Anwendung und Wirkung von Omeprazol

Omeprazol ist ein vielfach verwendetes Arzneimittel aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer, das zur Behandlung von Magenbeschwerden verwendet wird. 

In unserem heutigen Beitrag geht es um die Anwendung und Wirkung von Omeprazol, einem Arzneimittel, das sehr häufig bei verschiedenen Magenbeschwerden verschrieben wird und von Laien auch als „Magenschutz“ bezeichnet wird.

Omeprazol ist ein Protonenpumpenhemmer und wird sehr häufig bei Leiden wie Sodbrennen, Magengeschwüren oder -entzündungen und anderen Beschwerden verwendet.

Du findest anschließend mehr Information über folgende Aspekte dieses Arzneimittels:

  • Wirkungsweise
  • Pharmakokinetik
  • Stoffwechsel
  • Nebenwirkungen
  • Wechselwirkungen
  • Hinweise

Wirkung von Omeprazol

Der pH-Wert im Magen ist sauer, denn die Parietalzellen in der Magenschleimhaut produzieren Salzsäure, die in Form von Magensäure im Magensaft vorkommt. Der saure pH-Wert im Magen ist grundlegend für die Verdauung von Lebensmitteln, denn damit

  • wird die korrekte Denaturierung von Proteinen garantiert,
  • Pepsinogen abgegeben, das eine Vorstufe des Verdauungsenzyms Peptin ist und die Proteolyse ermöglicht, das heißt die enzymatische Hydrolyse von Proteinen durch Peptidasen, und
  • bakteriellen Infektionen vorgebeugt, da Bakterien normalerweise in einem sauren Milieu nicht überleben.

Wenn zu viel Magensäure erzeugt wird, kann es zu Verletzungen der Magenschleimhaut kommen. Die Folge davon kann ein Magengeschwür oder ein Geschwür im Zwölffingerdarm sein.

Wirkung von Omeprazol

Bei der Magensekretion unterscheidet man drei Phasen:

  1. Die vagale Phase wird durch psychisch-nervale Reize ausgelöst (z.B. durch Sinneseindrücke oder die Vorstellung von leckeren Speisen).
  2. Die Gastrinphase wird durch lokale Reize ausgelöst.
  3. Die Intestinalphase wird durch hormonelle Reize ausgelöst.

Ein Protonenpumpenhemmer, wie das Medikament Omeprazol, hemmt die Bildung der Magensäure in der letzten Phase. Man spricht auch von Magensäureblocker oder Säureblocker.

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Pharmakokinetik

Omeprazol wird auch wie andere Säureblocker in seiner neutralen Form, das heißt inaktiv verabreicht. Deshalb ist dieses Arzneimittel nicht wasserlöslich und kann einfach die Zellmembranen durchdringen und in die kleinen Kanäle der Parietalzellen eindringen.

Erst hier reagiert Omeprazol zu seiner aktiven Form, deshalb wirkt dieses Medikament nur an der Magenschleimhaut und nicht an anderen Zellen.

  • Das saure Milieu ist labil, deshalb sind die Tabletten von einer magensaftresistenten Schicht umgeben.
  • Die Verbindung mit Plasmaproteinen ist hoch, über 95%, was die Wahrscheinlichkeit der Wechselwirkung mit anderen Arzneimitteln erhöht.
  • Omeprazol wird im Dünndarm in einem Zeitraum von 3 bis 6 Stunden absorbiert.
  • Die Biodisponibilität bei oraler Verabreichung beträgt undgefähr 35%, kann jedoch auf bis zu 60% erhöht werden, wenn das Arzneimittel zweimal täglich eingenommen wird.
  • Das Verteilungsvolumen beträgt 0,3 l/kg Körpergewicht.

Stoffwechsel

Omeprazol wird durch das Cytochromm-P450-System verstoffwechselt. Der Großteil des Metabolismus von Omeprazol ist von dem polymorphen CYP2C19 abhängig.

Der Großteil des verabreichten Arzneimittels wird als Metobolite über den Harn ausgeleitet, der Rest mit dem Stuhl, vornehmlich bedingt durch Gallensekretion.

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Nebenwirkungen von Omeprazol

Bei der Einnahme von Omeprazol ist zu beachten, dass dieses Arzneimittel verschiedene Nebenwirkungen haben kann, auch wenn es sehr gezielt wirkt.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen folgende:

  • Bei langfristigen Behandlungen kann es zu einem schweren Magenesiummangel (Hypomagnesiämie) kommen.
  • Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche.
  • Hautveränderungen (Pickel, Juckreiz…)
  • Darmbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen, Brechreiz oder Übelkeit.
Wirkung von Omeprazol kann zu Übelkeit und Brechreiz führen

  • Periphere Neuropathie
  • Hypersensibilität
  • Anämie
  • Die Aufnahme von Vitamin B12 wird reduziert, deshalb besteht ein höheres Risiko für megaloblastäre Anämie.
  • Das Risiko für einen subakuten kutanen Lupus erythematodes ist höher.
  • Der erhöhte Chromogranin-A-Spiegel kann Untersuchungen auf neuroendokrine Tumore beeinflussen.

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Wechselwirkungen von Omeprazol

Es können in Kombination mit vielen anderen Arzneimitteln Wechselwirkungen beobachtet werden, wenn beide Medikamente gleichzeitig verabreicht werden. Die Wirkung kann dadurch reduziert oder erhöht werden.

  • Zu einer reduzierten Wirkung kann es bei folgenden Arzneimitteln kommen:
    • Clopidrogrel
    • Antimykotika
    • Phenytoin
    • Rifamycine
    • Mycophenolat
    • u.a.
  • Zu einer stärkeren Wirkung kann es bei diesen Medikamenten kommen:
    • Methrotexat
    • Amphetamin
    • Benzodiazepine
    • Carvedilol
    • Citalopram
    • Escitalopram
    • Ciclosporin
    • Warfarin
    • u.a.

Es können Wechselwirkungen mit zahlreichen Arzneimitteln auftreten, deshalb sollte man immer zuerst den Arzt konsultieren, bevor man verschiedene Medikamente gleichzeitig einnimmt, um so mögliche Komplikationen zu verhindern.

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Wann wird dieses Arzneimittel verschrieben?

Bei folgenden Beschwerden wird Omeprazol sehr häufig vom Arzt verschrieben:

  • Magengeschwür
  • Zwölffingerdarmgeschwür
  • Sodbrennen
  • Ösophagitis durch Reflux
  • Zollinger-Ellison-Syndrom
  • Gastritis
  • funktionelle Dyspepsie
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