine schlechte Person. Niemand kann deswegen beleidigt sein, denn wer nicht versteht, dass auch du deinen eigenen persönlichen Raum benötigst, schätzt dich nicht und beachtet dich nicht.
  • Wenn du jeden Tag in all diesen Aspekten immer wieder nachgibst, kommt der Augenblick, an dem du dich frurstriert fühlst. Dies führt zu Unzufriedenheit und Unglück.

Sobald du dir diesem Unglück bewusst wirst, steigt das Risiko für eine Depression. Wenn du kein inneres Gleichgewicht findest, Wohlbefinden, das dir Kraft und Integrität verleiht, ist es sehr schwierig, deinen Mitmenschen weiterhin deine Hilfe anzubieten oder Glück zu schenken.

Lesetipp: 7 Dinge von denen deine Depression nicht will, dass du sie weißt

Vergiss nicht, dass du dich wohlfühlen musst, um das Beste von dir geben zu können. Und um dich wohl zu fühlen benötigst du Anerkennung von den von dir geliebten Personen, Respekt und Beachtung.

Niemand ist deshalb egoistisch. Hier geht es um Integrität, gesunde Selbstliebe, die wir jeden Tag unseres Lebens fördern sollten. 

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