Bettnässen – Ursachen und Behandlungstipps

· 17 August, 2015

Während Ärzte und Psychologen dieses Problem als Enuresis nocturna bezeichnen, wird es im Volksmund Bettnässen genannt. Dies heißt, dass Kinder (oder manchmal auch Erwachsene) ihren Harndrang während des Schlafes nicht kontrollieren können. Manchmal kann dies auch tagsüber passieren. In diesem Beitrag erfährst du mehr über die Ursachen und verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Bettnässen.

Was ist Enuresis?

Schlaf

Hierbei handelt es sich um eine unkontrollierte Blasenentleerung bei Kindern über 4 Jahren. Dies kann sowohl nachts passieren, wodurch der Schlaf beeinträchtigt wird, als auch tagsüber, was den Alltag erschwert. Heute geht es uns um jene Fälle, die durch sehr einfache Maßnahmen gelöst werden können.

Die Kontrolle der Blasenentleerung ist ein natürlicher Entwicklungsprozess, der zwischen dem 15. und 18. Lebensmonat gelernt wird. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, insbesondere, dass die Eltern den Kindern langsam beibringen, auf die Toilette zu gehen und keine Windeln mehr zu verwenden.

Sobald dies gelernt wurde, kann das Kind selbstständig die Blasenentleerung kontrollieren und teilt mit, wann es den Harndrang verspürt. Mit 4 bis 5 Jahren kann sich ein Kind normalerweise kontrollieren. Es gibt verschiedene Techniken, dies zu erlernen. Kinderärzte, Bücher oder auch Tipps von Großeltern oder anderen Eltern können dabei hilfreich sein.

Kinder

 

Wenn die Kontrolle jedoch nicht gelingt, kann es während des Schlafes zu ungewolltem Bettnässen kommen. Enuresis nocturna erscheint ungefähr ab dem 5. Lebensjahr und kann vereinzelt oder kontinierlich auftreten. In schweren Fällen kann das Bettnässen bis zur Adoleszenz andauern. Es gibt viele Formen der Behandlung, es können sowohl psychologische als auch ärztliche Maßnahmen getroffen werden. Sobald die Ursachen bekannt sind, kann das Problem normalerweise mit etwas Geduld gelöst werden.

Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Bettnässen Depressionen, Scham, Schüchternheit, ein schwaches Selbstwertgefühl usw. auslösen kann und die Situation mit Schimpfen keinenfalls verbessert werden kann. Geduld, Verständnis und Hilfe sind erforderlich, um positive Resultate zu erzielen.

Selbstständigkeit-von-Kindern

Mögliche Ursachen von Bettnässen:

  • Zu kleine Blase (häufige Blasenentleerungen können ein Hinweis darauf sein).
  • Unangebrachte Lerntechnik.
  • Stress, Nervosität, Angstzustände, Wohnungswechsel, Elterntrennung, Schulprobleme, Probleme mit den Geschwistern.
  • Frühzeitiges oder verspätetes Lernen der Kontrolle über die Blasenentleerung.

Zu beachten

Das Kind braucht Zeit

Wenn das Kind 5 Jahre alt ist und nachts nicht kontrollieren kann, sollten wir nach dem ersten Mal nicht gleich zum Arzt laufen. Wiederholt es sich ab und zu oder jede Nacht, dann sollten die Ursachen von einem Arzt untersucht werden. Bis zum 8. Lebensjahr gilt dies jedoch noch als normal.

Nicht auslachen, beschuldigen oder beschimpfen

Strafe hat keine Wirkung, da das Kind die Situation nicht unter Kontrolle hat. Es hat hierfür noch keine Verantwortung. Eine Strafe kann sogar mehr Druck, Sorge, Nervosität oder Gefühl des Versagens auslösen und verschlimmert den Gemütszustand des Kindes.

Windeln sollten nicht wieder verwendet werden

Kinder2

Hierfür gibt es mehrere Gründe: Das Kind soll sich weiterentwickeln und reifen und nicht erneut auf Windeln zurückgreifen. Außerdem kann es sich mit Windeln unwohl fühlen und schämen, dieser und andere psychologische Aspekte sollten nicht vergessen werden.

Die Flüssigkeitseinnahme sollte nicht verboten werden

Das Trinken zu vermeiden ist nicht die Lösung, denn das Ziel ist es, zu lernen, die Blasenentleerung zu kontrollieren.

Das Kind während des Schlafes nicht wecken

Das Kind nachts zu wecken und zur Toilette zu bringen, stört den Schlaf und macht keinen Sinn. Nur wenn das Kind selbst aufwacht und aufsteht, wäre dies eine Lösung.

Nicht vergessen werden darf, dass Gefühle und Emotionen eine sehr wichtige Rolle spielen. Das Kind ist bereits groß genug, um zu erklären, was passiert ist. Gib ihm das Gefühl, dass es dir vertrauen und alles erzählen kann, ohne dabei Angst zu haben. Das Kind muss aktiv mitarbeiten, um das Problem zu beheben.