Das Recht auf freie Meinungsäußerung und seine Bedeutung

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein grundlegendes Menschenrecht, das die Existenz demokratischer Gesellschaften erst möglich macht. Worin besteht es? Was garantiert die freie Meinungsäußerung? In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte!
Das Recht auf freie Meinungsäußerung und seine Bedeutung

Letzte Aktualisierung: 18. März 2022

Das Recht auf freie Meinungsäußerung, das bedeutet Meinung- und Gedankenfreiheit, ist ein Menschenrecht, das es Einzelpersonen oder Gruppen ermöglicht, ihre Meinungen und Ideen zu vertreten und zu artikulieren, ohne Repressalien, Zensur oder Sanktionen befürchten zu müssen. 

Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt sogar als Voraussetzung für die Existenz und den Erhalt demokratischer Gesellschaften. Daher ist jeder Verstoß gegen die Meinungsfreiheit ein Angriff auf dieses Regierungsideal.

Im heutigen Artikel werden wir uns ansehen, was Meinungsfreiheit beinhaltet, welche Bedeutung sie in der Gesellschaft hat und welche Einschränkungen zur Gewährleistung anderer Rechte mit ihr einhergehen. Lies weiter, um mehr zu erfahren!

Das Recht auf freie Meinungsäußerung: Ein grundlegendes Menschenrecht

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert, in dem es heißt:

“Jeder Mensch hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert zu vertreten und Informationen und Ideen über alle Medien zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten, ungeachtet der Grenzen.”

Es ist also allgemein anerkannt, dass alle Menschen nicht nur das Recht haben, sich frei über sich selbst oder andere Angelegenheiten, die sie interessieren, zu äußern, sondern zudem auch das Recht haben, Informationen aller Art zu suchen, zu empfangen und weiterzugeben.

Daher sollten Zensur, Einmischung oder direkter oder indirekter Druck auf jede Form der Meinungsäußerung, Meinung oder Information, die über die Medien verbreitet wird, in jeder Gesellschaft gesetzlich verboten sein.

Leider ist diese Garantie nicht in allen Gesellschaften auf der ganzen Welt gegeben. Auch heute noch gibt es autoritäre Regime, die jede Information zensieren, die nicht mit ihren Idealen übereinstimmt. Sie bestrafen sogar zu Unrecht die Autoren solcher Äußerungen.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung

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Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Bedeutung der Meinungsfreiheit

In seinem Essay “On Liberty” aus dem Jahre 1859 sagte der Philosoph John Stuart Mill, dass jeder Einzelne, jede Gruppe von Einzelpersonen und jedes Volk sich nicht in die Gedanken, Äußerungen oder Handlungen der anderen einmischen sollte, um wahren sozialen Fortschritt und Glück zu erreichen.

In diesem Sinne stimmen wir Stuart Mill definitiv zu, denn Meinungs- und Gedankenfreiheit garantieren die folgenden gesellschaftlichen Vorteile.

Die Existenz der Demokratie

Die Demokratie ist ein Regierungssystem, in dem die Bürgerinnen und Bürger die Souveränität über die Angelegenheiten des Staates haben. Deshalb ist es wichtig, dass die Menschen das Recht haben, sich in öffentlichen und privaten Angelegenheiten frei und ohne Diskriminierung zu äußern.

Der Philosoph Alexander Meiklejohn – einer der bekanntesten Verfechter der Verbindung zwischen Meinungsfreiheit und Demokratie – argumentiert, dass für das Funktionieren eines demokratischen Systems eine informierte Wählerschaft notwendig ist.

Damit dies der Fall ist, darf der freie Fluss von Informationen und Ideen nicht eingeschränkt werden. Laut Meiklejohn wird die Demokratie ihrem wesentlichen Ideal nicht gerecht, wenn die Machthaber die Wählerschaft manipulieren können, indem sie Informationen zurückhalten oder Kritik unterdrücken.

Eine wahrheitsgetreu informierte Gesellschaft

Im Einklang mit dem oben Gesagten ist das Recht auf freie Meinungsäußerung der beste Weg, um den Zugang zu wahrheitsgemäßen Informationen für die gesamte Bevölkerung zu gewährleisten. Die Zensur vermeintlich falscher Meinungen und Ideen nach eigenem Gutdünken schränkt die Möglichkeit ein, das gesamte Szenario zu bewerten. Darüber hinaus schränkt sie die Möglichkeit ein, dass sich andere ein Urteil bilden können, das der Realität besser entspricht.

Mit anderen Worten: Zensur trägt zur Bildung voreingenommener Meinungen bei. Dies wiederum verstärkt die soziale Spaltung und die Manipulierbarkeit der Bevölkerung durch die jeweiligen Machthaber.

Die Förderung wirksamer politischer Maßnahmen durch die Regierungen

Das Recht auf freie Meinungsäußerung beinhaltet auch den Zugang zu Informationen, die sich im Besitz von öffentlichen Stellen befinden. Dieser Zugang ermöglicht es allen Bürgerinnen und Bürgern, sich über die offiziellen Dokumente und Statistiken der staatlichen Institutionen zu informieren. So können die Behörden für ihre Leistungen Rechenschaft ablegen.

Der Zugang zu öffentlichen Informationen beinhaltet also das Recht, Informationen von staatlichen Stellen anzufordern. Dies ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Daten, die für die Forderung nach einer wirksamen Politik, den Kampf gegen Korruption und die Verteidigung der Menschenrechte unverzichtbar sind.

Akademische Freiheit

Akademische Freiheit ist das Recht jedes Mitglieds der Bildungsgemeinschaft (Studierende, Lehrkräfte, Forscher usw.), durch Forschung, Studium, Diskussion und Beweisführung Wissen zu suchen, zu entwickeln und frei weiterzugeben.

Sie beinhaltet auch das Verbot der Indoktrination durch ein bestimmtes Denkmodell, eine Religion oder einen Glauben. All dies zusammen ist zweifellos Teil der Meinungsfreiheit.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Grenzen der Meinungsfreiheit

Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht absolut ist. Daher hat es auch gewisse Grenzen. Diese Grenzen beziehen sich auf Diffamierung, Beleidigung, Verleumdung, Obszönität, Aufwiegelung, Urheberrechtsverletzungen. Zudem bestehen sie auch in Situationen, die mit anderen grundlegenden Menschenrechten und Freiheiten kollidieren.

Das heißt, dass wir uns frei äußern können, solange wir anderen nicht schaden oder sie verletzen. Allerdings hängen die Auslegungen dessen, was “Schaden” und “Beleidigung” ist, von der Kultur und Politik der jeweiligen Gesellschaft ab.

In Russland gilt es zum Beispiel als Beleidigung, über Themen zu berichten, die mit der LGBT-Bewegung zu tun haben. Aus diesem Grund schränkt das Land solche Äußerungen in den Medien ein.

Obwohl diese Zensur für viele eine eindeutige Verletzung der Menschenrechte darstellt, gibt es viele andere Fälle, in denen es schwierig ist, klare Grenzen zu ziehen, die es uns ermöglichen zu unterscheiden, was zu zensieren ist und was nicht.

Das Recht auf freie Meinungsäußerung

Die Freiheit des einen endet dort, wo die des anderen beginnt

Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein unverzichtbares Menschenrecht für den Fortschritt einer gerechten und demokratischen Gesellschaft. Wir müssen uns jedoch der Grenzen bewusst sein, die sie mit sich bringt. Denn es ist eine Sache, das Recht zu haben, die eigenen Ideen und Meinungen zu äußern, ohne eine Zensur zu riskieren, und eine andere, Informationen zu verbreiten, die anderen schaden.

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