CBD – Wundermittel oder nicht?

CBD ist in aller Munde: Ist es tatsächlich effektiv und sicher? Was sagt die Wissenschaft?
CBD – Wundermittel oder nicht?

Geschrieben von Christina

Letzte Aktualisierung: 10. August 2022

CBD soll bei Beschwerden verschiedener Art helfen und wird von manchen Anbietern als echtes Wundermittel angepriesen. Viele der Versprechen sind jedoch noch längst nicht medizinisch belegt. Bei bestimmten gesundheitlichen Problemen kann CBD aber nachgewiesen helfen. Wir verraten dir, was CBD ist, welche Darreichungsformen es gibt und bei welchen Beschwerden es Linderung verschaffen kann.

Was ist CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Es kommt in der Hanfpflanze vor, erzeugt im Gegensatz zu THC aber keinen Rausch. Es wirkt also nicht psychoaktiv. CBD ist eines von über 100 Cannabinoiden, die in der Hanfpflanze vorzufinden sind. Obwohl es besser als die meisten davon erforscht ist, kann über seine Wirkung bis heute in vielen Fällen nur gemutmaßt werden. Bisher ist bekannt, dass CBD krampflösend wirkt. Außerdem gibt es Hinweise auf eine schmerzlindernde und angstlösende Wirkung. Auch bei Schlaflosigkeit soll es helfen.

Welche Darreichungsformen gibt es?

In Online-Shops oder im CBD Großhandel sind CBD-Produkte beispielsweise in Form von Öl, Blüten oder Kristallen erhältlich. Apotheken verkaufen häufig auch Salben, Gesichtscremes und Gele, die für die äußere Anwendung gedacht sind. Darüber hinaus gibt es CBD-Liquids, die mit einer E-Zigarette konsumiert werden können. Diese Form der Einnahme ist wenig empfehlenswert, da sie die Lunge in Mitleidenschaft ziehen kann.

Frei verkäuflich sind allerdings nur Produkte mit sehr geringer Dosierung. Diese dürfen außerdem einen bestimmten THC-Anteil nicht überschreiten. Produkte, die diese Grenze nicht einhalten, sind nicht frei verkäuflich, können aber vom Arzt als sogenannter medizinischer Cannabis verschrieben werden. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt sogar die Krankenkasse die Kosten dafür. Darüber hinaus gibt es mittlerweile Medikamente, die CBD enthalten. Diese sind ebenfalls nicht frei verkäuflich und können nur mit Rezept in der Apotheke erworben werden.

DBD - Cannabiskonsum und die Auswirkungen

Kann CBD bei Epilepsie helfen?

Aufgrund seiner krampflösenden Wirkung wird CBD schon heute von Ärzten bei bestimmten Formen der Epilepsie eingesetzt. Linderung kann es beispielsweise bei den folgenden Krankheitsbildern verschaffen:

  • Dravet-Syndrom
  • Lennox-Gastaut-Syndrom

Warum CBD bei Epilepsie helfen kann, ist bisher nicht abschließend geklärt. Studien zeigen aber seine Wirksamkeit bei vielen Patienten. Vor allem, wenn alle anderen Medikamente keine Wirkung gebracht haben, kann die Behandlung mit CBD für Betroffene die letzte Hoffnung sein.

Kann CBD Schmerzen lindern?

Die schmerzlindernde Wirkung von CBD ist in aller Munde und zumindest gibt es Erfahrungen, die das bestätigen könnten. Denn viele Schmerzpatienten konnten bereits von der Einnahme dieses Mittels profitieren. Sie berichten Positives über die Erfahrungen mit dem Wirkstoff aus der Hanfpflanze. Wie gut Cannabinoide für die Schmerzbehandlung wirklich geeignet sind, muss jedoch noch genauer untersucht werden.

CBD bei Knieschmerzen?

Weitere mögliche Wirkungen

Wenn man dem Glauben schenkt, was viele Konsumenten behaupten, könnte der Wirkstoff wirklich ein Wundermittel sein. Denn es soll bei einer ganzen Reihe von Beschwerden helfen. Beispielsweise wird CBD nachgesagt, dass es Linderung bei Schlafproblemen liefert. Es soll Angstzustände lösen und sogar bei Depressionen helfen. Auch als unterstützende Therapie bei Stoffwechsel- oder Hauterkrankungen wird CBD häufig angepriesen. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass CBD bei Schizophrenie helfen kann.

Die Studienlage ist bisher aber noch dünn, weswegen sich niemand auf diese Versprechen verlassen sollte. Zum heutigen Zeitpunkt bleibt uns nicht viel anderes, als abzuwarten und zu sehen, was die Medizin noch in Zukunft über CBD herausfinden wird.

In welchen Konzentrationen ist CBD erhältlich?

Im freien Handel gibt es Präparate in verschiedenen Konzentrationen zu kaufen. Diese werden in Prozent angegeben. Zur Verfügung steht beispielsweise CBD-Öl mit 5, 10, 15 oder sogar 20 %. Wer noch nie CBD konsumiert hat, sollte lieber niedrig einsteigen und sich langsam an den Wirkstoff herantasten. Gerade aufgrund der noch dünnen Studienlage sollte eine Selbstmedikation stets mit Bedacht vorgenommen werden.

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Zwar sind nur wenige Nebenwirkungen von CBD bekannt, es können aber dennoch welche auftreten:

  • Durchfall
  • Müdigkeit
  • Ausschlag
  • Übelkeit

Tatsächlich sind die Nebenwirkung fast genauso schlecht erforscht wie die positiven Effekte von CBD. Dementsprechend kann es ratsam sein, genau in sich und seinen Körper hineinzuhören und die Dosierung entsprechend anzupassen. Optimalerweise bespricht man die Einnahme mit einem Arzt. Dieser kann, falls notwendig, noch höher dosiertes CBD verschreiben.

Kein Ersatz für Medikamente

In bestimmten medizinischen Fällen wie zum Beispiel den oben genannten besonderen Formen der Epilepsie kann CBD als Medikament eingesetzt werden. In diesem Fall wird es von einem erfahrenen Mediziner verschrieben. Zur Selbstmedikation bei schweren Erkrankungen ist CBD aber nicht geeignet, da es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann.

In diesem Fall sollten Betroffene die Einnahme immer vorab mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. Abzusehen von einer Einnahme von CBD ist beispielsweise bei der gleichzeitigen Therapie mit Gerinnungshemmern, Schmerzmitteln oder Neuroleptika. Auch Schwangere oder Kinder sollten möglichst kein CBD konsumieren.

Auf keinen Fall sollten Patienten andere Therapien zugunsten von CBD ausschlagen oder verweigern. Bei anhaltenden chronischen Schmerzen und anderen Erkrankungen ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Sollte dieser feststellen, dass CBD helfen kann, wird er es verschreiben. Ansonsten kann er eine andere Therapie empfehlen. Das Gleiche gilt für psychische Erkrankungen. Niemand sollte allein zu Hause versuchen, seine Depression mit CBD zu behandeln.

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