Wer dich verletzt, verdient dich nicht

· 12 Januar, 2016
Obwohl wir sie oft nicht bemerken, ist eine seelische Misshandlung ebenso zerstörerisch wie eine körperliche. Deshalb sollten wir diesbezüglich aufmerksam sein und notwendige Vorsorgemaßnahmen ergreifen

Wer dich verletzt, wer dir nicht sagt, dass er dich liebt und Tränen und Schmerz in dir hervorruft, der hat keinen Platz in deinem Leben. Wir wissen das alle, aber manchmal stellt uns das Leben vor Situationen, in denen es nicht mehr so einfach ist, ehrliche Liebe von solcher, die verletzt, zu unterscheiden.

Es gibt Momente, in denen wir auf emotionalen Beziehungen aufbauen, die einmal aus Liebe entstanden sind, die heute aber nur noch schmerzhaft und schädlich sind. Dazu muss es nicht zu körperlicher Misshandlung kommen.

Wer dich verletzt, der kann dies auch auf indirekte Art und Weise tun und dein emotionales Gleichgewicht stören. Verletzungen dieser Art sind ebenso schmerzhaft wie eine körperliche Misshandlung und zehren an deinem Selbstbewusstsein.

Wir laden dich an dieser Stelle dazu ein, über das Thema emotionale Misshandlung zu reflektieren, über die Notwendigkeit, Grenzen zu setzen und immer zu wissen, dass Liebe Glück bedeutet. Leid und Schmerz sind keine Liebe.

Wer dich verletzt, hat eine verzerrte Vorstellung von Liebe

Blind folgen ohne verletzt zu werden

Es gibt viele Formen der Liebe und nicht alle stellen den Weg zu wahrem Glück dar. Manch einer liebt, um nicht allein zu sein, andere lieben nur sich selbst und wieder andere verwechseln Liebe mit Besitz und Kontrolle. Toxische Beziehungen kommen häufiger vor, als du vielleicht denkst.

Damit das nicht passiert, sollten wir bestimmte Verhaltensweisen betonen, andere meiden – Wo liegt das Geheimnis einer glücklichen Beziehung?

Wir sollten uns vor derartigen Beziehungen hüten, denn auch wir können unserem Partner schaden, ohne es zu wollen und zu bemerken:

  • Es gibt Menschen, die sich von etwas, das der Partner tut, sagt oder meint, gestört fühlen, dieses Gefühl und die eigene Meinung aber nicht kundtun. Manchmal versuchen sie dann, dasselbe negative Gefühl im Partner zu provozieren.
  • Ein Beispiel: Jemand versucht, seinen Partner eifersüchtig zu machen, weil er sich daran stört, wie nah dieser einer dritten Person ist.
  • Wenn unser Partner etwas tut, mit dem wir uns nicht wohlfühlen, müssen wir Grenzen setzen und ihm diese selbstsicher und ruhig mitteilen. Entscheiden wir uns stattdessen dafür, sein Verhalten nachzuahmen, machen wir die Situation noch schlimmer.

Damit möchten wir sagen, dass auch wir in der Lage sind, andere Menschen zu verletzen, sowohl direkt als auch indirekt. Wenngleich für manche Personen das Problem in der Kommunikation liegt, ist es in anderen Beziehungen doch schon darin zu sehen, dass überhaupt erst erkannt werden muss, dass etwas nicht gut läuft.

Die Schwierigkeit, Probleme nicht zu erkennen oder nicht zu wissen, wie man auf sie reagieren soll, liegt auch manchmal in unserer Erziehung begründet, in der uns nicht selten der Grundsatz vermittelt wurde, dass eine Beziehung erhalten werden muss – koste es, was es wolle. Das ist falsch und darf nicht sein. Kommunikation und Gegenseitigkeit sind die Grundpfeiler jeder gesunden, zwischenmenschlichen Beziehung.

Wir stellen dir nun ein paar Situationen vor, in denen eine emotionale Misshandlung vorliegt.

Verletztes Herz

Der Einsatz von Ironie als Ausdruck der Geringschätzung

Ironie ist ein zweischneidiges Schwert, mit dem sehr schmerzhafte Wunden zugefügt werden können. Manche Menschen kommunizieren auf eine Arte und Weise, bei der aus Humor schnell Aggressivität, Geringschätzung und Demütigung wird.

Aussagen, in denen derartige Botschaften stecken, sind: „Es ist klar, dass dein Leben ohne mich eine einzige Katastrophe wäre.“, „Schau dich nur an, du bist so bewundernswert wie tollpatschig, da hilft nichts mehr.“, „Gib dir keine Mühe, dich so chic zu machen, bei dir hilft auch das Ganze Make-Up nichts mehr. Aber mir gefälltst du trotzdem.“

Menschen, die unsere Beziehungen zu Dritten unterbinden, um uns besser kontrollieren zu können

Wer dich auf diese Weise verletzt, verdient keinen Platz in deinem Leben. Es gibt Personen, die den Alltag anderer Menschen mehr und mehr kontrollieren, wie eine Spinne, die ihre Beute einkreist, damit diese nicht entkommen kann.

Diese Menschen weisen ein geringes Selbstbewusstsein auf und haben Angst, verlassen zu werden. Deshalb versuchen sie, zu kontrollieren und zu besitzen.

Sie versuchen, unseren Kontakt zu Freunden und Familie zu unterbinden, uns davon zu überzeugen, Hobbies oder Job aufzugeben und uns nur noch auf die Partnerschaft zu konzentrieren.

Auch im vorgeblichen Freundeskreis finden sich unter Umständen derartige Beziehungen – Wie erkenne ich falsche Freundschaften?

Verabschiede dich von dem, der dich verletztFlucht vor dem, der verletzt

Solche Beziehungen sollten wir beenden, unserer geistigen und körperlichen Gesundheit zu Liebe. Der Abschluss einer derartigen Beziehung ist aber nicht immer leicht, denn in der Regel besteht eine hohe emotionale Abhängigkeit.

  • Das Wichtigste ist es, zu bemerken, dass der Partner dich verletzt. Derjenige, der dich wirklich liebt, könnte niemals Respekt und Zuneigung mit Aggression, Geringschätzung und Demütigung verwechseln.
  • Dir sollte bewusst sein, dass dein Glück nicht bei dieser Person liegt, die dir Schaden zufügt. Du musst wieder der Mensch werden, der du vor dieser Abhängigkeit, vor dieser toxischen Beziehung warst, als du noch über ein emotionales Gleichgewicht verfügt hast.
  • Zögere nicht, um Hilfe zu bitten. Neben Freunden und Familienmitgliedern gibt es auch professionelle Beratungsstellen, die in der Lage sind, Risiken zu identifizieren.
  • Schütze dein Selbstwertgefühl. Du bist ein Mensch, der es verdient, glücklich zu sein. Und für dein eigenes Glück musst du nun zunächst einmal tapfer sein und diese schädliche Beziehung beenden.

Manchmal ist ruhige Einsamkeit einer verletztenden Partnerschaft vorzuziehen. Diese schadet unserem Selbstwertgefühl, unserer Integrität und unseren Wertvorstellungen.

Wer dich verletzt, verdient deine Bemühung nicht, auch nicht deine Zeit und deine Zuneigung. Daran sollten wir uns alle regelmäßig erinnern, um zu vermeiden, dass wir in dieses emotionale Spinnennetz tappen.