Wissenswertes über Sexualität im Alter

2 Februar, 2020
Obwohl physische und psychische Veränderungen die Sexualität im Alter beeinflussen, bedeutet dies nicht das Ende des Sexuallebens. Aber was solltet ihr dabei beachten?

Noch immer gibt es viele Mythen über die Sexualität. So heißt es zum Beispiel oft, dass sie im Alter nachlässt. Doch das entspricht nicht der Wahrheit!

Manche Frauen berichten, dass sie die Sexualität nach ihrer fruchtbaren Zeit besonders intensiv genießen. Ebenso gibt es viele Männer, die glauben, dass das sexuelle Bedürfnis nach dem 50. Lebensjahr abnimmt. Doch dies muss nicht so sein.

Der Begriff „Sexualität“ kann weit gefasst sein und viele Aspekte des Lebens eines Menschen umfassen. So beschreibt Dr. Herrera – Leiterin des Altenpflegedienstes in Chile – die Auffassung von sexueller Gesundheit wie folgt:

„Der psychologische Aspekt von Emotionen und Verbindlichkeit, der die größte Quantität und Qualität der Kommunikation zwischen Partnern erfordert, sei es in einer Beziehung des Vertrauens, der Liebe, des Teilens und der Freude, mit oder ohne Geschlechtsverkehr“.

Mit anderen Worten: Das Sexualleben beinhaltet nicht nur Geschlechtsverkehr, sondern auch andere Ausdrucksformen der Zuneigung, die dazu beitragen, das Paar näher zusammenzubringen.

Veränderungen der Sexualität im Alter

Es ist normal, dass mit der Veränderung des Körpers auch die Geschlechtsorgane einige Veränderungen durchlaufen.

Für den Mann gibt es folgende Veränderungen:

  • Langsamere Erektionen
  • Nach der Ejakulation kommt es zu einem schnelleren Rückgang der Erektion
  • Kurzer Orgasmus
  • Eine längere Auszeit nach der Ejakulation
Sexualität im Alter

Im Alter gibt es zwangsläufig Veränderungen, die sich auf die Sexualität von Männern und Frauen auswirken. Das bedeutet jedoch nicht, dass es das Ende des Sexuallebens ist.

Bei Frauen können folgende Veränderungen auftreten:

  • Rückgang der Hormone, die die sexuelle Lust steigern
  • Weniger vaginale Lubrikation
  • Verkürzte Dauer des Orgasmus
  • Weniger orgasmische Kontraktionen
  • Schwächere klitorale Intumeszenz
  • Unter anderem schnellere Ermüdung nach dem Orgasmus

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Weitere Veränderungen der Sexualität im Alter

Es gibt vier Phasen der sexuellen Aktivität, in denen ebenfalls einige Veränderungen auftreten können.

Beim Mann sind es folgende:

  • In der Erregungsphase dauert es länger, bis eine Erektion eintritt, die auch weniger fest sein kann als in jüngeren Jahren.
  • Die Plateau-Phase (kurz vor dem Höhepunkt) wird länger dauern, da der Kremastermuskel an Kraft verliert.
  • Die Orgasmusphase ist von kürzerer Dauer mit weniger Samenflüssigkeit.
  • Das Penisvolumen geht in der Rückbildungsphase schneller verloren, während die Erholungsphase verlängert wird.

Veränderungen bei Frauen im Alter

Bei Frauen werden die Phasen ebenfalls gleich bleiben, aber die Intensität ist nicht dieselbe.

  • Zum Beispiel nimmt während der Erregungsphase die Gleitfähigkeit ab.
  • In der Plateauphase vergrößert sich die Gebärmutter nicht mehr so sehr.
  • In der Orgasmusphase gibt es Kontraktionen, aber in geringerer Menge und Intensität. Sie können sogar schmerzhaft sein.
  • Die Rückbildungsphase ist länger als bei jungen Frauen, und die Fähigkeit, Multiorgasmen zu haben, ist reduziert.

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Behandlung und Prävention

Die oben genannten Faktoren müssen jedoch, wie erwähnt, nicht das Ende des Sexuallebens im Alter sein. Denn obwohl Studien zeigen, dass die Häufigkeit der sexuellen Funktion mit dem Alter abnimmt, ist die körperliche und geistige Gesundheit stark davon abhängig.

In vielen Fällen können auch chronische Pathologien oder die Einnahme einiger Medikamente das Sexualverhalten älterer Menschen beeinflussen. Entweder weil sie das Hormonsystem verändern oder aus anderen Gründen.

Sexualität im Alter

Es gibt heute verschiedene Behandlungen, die helfen können, das Sexualleben im Alter qualitativ zu verbessern. Diese müssen durch gesunde Gewohnheiten im Alltag ergänzt werden.

Eine Sexualtherapie kann älteren Menschen helfen. Häufig kommen Testosteron, Medikamente (Injektion und oral), Vakuumerektionshilfe und chirurgische Behandlungen zum Einsatz.

Im Gegensatz zu dem, was viele Menschen denken, betont Dr. Llanes, dass viele sexuelle Funktionsstörungen bei älteren Menschen auf Unwissenheit, Gefühle der Unfähigkeit sowie falsche Erwartungen zurückzuführen sind.

Der oben erwähnte Arzt bringt auch die Empfehlungen von Masters und Johnson zur Sprache. Diese umfassen folgende drei Ratschläge, um ein vollwertiges Sexualleben im Alter zu genießen:

Wenn man diesen Empfehlungen folgt, kann man ein vollwertiges Sexualleben im Alter genießen. Damit wird der Mythos, dass Sexualität mit dem Alter endet, zerstört. Denn Sexualität beruht eben nicht nur auf Geschlechtsverkehr.

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  • Loreto, C. (2006). La sexualidad en la vejez. Índice: Revista de Estadística y Sociedad.
  • Caridad, L. B. (2013). La sexualidad en el adulto mayor / Sexuality in the elderly. Revista Cubana de Enfermería VO – 29.
  • Orozco Mares, I., & Rodriguez Marquez, D. D. (2006). Prejuicios y actitudes hacia la sexualidad en la vejez. Psicologia y Ciencia Social.