Schwere Depression: 6 wissenswerte Aspekte

Eine schwere Depression wird normalerweise mit einer Kombination aus Arzneimitteln und einer kognitiven Verhaltenstherapie behandelt. 

Eine schwere Depression ist nach dem internationalen Klassifikationssystem die stärkste Form einer depressiven Episode.

Zwar leben wir in einer sehr fortschrittlichen, hoch technologischen Gesellschaft, doch was unsere Welt der Emotionen anbelangt, gibt es noch immer viele Probleme, die auf eine Lösung warten.

Sehr viele Menschen leiden immer häufiger an Depressionen. Es handelt sich inzwischen um eine der meist verbreiteten Krankheiten, über die jedoch nicht viel gesprochen wird, denn nicht jeder kann mit dieser unbequemen Realität richtig umgehen.

Wenn die Wahrheit ausgesprochen wird, erhält man sehr oft die Antwort „fasse Mut, mit etwas Wille und Freude wirst du diese Situation überwinden, du musst einfach deine Einstellung verändern“. 
Die Depression wird von vielen mit Traurigkeit assoziiert, doch um diese zu überwinden ist es nicht ausreichend, etwas mehr zu lächeln oder die Luft zu verändern… Eine schwere Depression ist weitaus tiefgründiger und komplizierter.
Traurigkeit wird zwar als negativ betrachtet, doch sie hilft, über gewisse Situationen nachzudenken, eine Innenschau zu halten und so Schmerzen und Schwierigkeiten zu überwinden.
Eine schwere Depression verläuft jedoch völlig anders: Wenn darin Traurigkeit vorkommt, ist diese nicht adaptativ. Es spielen sich verschiedene sehr dunkle innere Prozesse ab, die Betroffene hilflos und krank machen.
In unserem heutigen Beitrag geht es um verschiedene Faktoren, die dabei berücksichtigt werden müssen.

Schwere Depression und Anhedonie

Als Anhedonie bezeichnet man die Unfähigkeit, Freude, Interesse und Lust zu empfinden, was bei einer schweren Depression der Fall ist. Diese geht nämlich weit über Traurigkeit hinaus und ist quälend und hartnäckig.

Die Anzeichen für Anhedonie können wie folgt zusammengefasst werden: 

  • kein Interesse an der Umwelt
  • Unfähigkeit, Freude zu empfinden
  • extreme Müdigkeit
  • kontinuierliche Reizbarkeit
  • fehlende Initiative
  • Unfähigkeit, Aktivitäten durchzuführen (nicht aus physischen Gründen), sondern aus Mangel an Energie, Lust und Motivation…

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2. Bestimmte Symptome sind immer vorhanden

schwere Depression durch Maltherapie behandeln

Im amerikanischen Klassifikationssystem DSM-V werden verschiedene sehr konkrete Symptome aufgelistet, von denen mindestens 5 vorhanden sein müssen, um eine schwere Depression zu diagnostizieren.

Dazu zählen folgende Symptome:

  • Depressiver Gemütszustand, der sich fast den ganzen Tag über einen längeren Zeitraum bemerkbar macht,
  • Verlust des Interesses an Aktivitäten, die der betroffenen Person davor Spaß machten,
  • Schlaflosigkeit oder zu viel Schlaf,
  • Gewichtsverlust oder -zunahme in kurzer Zeit,
  • Konzentrationsprobleme und die Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen,
  • Schuldgefühle,
  • extreme Müdigkeit,
  • Selbstmordgedanken oder
  • motorische Langsamkeit.

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3. Ausschließende Aspekte, die nicht mir schwerer Depression assoziiert werden

Diagnosehandbücher erklären, dass es darüber hinaus eine Reihe von Anzeichen gibt, die nicht vorhanden sein dürfen, wenn die Diagnose „schwere Depression“ gestellt wird.

Dazu gehören folgende:

  • Eine schwere Depression wird nicht während einer Trauerzeit, nach dem Verlust oder der Trennung von einer geliebten Person diagnostiziert (die Trauer ist ein normaler Prozess, um einen Verlust zu überwinden).
  • Die betroffene Person kann auch nicht an einer manischen Phase, einer psychotischen Störung oder anderen Krankheiten leiden.

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4. Es gibt nicht nur eine Art von schwerer Depression

Frau zieht an einer Wolke und erleidet schwere Depression

Wenn man von mentalen Störungen spricht, muss man sich darüber bewusst sein, dass jeder Fall unterschiedlich und jede Person einzigartig ist und deshalb auch unterschiedliche Anzeichen aufweist, die individuell behandelt werden müssen.

Außerdem ist es wichtig zu betonen, dass es innerhalb der Kategorie schwere Depression verschiedene Untertypen gibt.

Zu den Subtypen zählen folgende:

  • Einzelne Episode schwerer Depression: Die betroffene Person leidet daran nur ein einziges Mal im Leben.
  • Wiederkehrende schwere Depression: In diesem Fall sieht die Wirklichkeit bedeutend schwieriger aus, leider ist dies die am häufigsten auftretende Art von Depression. Sehr viele leiden bereits in der Jugend an einer schweren Depression, die sich später im Erwachsenenalter mehrfach wiederholen kann. 

5. Ursachen für schwere Depression

Die schwere Depression ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Schattierungen, schwarzen Löchern und Lagunen, sowohl für die Wissenschaft als auch die Patienten selbst.

Dies ist deshalb so, weil es sich im Allgemeinen um eine Störung handelt, die nicht nur einen einzigen Auslöser hat, sondern durch verschiedenste Faktoren beeinträchtigt wird.

Die wichtigsten davon sind:

  • Genetische Vorbelastung,
  • die Erziehung oder erlebte Traumata spielen ebenfalls eine Rolle,
  • in der Jugend erfahrene Widrigkeiten und das soziale Umfeld sind auch Faktoren, die berücksichtigt werden müssen.
  • Die Persönlichkeit des Betroffenen ist ebenfalls grundlegend (niedriges Selbstwertgefühl, angelernte Wehrlosigkeit, kognitive Probleme…).
  • Finanzielle Probleme in Krisenzeiten sind auch mögliche Faktoren, die die Krankheit verschlimmern können.

Darüber hinaus ist etwas Grundlegendes nicht zu vergessen: Sehr oft verseckt sich hinter einer schweren Depression eine chemische Störung, zum Beispiel ein Mangel an Dopamin, deshalb ist es von großer Wichtigkeit, die richtigen Arzneimittel einzunehmen.

6. Schwere Depression: eine Behandlung ist möglich!

Schwere Depression einer Frau

Zur Behandlung einer schweren Depression müssen verschiedene Ansätze berücksichtigt werden, um damit tatsächlich erfolgreich sein zu können.

  • Psychopharmaka sind grundlegend und werden deshalb in den meisten Fällen verschrieben. Darüber hinaus wird meistens eine Psychotherapie eingeleitet. Sehr hilfreich kann dabei zum Beispiel eine kognitive Verhaltenstherapie sein.
  • Andererseits gibt es auch andere Techniken, wie Mindfulness oder Methoden zur Bewältigung von Emotionen, wie zum Beispiel die Rational-Emotive Verhaltenstherapie (REVT), das Selbstbehauptungstraining oder das Problemlösungstraining…

Jede betroffene Person muss selbst jene Strategien finden, die es ihr ermöglichen, den Ausgang aus dem dunklen Tunnel zu finden und sich der Depression zu stellen, um sich davon befreien zu können.

Bilder freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Agnes Cecile

 

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