Liebe und Gehirn: Wie reagiert das Gehirn, wenn du verliebt bist?

Es mag sich wie Magie und Schmetterlinge anfühlen, allerdings kommt alles von deinem Gehirn. Erfahre jetzt mehr über die faszinierende Verbindung von Liebe und Gehirn.

Auch wenn häufig gesagt wird, dass das Herz involviert ist, wenn es um Liebe geht, ist das Gehirn dafür zuständig, dass du „Schmetterlinge“ und andere Gefühle im Bauch empfindest. Im heutigen Artikel wollen wir einen Blick auf den Zusammenhang zwischen Liebe und Gehirn werfen und dir erklären, wie der Geist reagiert, wenn du dich verliebst.

Liebe und Gehirn

Verliebtes Paar will Zusammenhang zwischen Liebe und Gehirn verstehen

Liebe ist ein wundervolles Gefühl, bei dem man auf den Wolken schwebt und den Drang hat, einer speziellen Person nahe sein zu wollen. Allerdings sind nicht alle Emotionen, die mit Liebe assoziiert sind „romantisch“. Viele von ihnen kommen aus deinem Gehirn.

Doch was haben Liebe und Gehirn miteinander zu tun?

Da dein Gehirn verschiedene Substanzen produziert (Neurotransmitter und Hormone), hält es dich in einem konstanten Stadium der „Verzauberung“.

Natürlich ist es viel poetischer, über Herzen und Schmetterlinge zu sprechen. Allerdings ist die Wissenschaft jetzt dafür zuständig, die Liebe zu analysieren – eine Aufgabe, die früher Dichtern, Musikern und Autoren überlassen wurde.

Die Wissenschaft hat viele interessante Dinge über die Liebe und Gehirn herausgefunden:

  • Es treten Veränderungen im Nervensystem auf. Das ist keine Magie – es ist biologisch.
  • Wenn du dich verliebst, kannst du nicht normal sprechen, du schwitzt viel, dein Herz rast und du läufst rot an.
  • All das wird durch chemische Veränderungen in deinem Körper hervorgerufen.

Und es gibt noch mehr: In dem Augenblick, in dem du dich verliebst, sonderst du Pheromone und andere Geruchssignale ab, die die andere Person bemerken wird.

Sobald dies passiert ist, wird die Produktion der Hormone Adrenalin und Noradrenalin angeregt.

  • Beide tragen dazu bei, dass du dich angezogen, aber auch ein wenig dumm fühlst.
  • Das erste Hormon erhöht deinen Blutdruck und treibt deinen Puls an.
  • Das zweite ist daür verantwortlich, dass du sexuelle Attraktion und das Gefühl von Wohlbefinden empfindest, sobald du der Person nahe bist.

Während dieser Phase kommt noch ein drittes Hormon dazu: Testosteron. Auch wenn es mehr mit Männern in Verbindung steht, können Frauen es auch (in kleineren Mengen) produzieren.

Es ist eine Art Aphrodisiakum, das generiert wird, wenn du sexuelles Verlangen fühlst.

Wahre Liebe, Hormone und das Gehirn

Was haben Liebe und Gehirn miteinander zu tun? Ein verliebtes Paar denkt darüber nicht nach.

Nach den ersten Momenten der Euphorie und Leidenschaft erscheint wahre Liebe. Mit ihr werden mehr Hormone im Gehirn produziert.

Eines davon ist Phenylethylamin, oder PEA.

Dieses natürliche Amphetamin wirkt stimulierend. Gleichzeitig führt es dazu, dass du aufgeregt bist sodass du über nichts anderes nachdenken möchtest. Du möchtest dich um die Person kümmern, sie verwöhnen, und immer Zeit mit ihr verbringen.

Dieses Hormon kann deine Wahrnehmung verändern und dich glauben lassen, dein Partner sei perfekt und habe keine Fehler.

Es ist auch dafür verantwortlich, andere Neurotransmitter im Gehirn auszuschütten. Zum Beispiel ist Dopamin für das Gefühl von Vergnügen zuständig.

Deswegen wird häufig gesagt, dass Liebe wie eine Droge ist, und wir süchtig sind, wenn wir verliebt sind.

Wenn aus irgendeinem Grund eine Beziehung endet, durchläuft man dieselben Symptome von Entziehung wie eine Person, die Drogen nimmt (Zigaretten oder Alkohol).

Eine weitere Substanz tritt auf: Oxytocin. Diese macht dich kuschelig, zärtlich und bringt dich dazu, deine Gefühle durch Küsse und Berührungen auszudrücken. Aus diesem Grund wird es das  „Liebeshormon“ genannt. Es steht auch in Verbindung mit Fortpflanzung, Geburten und Stillen.

Es kommt im Hypothalamus vor und wird in der Hirnanhangsdrüse gespeichert (und wird von dort ausgeschüttet, wenn es benötigt wird). Wenn es als Neurotransmitter arbeitet, stimuliert es sexuelles Erregen.

Wenn Oxytocin in großen Mengen gespeichert wird, verspürst du ein größeres Verlangen, dich mit deinem Partner zu treffen.

Es verursacht eine angenehme Reaktion im Gehirn und verhält sich wie eine „Belohnung“. Dies führt sogar dazu, dass du deinen Partner attraktiver findest.

Verliebt sich das Gehirn für immer?

Paar auf einer Bank denkt nicht an den Zusammenhang von Liebe und Gehirn

Auch wenn wir uns schon von den typischen romantischen Konzepten abgewendet haben, müssen wir an dieser Stelle noch einmal die Poeten da draußen enttäuschen: Liebe hält nicht für immer an.

Leider kann das Gehirn die „Liebeshormone“ nicht immer ausschütten. Ehrlich gesagt wäre das sogar unaushaltbar! Die chemischen Reaktionen, die mit Liebe in Verbindung stehen, können bis zu fünf Jahre lang in einer Beziehung auftreten.

Nach dieser Zeit gewöhnen sich sowohl Körper als auch Seele an diese „Droge“. Dann hat es nicht mehr den selben Effekt wie davor (genau wie bei bestimmten Medikamenten).

Nach Jahren kennst du deinen Partner besser und himmelst ihn nicht mehr an. Dann kommt es zu verschiedenen positiven und negativen Erfahrungen.

Zu diesem Zeitpunkt müsst ihr härter an eurer Beziehung arbeiten, da das Gehirn es nicht mehr für euch tut.

Leider treten Monotonie und Langeweile auf, wenn kein Oxytocin und Phenylethylamin produziert werden.

Trotzdem gibt es noch ein anderes Hormon, das involviert ist: Vasopressin, welches mit Monogamie und Bindung assoziiert wird.

Die Leidenschaft vom Anfang mag zwar nicht mehr da sein, aber jetzt siehst du die Wahrheit über die andere Person: dies ist wunderschön und andauernd.

Es mag zwar nicht die leidenschaftlichste Zeit für dich sein. Allerdings ist es sehr schön, da du Respekt, Vertrauen und Harmonie mit deinem Partner erfährst.

Von jetzt an produziert dein Gehirn keine Hormone mehr wie früher. Jedoch versteht ihr euch und findet Lösungen für eure Beziehung, jetzt und in der Zukunft.

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