Mastodynie: Anzeichen und Ursachen

Mastodynie, ein Spannungsgefühl beider Milchdrüsen, tritt meist im Rahmen eines prämenstruellen Symptoms auf. Mögliche andere pathologische Ursachen sollten jedoch abgeklärt werden.
Mastodynie: Anzeichen und Ursachen

Letzte Aktualisierung: 02. Februar 2020

Mastodynie ist die medizinische Bezeichnung für Spannungsgefühle in den Brüsten. Viele Frauen leiden darunter, vor allem im fruchtbaren Alter vor den Wechseljahren.

Es gibt verschiedene Arten und Ursachen der Schmerzen in diesem Bereich. Um die 70 % aller Frauen geben an, diese Erfahrung irgendwann in ihrem Leben gemacht zu haben. Auch wenn es als Alarmsignal verstanden werden kann, ist es in der Mehrzahl der Fälle doch so, dass Mastodynie auf ein prämenstruelles Syndrom zurückzuführen ist und keine tiefer liegenden pathologischen Ursachen zu Grunde liegen.

Es gibt jedoch auch Fälle, wo Mastodynie Anzeichen bestimmter Erkrankungen sein können. Tatsächlich kann auch Brustkrebs solch einen Schmerz hervorrufen; dies passiert jedoch nur in sehr seltenen Fällen. In diesem Artikel führen wir die häufigsten Ursachen von Mastodynie auf, um über deren Verschiedenartigkeit aufzuklären. Es ist wichtig, diese zu kennen um frühzeitig pathologische Ursachen diagnostizieren zu können.

Welches sind die wahrscheinlichsten Ursachen von Mastodynie?

Zuallererst ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Mastodynie normalerweise hormonbedingt auftritt. Im Laufe des Menstruationszyklus der Frau durchlaufen hauptsächlich die Hormonspiegel von Östrogenen und Progesteronen verschiedene Phasen.

Nach dem Eisprung bleibt der Hormonspiegel bis kurz vor der Menstruation hoch. Dadurch werden die Milchgänge und -drüsen vergrößert und gleichzeitig Gewebeflüssigkeit innerhalb der Brüste gespeichert. Die Brüste vergrößern sich, was schmerzhaft sein kann.

In solchen Fällen wird die Mastodynie als zyklisch bezeichnet. Das Spannungsgefühl folgt einem durch den Menstruationszyklus bestimmten Muster, indem es immer kurz vor der Menstruation am stärksten ist. Manche Frauen spüren es sogar schon ab dem Zeitpunkt des Eisprungs.

Temperaturmessung unregelmaessiger Zyklus und Mastodynie

Dieser Schmerz lässt sich außerdem durch bestimmte Anzeichen eingrenzen. Das Spannungsgefühl tritt in der ganzen Brust auf und führt dazu, dass der ganze Bereich deutlich empfindlicher ist als gewöhnlich. Manche Frauen haben dadurch Probleme, sich einen BH anzulegen, oder spüren die Schmerzen bis in den Achselbereich.

Die durch Hormonschwankungen bedingte Mastodynie wird normalerweise mit hormonellen Verhütungsmitteln behandelt. Es ist erwiesen, dass Antikonzeptiva helfen, den Schmerz zu reduzieren, auch wenn das nicht immer der Fall sein muss. Manchmal tritt ein Spannungsgefühl auch als Nebeneffekt von Verhütungsmitteln auf.

Welche nichtzyklischen Ursachen von Mastodynie gibt es?

Wenn sich bei der Mastodynie kein bestimmtes Muster erkennen und sie sich nicht auf Hormonschwankungen zurückführen lässt, müssen die wahren Ursachen ergründet werden. Zunächst muss man ausschließen, dass der Schmerz durch äußere Einwirkungen wie einen Schlag verursacht wurde.

Außerdem ist es von großer Wichtigkeit zu klären, welche Medikamente die betroffene Frau gerade einnimmt. Das ist deshalb so entscheidend, weil es viele Medikamente gibt, die Mastodynie als Nebenwirkung produzieren können. Dazu zählen zum Beispiel Antidepressiva oder verschiedene Arten von Hormontherapien.

Eine frühere Brustoperation kann auch Ursache der Mastodynie sein, selbst wenn sie schon lange zurückliegt. Es kommt relativ häufig vor, dass bei solch einem Eingriff ein Nerv verletzt wurde oder die Narbe Schmerzen hervorruft.

Zysten im Brustbereich

Zysten im Brustbereich sind kleine, mit Gewebeflüssigkeit gefüllte Hohlräume, die sich in der Brust bilden. Sie sind gutartig und müssen oftmals gar nicht behandelt werden, es sei denn, sie sind mit Beschwerden und Spannungsgefühlen verbunden. Sie können in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch nach den Wechseljahren.

Knoten / Brustkrebs

Der Brustkrebs zählt zu den häufigsten bei Frauen auftretenden Krebserkrankungen. Es kommt jedoch nur sehr selten vor, dass er durch Brustschmerzen erkannt wird. Nichtsdestotrotz ist es von großer Wichtigkeit, bei der Diagnose Brustkrebs auszuschließen. Dafür kommen Diagnosetechniken wie die Mammographie zum Einsatz.

Mammographie Ultraschall

Wie wird Mastodynie diagnostiziert?

Um die genaue Diagnose der Brustspannungen zu ermöglichen, ist es sehr wichtig, dem Arzt die Beschwerden in allen Einzelheiten zu erklären. Man muss sich bewusst machen, wo genau der Schmerz auftritt, ob es nur ein Teilbereich oder die ganze Brust ist. Außerdem ist der Zeitraum, in dem die Spannungsgefühle auftreten, entscheidend.

Der Arzt kann zusätzlich verschiedene Diagnosemethoden anwenden. Die am meisten benutzten sind Mammographie und Ultraschall. Manchmal wird auch eine Biopsie durchgeführt, um die Ursachen genauer einzugrenzen.

Fazit

Mastodynie kommt sehr häufig vor und fast jede Frau leidet irgendwann in ihrem Leben darunter. Normalerweise lassen sich die Beschwerden auf Hormonschwankungen zurückführen und ihnen liegt keine ernste Erkrankung zu Grunde. Trotzdem ist es wichtig, im Zweifelsfall die Symptome ärztlich abklären zu lassen, um mögliche pathologische Ursachen auszuschließen.

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