Oppositionelles Trotzverhalten bei Kindern: Was tun?

30 Oktober, 2019
Weißt du, was das oppositionelle Trotzverhalten bei Kindern ist? Vielleicht hast du diesen Begriff noch nie gehört oder du suchst just nach Informationen zu dieser Verhaltensstörung. Denn du möchtest wissen, ob dein Kind von diesem Problem betroffen ist.

Psychologische Therapien sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung dieser Erkrankung bei Kindern. Doch sollten auch Eltern und Familie einbezogen werden und die Behandlung unterstützen.

Auf der therapeutischen Ebene gibt es verschiedene mögliche Vorgehensweisen. Erstens kann das Kind eine Psychotherapie auf individueller Basis besuchen. Dabei setzt man häufig die kognitive Verhaltenstherapie ein. Denn so möchte man erreichen, die sozialen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten des Kindes zu verbessern und ebenso zu einer besseren Kontrolle von Impulsen und Gefühlen zu gelangen.

Darüber hinaus ist auch eine weitere Sache wichtig: Die ganze Familie, insbesondere die Eltern, sollten in die Therapie einbezogen werden. Denn eine Familientherapie kann die Kommunikation fördern und zu einer besseren Konfliktlösung führen. Außerdem stellt sie auch eine emotionale und praktische Unterstützung für Eltern dar. Denn diese sind oft von der Situation überfordert.

Auf der anderen Seite versucht man in der Familientherapie auch, den Ursachen dieser Erkrankung auf die Spur zu kommen und dann eine Lösung dafür zu finden. Heutzutage nimmt man an, dass die Ursache für diese Störung meist diese ist: Das Problem ist ein bestimmtes Verhaltensmuster, das das Kind in den ersten Lebensjahren von den Bezugspersonen erlernt. Aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen. So zum Beispiel kann Disziplinlosigkeit damit zu tun haben und auch Misshandlung oder traumatische und belastende Erlebnisse. Auch mangelnde Harmonie in der Familie.

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3. Medikamentöse Behandlung

Medikamente sind nicht unbedingt die übliche Behandlungsmethode bei oppositionellem Trotzverhalten bei Kindern. Denn sie können auch gesundheitliche Nebenwirkungen haben. Doch in einigen Fällen kann der Arzt eine Behandlung mit Antipsychotika in Betracht ziehen.

Dazu kommt es vor allem, wenn das Kind aggressives Verhalten zeigt, oder eine signifikante Verschlechterung auftritt; auch, wenn keine andere Therapieversuche zu einem Ergebnis geführt haben, oder das Risiko besteht, dass das Kind nicht länger in seiner Familie oder in der Schule bleiben kann.

Manchmal kann es vorkommen, dass diese Erkrankung mit anderen Verhaltensproblemen einhergeht. Dann kann der Arzt auch andere Arten von Medikamenten verschreiben. Dazu zählen zum Beispiel Anregungsmittel bei ADHS, oder Antidepressiva, wenn das Kind unter Phasen von Depression und Angstzuständen leidet. Dabei ist das Ziel, die Lebensqualität des Kindes zu verbessern. Aber die Nebenwirkungen der Medikamente sollte man dabei immer berücksichtigen.

Schließlich sei noch dies gesagt: Ganz wichtig ist, dass sowohl das Kind als auch seine Familie und Freunde große Anstrengungen unternehmen müssen. Es braucht viel Geduld und auch viel Liebe und Zuneigung. Diese Art von psychischer Störung ist eine große Belastung für alle Beteiligten. Alle leiden darunter und fühlen sich verzweifelt. Außerdem herrscht ein ständiges Gefühl von Hilflosigkeit vor. Doch lass dir sagen: Mit der richtigen Behandlung und einer positiven Einstellung kann diese Erkrankung überwunden werden.

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