Verbale Gewalt: 6 Anzeichen dafür, dass du ein Opfer bist

· 7 März, 2017
Verbale Gewalt hinterlässt keine sichtbaren Spuren, doch sie ist gleich grausam und verwerflich wie physischer Missbrauch. Manchmal sind sich die Opfer gar nicht darüber bewusst, dass sie verbal missbraucht werden. 

Worte sind erstaunlich mächtig, sie können dich aufbauen oder niederschmettern, beruhigen oder verletzen. Viele Menschen vergessen das, andere nutzen diese Tatsache aus. Erfahre in unserem heutigen Artikel mehr über verbale Gewalt.

Das Zusammenleben sorgt für Konflikte, die ganz natürlich sind und bis zu einem gewissen Ausmaß auch positiv sein können. Doch oft sind Streitereien verletzend und sehr negativ.

Verbale Gewalt ist ein häufiges Problem, wobei Frauen besonders oft zum Opfer werden. Diese Art der Aggression hat zum Ziel, zu verletzen anstatt dem Partner zu helfen, besser zu sein. 

Wenn Worte Gedanken und Glaubenseinstellungen beeinträchtigen, ist es oft sehr schwierig festzustellen, ob es sich dabei tatsächlich um verbale Gewalt handelt.

Anschließend findest du die häufigsten Anzeichen, die darauf hinweisen, dass verbaler Missbrauch stattfindet.

1. Verbale Gewalt bedeutet nicht nur Schreien

Manche denken, dass man nur dann zum Opfer verbaler Gewalt wird, wenn der Partner laut wird und sich in einem Ausbruch entlädt.

In Wirklichkeit geht es dabei um bestimmte Verhaltensweisen, durch die das Opfer manipuliert wird, damit es an den eigenen Überzeugungen und Anschauungen, dem eigenen Gedächtnis oder der eigenen Vernunft zweifelt. 

Der Täter kann Drohungen aussprechen, die dir oder einer von dir geliebten Person weh tun, doch dies kommt nicht immer vor. Wenn sich jemand nicht aggressiv verhält, bedeutet das noch nicht, dass er keinen Missbrauch ausübt.

Wir empfehlen auch diesen Beitrag: Emotionale Manipulation in einer Beziehung vermeiden

Der Täter kann sehr liebevoll handeln und so die Wirkung intensivieren. Das Opfer der verbalen Gewalt hat immer Angst, dass der Partner die Beherrschung verliert.

2. Dein Partner macht schmerzliche Vergleiche, beschuldigt dich, ist eifersüchtig und besitzergreifend

Frau übt verbale Gewalt aus

Wenn dein Partner verbal aggressiv ist, wird er dich ständig vergleichen, entweder mit deiner hübschesten Freundin oder mit deinen nahestehendsten Freunden.

Er wird dir immer sagen, dass andere besser sind als du.

In manchen Fällen kann dies auf subtile Weise passieren. Vielleicht genügt schon ein Hinweis auf eine Persönlichkeit, um dich minderwertig fühlen zu lassen. 

Der Partner wird dich ständig beschuldigen, auch wenn es um Dinge geht, die du nicht kontrollieren kannst.

Er wird deine Arbeit, dein Gehalt, deine Kleidung, deinen Körper usw. kritisieren und dir deine Fehler ständig mit dem Vergrößerungsglas vorhalten.

Darüber hinaus erzählt er deinen Freunden immer Negatives, insbesondere wenn es sich um Freunde des anderen Geschlechtes handelt.

Er hasst es, wenn du Anrufe von Arbeitskollegen bekommst und hat nicht gerne, dass du am Gesellschaftsleben teilnimmst.

3. Du weißt nicht, wann du beschimpft oder beleidigt wurdest

Alle denken, dass es einfach ist, ein Opfer verbaler Gewalt zu erkennen. Doch in Wirklichkeit leiden viele Personen schon seit ihrer Kindheit unbewusst daran, was sich dann in einer Paarbeziehung oft wiederholt. 

Der Täter kann sein Ziel durch Scherze oder Witze erreichen, die dich schlecht fühlen lassen. Es kann sich um einen abwertenden Kommentar handeln, der von einem Lächeln begleitet wird und der deine Fähigkeiten und Werte angreift.

Es ist unwichtig, ob der Partner nach außen sanft und freundlich erscheint, frage dich, wie er dich fühlen lässt mit seinen „unschuldigen“ Kommentaren.

4. Du wirst anderen gegenüber selbst zum Täter

Frau leidet an verbaler Gewalt

Auch wenn du selbst Opfer bist, kannst du zum Täter werden. Das Muster der verbalen Gewalt ist nur sehr schwer zu brechen. 

Nur wenn du spürst, dass ein schwerwiegendes Problem vorhanden ist und du Hilfe suchst, hast du Chancen, diesen Kreislauf zu unterbrechen.

Wenn du in einem Umfeld aufgewachsen bist, in dem deine Eltern ihre Emotionen nicht kontrollieren konnten, kann es sein, dass auch du gegenüber deinem Kind verbale Gewalt verwendest. Denn du kannst deine Gefühle nicht beherrschen. 

Auch wenn du es schaffst, mit einer missbräuchlichen Beziehung Schluss zu machen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du selbst verbale Gewalt an deinem nächsten Partner ausübst.

5. Wie fühlst du dich?

Es ist sehr wichtig, dir in einer Beziehung manchmal die Frage zu stellen, wie du dich fühlst. Die Antwort wird dir helfen zu verstehen, ob dich dein Partner tatsächlich glücklich macht und deine Selbstsicherheit fördert.

Wenn du unter verbaler Gewalt leidest, wird das Selbstwertgefühl schnell zusammenbrechen. 

Je länger du leidest, umso wahrscheinlicher ist es, dass du Beleidigungen und Kritik als gerechtfertigt betrachtest.

Du kannst damit beginnen, dich zu fragen, warum du Angst hast oder immer traurig und nervös bist, wenn du mit deinem Partner zusammen bist.

Wir empfehlen auch diesen Artikel: Nicht du bist das Problem, sondern dein Selbstwertgefühl

6. Verbaler Missbrauch ist ein Problem, das gelöst werden muss

verbale Gewalt zwischen Partnern

Tatsache ist, dass wir alle Fehler machen und Probleme haben. Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten sind in einer Beziehung ganz normal.

Du solltest deinem Partner jedoch nie erlauben,

  • dass er dich minderwertig fühlen lässt. Natürlich gibt es Situationen und Personen, die über dir stehen, doch du solltest nie den Unterschied zwischen Bescheidenheit und negativen Botschaften vergessen;
  • dass er in dir negative Emotionen wie Traurigkeit und Depression erzeugt. Wenn du dich immer schlecht fühlst und siehst, dass dein Partner mehr negative als positive Gefühle erzeugt, solltest du dich distanzieren.

Lesetipp: Ich habe an einer toxischen, schädlichen Beziehung gelitten

Wenn du glaubst, Opfer verbaler Aggressionen zu sein und die genannten Situationen bereits erlebt hast, ist es wichtig, Hilfe von einem Psychologen oder Therapeuten in Anspruch zu nehmen, um damit Schluss zu machen.