Weinen ist gesund: 6 gute Gründe

Wenn du weinst, dann hilft dir das dabei, deine Emotionen auszuleben. So kannst du verhindern, dass sie unterdrückt werden und sich schlimmstenfalls in ernstere Probleme verwandeln. Depressionen oder Angststörungen könnten entstehen. Weinen ist gesund und dafür gibt es gute Gründe.

Für viele Menschen ist Weinen eine Schwäche. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Wenn du weinst, dann öffnest du dich und befreist dich von unterdrückten Gefühlen. Weinen ist gesund.

Außerdem sind die Gründe aus denen wir weinen nicht zwangsläufig negativer Natur – oft weinen wir auch aus Freude.

In unserer Gesellschaft ist es nach wie vor eine feste Überzeugung, dass wir alle stark sein müssen. Und dazu gehört auch, dass wir niemandem unsere Gefühle zeigen. Weinen wird nicht akzeptiert. Wenn du dich dann von diesem Schutzpanzer befreist, fühlst du dich auf einmal verletzlich und angreifbar. Das kann sehr beängstigend sein.

Sicherlich hast du auch schon einmal den Ausspruch „richtige Männer weinen nicht“ gehört. Nun, dann mag es vielleicht eine erstaunliche Neuigkeit sein, dass Männer eine mindestens genauso verletzliche Gefühlswelt haben wie Frauen. Gefühle von Männern sind teilweise sogar noch weitaus empfindlicher.

Sie haben die gleichen Gefühle wie alle anderen auch, aber aufgrund von falsch verstandener Männlichkeit, sozialen Zwängen und Erwartungen unterdrücken Männer ihre Gefühle leider viel zu oft.

Wenn du deine Gefühle permanent unterdrückst, kann das letztlich zu psychischen Problemen führen. Und diese machen dich dann wirklich schwach. Du wirst nie einen Weg aus deinen Problemen und deinen Ängsten finden, solange du diese nicht zugibst und über sie sprichst.

Wenn du weinst, solltest du dich niemals für deine Tränen schämen. Weinen ist völlig normal. Weinen ist gesund. Und es bedeutet, dass du ein Mensch bist. Darüber hinaus solltest du immer daran denken, dass Weinen zahlreiche Vorteile für deine emotionale und auch deine körperliche Gesundheit hat.

In unserem heutigen Artikel wollen wir dir 6 gute Gründe aufzeigen, warum es so wichtig und gesund ist, zu weinen.

Wenn du sie gelesen hast, wirst du sicherlich für dich entscheiden, dass du künftig nicht mehr alle Gefühle unterdrückst und alles für dich behältst. Befreie dich von dieser riesigen emotionalen Last. Weinen ist gesund und hilft dir dabei.

6 gute Gründe, warum du dir erlauben solltest, zu weinen

1. Weinen reduziert Stress

Stress - Weinen ist gesund

Jeden Tag bist du unzähligen stressigen Situationen ausgesetzt. Dazu gehören auch negative Gedanken, Probleme bei der Arbeit, in deiner Beziehung oder in Freundschaften.

Wenn du nicht weißt, wie du richtig mit all diesen Gefühlen umgehen sollst, kann es passieren, dass du dich schnell überfordert fühlst. Vielleicht bekommst du das Gefühl, dass dir alles über den Kopf wächst und du nicht mehr weißt, was du tun sollst. Und manchmal sagen oder tun wir in solchen Situationen Dinge, die wir später zutiefst bereuen.

Weinen ist eine gute Möglichkeit, derartigen Druck und Stress abzubauen. Es hilft dir dabei, alle negativen Gefühle und Sorgen loszulassen und dich so zu befreien. Weinen ist gesund und wichtig für deine psychische Hygiene.

Dabei ist es nicht wichtig, wie du das tust. Manchmal weinst du alleine und manchmal ist es sehr hilfreich, wenn du einen verständnisvollen Freund an deiner Seite hast.

  • Tränen setzen ein Hormon frei, das Adrenocorticotropin, auch bekannt als Stresshormon. Und weiterhin zwei natürliche Schmerzmittel, Prolactin und Leucin-Enkephalin.
  • Das ist der Grund dafür, warum du dich nach dem Weinen ruhiger fühlst.

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2. Weinen hilft dir, Schmerzen zu verarbeiten

Es gibt wohl nichts Schmerzhafteres als den Verlust eines geliebten Menschen oder ein gebrochenes Herz. In diesen Momenten, wenn deine Gefühle äußerst verletzlich sind, kann es vorkommen, dass du sehr chaotische Gedanken hast.

Wenn du Trauer oder Schmerz empfindest, dann ist es völlig normal, dass du weinst. Sei ganz unbesorgt, Weinen ist der beste Weg, all diese Emotionen zu bewältigen. Deine negativen und schweren Gefühle kommen an die Oberfläche. Sie werden greifbar und so kannst du beginnen, sie zu verarbeiten.

Es ist wesentlich einfacher mit deinen Gefühlen umzugehen, wenn du sie irgendwie erfassen kannst. Sie sind dann nicht mehr undefiniert und nebulös. Weinen ist ein wichtiger Schritt dahin, emotionale und auch körperliche Schmerzen zu bewältigen und zu verarbeiten.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Wenn ein Kind von seinem Fahrrad fällt und sich dabei verletzt, kommt seine erste Reaktion ganz automatisch.  Es weint, weil es durch den Sturz körperlichen Schmerz empfindet. Das gleiche gilt auch für deine Gefühle: du versuchst, das auszudrücken, was dich verletzt.

3. Weinen ist gesund und verbessert deine Stimmung

Stimmung - Weinen ist gesund

Wenn du weinst, produziert dein Körper Endorphine. Diese Endorphine können deine Stimmung erheblich verbessern.

Wie wir vorhin bereits erwähnt haben, können dir deine Tränen ein großes Gefühl von Erleichterung schenken. Durch sie kannst du dich von dem Druck befreien, der sich in dir aufgestaut hat.

Das wiederum kann dir helfen, dass du dich auch mit dir selber wohler fühlst und zufriedener mit dir bist. So kann Weinen auch Stimmungsschwankungen mildern.

  • Wenn du aus Kummer oder Traurigkeit weinst, wirst du dich danach nicht absolut glücklich und zufrieden fühlen. Dennoch wirst du nach dem Weinen eine deutliche Besserung deiner Stimmung und deiner Gefühle bemerken.
  • Du wirst die ganze Situation klarer sehen können und wirst vielleicht einen neuen Blickwinkel darauf gewinnen. Wir alle gehen durch schwere Zeiten und manchmal brechen wir sogar unter der Last zusammen. Doch nachdem wir durch den Kummer und Schmerz gegangen sind, werden wir aus dieser Situation gestärkter hervorgehen.

4. Weinen lindert psychosomatische Beschwerden

Dein Gehirn funktioniert folgendermaßen: Wenn es merkt, dass irgendetwas nicht gut für dich ist oder dich verletzt, dann sendet es automatisch eine Warnmeldung an den Körper. Unser Geist und unsere Gedanken sind sehr mächtig. Manchmal aber sind sie auch ein zweischneidiges Schwert.

Wenn du dich nicht regelmäßig von negativen Emotionen, Gefühlen und auch von trüben Gedanken befreist, läufst du Gefahr, früher oder später unter psychischen oder auch psychosomatischen Symptomen zu leiden. Vielleicht wirst du Depressionen bekommen oder eine Angststörung entwickeln. Dies kann auch Einfluss auf dein Selbstwertgefühl haben und es schwächen.

All diese Probleme rufen automatisch bestimmte Reaktionen in deinem Körper hervor.

Denke an Menschen, die permanent depressiv oder traurig sind. Meistens können sie ihre Gefühle nicht ausdrücken und behalten sie stattdessen tief in sich. Sehr häufig neigen solche Menschen zu Verdauungsbeschwerden oder leiden gar an Essstörungen. Darüber hinaus sind sie wesentlich anfälliger für Atemwegsbeschwerden sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Redewendungen wie beispielsweise „das nimmt mir die Luft zum Atmen“ oder auch „ein schweres Herz haben“ kommen nicht von ungefähr.

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5. Weinen kann deine Beziehungen verbessern

Beziehung - Weinen ist gesund

Oft verhalten wir uns in Stresssituationen anders als wir das sonst tun würden. Wenn du traurig bist, wütend, frustriert oder vielleicht sogar deprimiert, dann kann es vorkommen, dass du Dinge sagst oder tust, die du später bereust.

Sobald wir unsere Gefühle zu oft für uns behalten und sie nicht zulassen, kann das dazu führen, dass sich großer Druck in uns aufbaut. Dadurch könnten wir dann zu impulsiven und unüberlegten Reaktionen neigen und uns selbst oder andere verletzen.

Vielleicht glaubst du, dass sowieso niemand weiß und auch keiner verstehen kann, wie du dich in solchen Zeiten fühlst. Du meinst vielleicht, dass du niemanden brauchst, der dir dabei helfen könnte, deine Schmerzen und deinen Kummer zu überwinden. Dadurch distanzierst du dich automatisch von den Menschen, die dir so gerne beistehen würden.

Und diese Distanz und die Einsamkeit verschlimmern die ganze Situation nur noch mehr.

Es gibt kein schöneres Gefühl als sich verstanden zu fühlen. Du kannst spüren, wie wichtig du für deine Liebsten und dir nahestehenden Menschen bist.

Die allermeisten von uns wünschen sich, dass jemand sich für ihre Gedanken und Probleme interessiert. Wenn es allerdings um die Angst vor emotionaler Verletzung geht, verlässt einige Menschen dann doch der Mut.

Deine zwischenmenschlichen Beziehungen werden sich deutlich verbessern, wenn du anderen Menschen dein Vertrauen schenkst. Vertrauen bedeutet nämlich auch Dinge miteinander zu teilen. So wirst du verstehen und fühlen, dass du von dem anderen beschützt bist. Dadurch fühlst du dich dann sicherer. Die gegenseitige Fürsorge für das Wohlbefinden des anderen ist ein sehr menschliches Bedürfnis.

6. Weinen ist gesund für deine Augen

Wenn du weinst, dann werden dadurch automatisch deine Augenschleimhäute befeuchtet.

Das bedeutet im Umkehrschluss: wenn du deine Tränen unterdrückst, dann verhindert das die notwendige Befeuchtung deiner Augen. Dadurch kann deine Sehfähigkeit beeinträchtigt werden, da deine Augen zu trocken sind. Eine sehr wichtige Aufgabe deiner Tränen ist es nämlich, deine Augen zu befeuchten. Du siehst also, Weinen ist gesund für deine Augen.

Wichtig ist es, dass du dir darüber bewusst bist, dass deine Tränen durch eine Reihe chemischer Reaktionen entstehen. Sie werden durch verschiedene Faktoren ausgelöst:

  • Deine individuelle Lebenssituation
  • Äußere Einflüsse, die die Augenschleimhaut reizen oder irritieren
  • Biochemische Reaktionen zwischen deinem Gehirn (Erinnerungen, Gedanken, Gefühle) und deiner Persönlichkeit sowie deiner momentanen Verfassung.

Du verstehst nun sicherlich, wie wichtig es ist, dir deine Tränen zu erlauben. Weinen ist gesund. Habe den Mut, öfter zu weinen.

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