Schilddrüse aus dem Gleichgewicht: Welche Folgen können auftreten?

· 13 Oktober, 2015
Wenn du grundlos zu- oder abnimmst, häufig an Muskelschmerzen leidest, Konzentrationsprobleme, Angst oder übermäßige Traurigkeit verspürst, könnte dies auf eine Schilddrüsenstörung zurückzuführen sein.

Die Schilddrüse spielt eine bedeutende Rolle für unseren Organismus und den Stoffwechsel. Sie hat die Form eines Schmetterlings und befindet sich im Hals unterhalb des Kehlkopfes.

Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, kann es zu verschiedensten Beschwerden kommen. In diesem Beitrag erfährst du mehr darüber.

Die Schilddrüse – wichtig aber meist unbeachtet

Wir sind uns meist der Wichtigkeit der Schilddrüse nicht bewusst, solange dieses keine Beschwerden verursacht. Sie ist für die Produktion verschiedener Hormone zuständig und kontrolliert unterschiedliche Aktivitäten.

Die zwei häufigsten Schilddrüsenstörungen sind:

  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion): Die Schilddrüse produziert mehr Hormone als der Organismus benötigt.
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion): Die Schilddrüse produziert zu wenig Hormone.

Folgende Krankheiten werden durch eine Störung der Schilddrüse verursacht:

  • Kropf: Vergrößerung der Schilddrüse.
  • Schilddrüsenkrebs
  • Knoten in der Schilddrüse
  • Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung).

Fast 12% der Bevölkerung leidet an Schilddrüsenstörungen. Ein sehr hoher Prozentsatz leidet irgendwann im Leben an einem Ungleichgewicht dieses so wichtigen Organs.

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Anzeichen für Schilddrüsenstörungen

Der Körper gibt uns sehr häufig Signale, auf die wir jedoch oft nicht hören. Es ist sehr wichtig, aufmerksam zu sein und mögliche Anzeichen für Schilddrüsenstörungen zu erkennen:

Müdigkeit und Schlafstörungen

Dies ist eines der Hauptsymptome einer Schilddrüsenstörung. Wenn du dich sehr müde fühlst, 10 Stunden lang schläfst und trotzdem noch nicht ausgeschlafen bist und wenn es dir an Energie mangelt, könnte die Ursache dafür Hypothyreose sein.

Wenn du Schwierigkeiten beim Einschlafen hast oder immer zu munter bist, könnte dies auf Hyperthyreose zurückzuführen sein, denn dabei wird der Herzrhythmus beschleunigt.

Schlafstörungen aufgrund von Schilddrüsenstörungen

Gewichtsveränderung

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kommt es zu einer Gewichtszunahme, wobei sich das Abnehmen sehr schwierig gestaltet. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist genau das Gegenteil der Fall.

Gemütszustand

Mentales und psychologisches Ungleichgewicht ist ebenfalls ein häufiges Anzeichen für eine Schilddrüsenstörung. Bei einer Überfunktion kommt es sehr oft zu Angstzuständen, Panikattacken und ständiger Unruhe sowie Konzentrationsschwierigkeiten.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion entstehen häufig Depressionen, Traurigkeit und Erschöpfung im Alltag. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Serotoninwerte erhöht sind. Auch hier kann es zu Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten kommen.

Darmbeschwerden

Bei Hypothyreose kommt es häufig zu schwerer Verstopfung (da der gestörte Hormonhaushalt den Verdauungsprozess verlangsamt).

Hyperthyreose-Patienten leiden oft an Durchfall oder Reizdarm.

Muskeln und Gelenke

Muskelschmerzen und Schilddrüse

Wenn deine Muskeln plötzlich „taub“ werden, die Extremitäten schmerzen oder du bemerkst, dass deine Füße oder Hände „einschlafen“, kann diese auf eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen zurückzuführen sein. Dabei kann es auch zu folgenden Symptomen kommen:

  • Steifheit
  • Schmerzen
  • Entzündung
  • Schwäche
  • Tendinitis

Wenn du Schwierigkeiten hast, ein Objekt in der Hand zu halten, die Treppen hochzusteigen etc., könnte dies auch an einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen liegen.

Fortpflanzungsorgane

Frauen mit einer Schilddrüsenunterfunktion haben häufig längere, unangenehme und schmerzreiche Menstruationen. Es kann auch zu Unfruchtbarkeit und einem gestörten Hormonhaushalt (z.b. prämenstruelles Syndrom) kommen. Bei beiden Geschlechtern kann mangelnde Libido die Folge sein.

Frauen mit einer Schilddrüsenüberfunktion haben meist kürzere Perioden, die möglicherweise erst zu spät eintreffen. Auch hier kann die Fruchtbarkeit gestört sein.

Haut und Haare

Haarwachstum und Schilddrüse

Wenn deine Haare sehr trocken und brüchig sind und du an Haarausfall leidest, könnte dies ebenfalls durch eine Schilddrüsenstörung verursacht werden. Wenn außerdem deine Haut trocken ist und deine Nägel brüchig, handelt es sich möglicherweise um eine Schilddrüsenunterfunktion.

Bei einer Überfunktion kann es ebenfalls zu Haarausfall kommen, doch nur am Kopf. Die Haut wird dabei meist empfindlich und delikat.

Körpertemperatur

Wer ständig an kalten Händen und Füßen leidet, Schüttelfrost hat oder unter 37º Körpertemperatur aufweist, könnte an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden.

Wenn du jedoch stets überhitzt bist, auch im Winter, könnte daran eine Schilddrüsenüberfunktion schuld sein.

Cholesterin

Bei Hypothyreose sind die LDL- und/oder HDL-Werte meist erhöht, auch wenn man auf eine gesunde Ernährung achtet. Bei Hyperthyreose sind die Cholesterinwerte jedoch häufig sehr niedrig.

Blutdruck

Blutdruck und Schilddrüse

In verschiedenen Studien wird darauf hingewiesen, dass Personen mit Hypothyreose ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck haben. Genau das Gegenteil ist bei einer Schilddrüsenüberfunktion der Fall: Hier erhöht sich der systolische Blutdruck, der diastolische Blutdruck sinkt jedoch.

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Herz

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Herzrhythmus meist langsam (ungefähr 20 Pulsschläge pro Minute weniger als normal).

Bei einer Überfunktion schlägt das Herz bedeutend schneller, dies ist auch zu spüren.

Hals

Kropf gehört zu den häufigsten Schilddrüsenbeschwerden. Dabei vergrößert sich die Schilddrüse und schwillt im Halsbereich an. Eine Folge davon ist Heiserkeit. Sowohl bei einer Überfunktion, als auch bei einer Unterfunktion kann es zu Kropf kommen.

Gibt es Personen, die für Schilddrüsenstörungen anfälliger sind?

Hypothyreose

3 Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Schilddrüsenstörung zu erkranken:

  • Familiäre Vorbelastung,
  • Geschlecht und Alter (bei Frauen und Personen über 40 Jahren treten diese Störungen häufiger auf), 
  • Tabakkonsum (Zigaretten enthalten Schadstoffe, die für die Schilddrüse schädlich sind).