Sarsaparille: Vorteile, Risiken und Nebenwirkungen

31 Mai, 2020
Die Sarsaparille ist für ihre zahlreichen und sehr vielseitigen medizinischen Anwendungsmöglichkeiten bekannt. Allerdings kann sie wie andere Arzneipflanzen ebenfalls Nebenwirkungen verursachen. Erfahre heute mehr über diese Pflanze. 

Die Sarsaparille, auch als Stechwinde bezeichnet, ist für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Es handelt sich um ein Stechwindengewächs (Smilacaceae), das bis zu 15 Meter erreichen kann. Es gibt verschiedene Arten, doch in der Phytotherapie kommen meist die amerikanischen Stechwinden zum Einsatz, zu denen unter anderem folgende gehören: Smilax ornata, Smilax officinalis, Smilax medica, Smilax siphilitica.

Ein Artikel, der in der Zeitschrift Pharmacological Research veröffentlicht wurde, informiert darüber, dass diese Arzneipflanze entzündungshemmende und immunmodulatorische Eigenschaften aufweist. Zwar müssen die Wirkungen noch genauer erforscht werden, doch die Sarsaparille steht schon länger als Nahrungsergänzungsmittel zur Verfügung. Erfahre heute Interessantes über ihre Eigenschaften.

Die Sarsaparille und ihre gesundheitlichen Vorteile

Die Forschungen über die Sarsaparille sind noch nicht abgeschlossen. Doch aus verschiedenen Veröffentlichung, wie zum Beispiel einem Artikel, der in der The Pharmacopoeia of United States of America publiziert wurde, geht hervor, dass diese Arzneipflanze viele Vorteile hat. Diese sind unter anderem auf die Konzentration der darin enthaltenen Phytochemikalien zurückzuführen. So enthält diese Arzneipflanze zum Beispiel Triterpene, Sarsaparillosid, Parillin, Smitilbin und Phenolverbindungen.

Die Studien über die Sarsaparille an Menschen sind schon älter und unzureichend, um ihre Vorteile zu bestätigen. Doch die mäßige Einnahme gilt für gesunde Erwachsene als sicher und sollte keine Probleme verursachen.

Wichtig ist, gegebenenfalls die Erstlinienbehandlung verschiedener Krankheiten zu berücksichtigen. Du solltest in diesem Fall immer zuerst Rücksprache mit deinem Arzt halten, da es über die Sicherheit und Effizienz dieser Arzneipflanze keine wissenschaftliche Evidenz gibt. Sie sollte deshalb mit Vorsicht zum Einsatz kommen.

Wir sehen uns anschließend an, in welchen Fällen die Sarsaparille zum Einsatz kommt.

1. Sarsaparille gegen Schuppenflechte

Die Wurzeln der Stechwinden finden schon seit mehreren Jahrzehnten bei Schuppenflechte zur unterstützenden Behandlung Verwendung. Die Wirkung ist in diesem Fall sogar wissenschaftlich nachgewiesen, was aus einer in der Zeitschrift International Immunopharmacology veröffentlichten Publikation hervorgeht.

Forscher weisen darauf hin, dass ein in dieser Arzneipflanze enthaltenes Steroid namens Zarzaponin die Fähigkeit hat, sich an Endotoxine zu binden, welche bei Patienten mit Psoriasis Hautverletzungen auslösen. So könnte die Sarsaparille also helfen, die Symptome zu verbessern.

Sarsaparille gegen Schuppenflechte
Die Wurzel der Sarsaparille kann bei der Behandlung von Schuppenflechte unterstützend sehr hilfreich sein.

Hast du diesen Beitrag schon gelesen? Ernährung bei Schuppenflechte: verschiedene Empfehlungen

2. Sarsaparille gegen Arthritis

Die Wurzeln dieser Stechwinden enthalten das Flavonoid Astilbin. In einer Studie, die in der Fachzeitschrift Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine veröffentlicht wurde, wies dieser pflanzliche Wirkstoff in Tierversuchen mit induzierter Arthritis entzündungshemmende Eigenschaften auf.

Auf diesem Gebiet sind weitere Studien an Menschen erforderlich, um diese Effekte zu bestätigen, die sehr vielversprechend zu sein scheinen. Anekdotische Daten weisen außerdem darauf hin, dass die Sarsaparille als Nahrungsergänzungsmittel (Pulver oder zerkleinert) bei Gelenkentzündungen helfen könnte. 

3. Syphilis

Die Stechwinden könnten sich auch vorteilhaft auf verschiedene sexuell übertragbare Krankheiten, wie Syphilis, auswirken. Sie können natürlich die Behandlung mit Antibiotika und anderen Medikamenten nicht ersetzen, jedoch unterstützend wirken, um das bakterielle Wachstum zu hemmen. 

Aus einem in der Zeitschrift Molecules veröffentlichten Artikel geht hervordass die Sarsaparille bei sechs verschiedenen Bakterienarten und einem Pilz positive Effekte zeigte. Die darin enthaltenen Phenolverbindungen sollen dafür verantwortlich sein. Auch auf diesem Gebiet sind weitere Studien notwendig.

4. Sarsaparille für die Leber

In einer in der Zeitschrift The Journal of Membrane Biology veröffentlichten Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass diese Arzneipflanze positive Wirkungen auf die Leber hat. Die darin enthaltenen Flavonoide können die Funktionen dieses Organs optimieren. Außerdem reduzieren sie die negativen Auswirkungen der freien Radikale.

Sarsaparille für die Leber
Die Sarsaparille hat sehr positive Eigenschaften für die Leber.

Auch dieses Wiesenkraut hat sehr vorteilhafte Eigenschaften: Gesundheitliche Vorzüge von Löwenzahn

Risiken und Nebenwirkungen

Auch wenn es noch an wissenschaftlicher Evidenz fehlt, ist die Sarsaparille für ihre positiven Eigenschaften bekannt. Allerdings müssen auch Risiken und Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Im Allgemeinen entstehen bei gesunden Erwachsenen keine Probleme, wenn sie diese Arzneipflanze in Maßen einnehmen.

Allerdings ist in folgenden Situationen Vorsicht geboten:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Chronische Krankheiten (immer zuerst den Arzt konsultieren)
  • Bei der Einnahme von Medikamenten: Es gibt keine Daten über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, doch diese Möglichkeit kann nicht ausgeschlossen werden. Lasse dich immer von deinem Arzt beraten.

Bislang wurde noch keine sichere Dosis festgelegt. Nahrungsergänzungsmittel mit Sarsaparille enthalten zwischen 100 und 1.000 mg. Es ist jedoch sehr wichtig, diese Menge nicht zu überschreiten. Zwar gibt es keine Informationen über ernste Nebenwirkungen, doch ein Übermaß könnte zu Magenreizungen führen.

Abschließend erwähnen wir noch kurz, dass die U.S. Food and Drug Administration diese Arzneipflanze nicht anerkennt, da es an wissenschaftlicher Evidenz über ihre Sicherheit und Effizienz mangelt. Sie sollte deshalb in Maßen und nur unterstützend zum Einsatz kommen.

  • Jiang, J., Wu, F., Lu, J., Lu, Z., & Xu, Q. (1997). Anti-inflammatory activity of the aqueous extract from Rhizoma smilacis glabrae. Pharmacological Research36(4), 309–314. https://doi.org/10.1006/phrs.1997.0234
  • Di, T. T., Ruan, Z. T., Zhao, J. X., Wang, Y., Liu, X., Wang, Y., & Li, P. (2016). Astilbin inhibits Th17 cell differentiation and ameliorates imiquimod-induced psoriasis-like skin lesions in BALB/c mice via Jak3/Stat3 signaling pathway. International Immunopharmacology32, 32–38. https://doi.org/10.1016/j.intimp.2015.12.035
  • Kim, J. H., Kismali, G., & Gupta, S. C. (2018). Natural Products for the Prevention and Treatment of Chronic Inflammatory Diseases: Integrating Traditional Medicine into Modern Chronic Diseases Care. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Hindawi Limited. https://doi.org/10.1155/2018/9837863
  • She T, Zhao C, Feng J, et al. Sarsaparilla (Smilax Glabra Rhizome) extract inhibits migration and invasion of cancer cells by suppressing TGF-β1 pathway. PLoS One. 2015;10(3):e0118287. Published 2015 Mar 5. doi:10.1371/journal.pone.0118287
  • Xu, S., Shang, M. Y., Liu, G. X., Xu, F., Wang, X., Shou, C. C., & Cai, S. Q. (2013). Chemical constituents from the rhizomes of Smilax glabra and their antimicrobial activity. Molecules18(5), 5265–5287. https://doi.org/10.3390/molecules18055265
  • Xia, D., Fan, Y., Zhang, P., Fu, Y., Ju, M., & Zhang, X. (2013). Protective effects of the flavonoid-rich fraction from rhizomes of smilax glabra roxb. on carbon tetrachloride-induced hepatotoxicity in rats. Journal of Membrane Biology246(6), 479–485. https://doi.org/10.1007/s00232-013-9560-9