5 Hinweise auf eine Depression, die oft ignoriert werden

· 27 Mai, 2016
Da bei einer Depression die Hirnchemikalien verändert werden, ist es möglich, dass Betroffene die Realität anders sehen und Handlungen oder Kommentare negativ interpretieren, auch wenn diese unter anderen Umständen als ganz normal betrachtet werden würden.

Viele leiden an einer Depression, werden sich darüber jedoch erst bewusst, wenn diese schon weit fortgeschritten ist. Traurigkeit zählt zu den charakteristischsten Symptomen, doch häufig wird ignoriert, dass man sich mitten in einer ernsten psychologischen Störung befindet. 

Das Problem dabei ist, dass so keine entsprechende Behandlung durchgeführt werden kann, was langfristig die Lösung und Behandlung bedeutend schwieriger gestaltet.

Bei jedem Menschen wirkt sich eine Depression unterschiedlich aus, doch es gibt verschiedene Hinweise, die man kennen sollte, um diese Krankheit gegebenenfalls identifizieren zu können.

Da viele diese Anzeichen noch nicht kennen, möchten wir heute auf 5 sehr häufig auftretende Veränderungen aufmerksam machen, die auf eine Depression hinweisen können.

1. Radikale Gewichtsveränderung

Frau mit Depression

Eines der sehr charakteristischen physischen Anzeichen ist bei einer Depression die unerwartete, plötzlich auftretende Veränderung des Körpergewichtes.

Wer innerhalb eines Monats mehr als 5% des Gesamtgewichtes zu- oder abnimmt, sollte sich bewusst sein, dass mit dem Organismus etwas nicht in Ordnung ist.

In diesem Fall ist der Gewichtsverlust nicht auf eine Abnehmdiät oder sportliche Betätigung zurückzuführen. Es fehlt an Appetit und die Folgen davon sind Ernährungsdefizite.

Dieses Anzeichen ist mit großer Vorsicht zu genießen, denn dadurch kann es zu schwerden Episoden von Blutarmut, Erschöpfung und Konzentrationsverlust kommen.

Auch das Gegenteil kann der Fall sein: Wer zunimmt kann ebenfalls an Depression leiden, denn in diesem Zustand haben sehr viele große Essgelüste.

2. Gestörter Schlafrhythmus

Dieser Faktor sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden, insbesondere wenn die Schlafstörungen kontinuierlich auftreten. Es ist sehr einfach, dieses Anzeichen zu identifizieren. Auch die Folgen davon, sind unmittelbar zu spüren.

Natürlich müssen Schlafstörungen nicht immer auf eine Depression zurückgeführt werden. Auch die Benutzung des Handys vor dem Schlafengehen, ein schweres Abendessen oder Stress können beispielsweise dafür verantwortlich sein.

Personen, die an einer Depression leiden, haben meist veränderte Schlafzeiten: Betroffene haben das Bedürfnis, während des Arbeitstages zu schlafen, können jedoch in der Nacht keine Ruhe finden.

Hier muss man eine rasche Lösung finden, denn der depressive Zustand hat bei manchen Personen zur Folge, dass sie auf Tabletten oder Alkohol zurückgreifen, um der Situation Herr zu werden.

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4. Zorn oder Reizbarkeit

Frau mit Depression am Telefon

Negative Stimmungsschwankungen sind meist auf Sorgen, Traurigkeit und andere Faktoren, die sich bei einer Depression äußern, zurückzuführen.

Im Allgemeinen sind diese eine Reaktion auf Schlafstörungen oder Nährstoffmangel. Dazu kommt, dass manche Personen sehr reizbar sind, da sie nicht verstehen, in welchem Zustand sie sich befinden.

Andere wiederum möchten Konflikte vermeiden und ziehen sich in die Einsamkeit zurück.

Bei einer Depression verändern sich die Hirnchemikalien, deshalb erlebt man die täglichen Situationen aus einer anderen, negativen Perspektive, auch wenn diese unter normalen Umständen ganz normal wären.

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4. Schuldgefühl

Auch ständige Schuldgefühle sind bei depressiven Personen an der Tagesordnung. Das Problem dabei ist, dass sie dadurch noch tiefer in ihre negativen Emotionen verfallen.

Wenn man eingehüllt von Traurigkeit falsche Entscheidungen trifft, verstärkt sich das Schuldgefühl zusätzlich, wobei es auch zu Diskussionen mit geliebten Personen kommen kann.

Dies ist häufig sehr kompliziert, denn dabei werden persönliche und soziale Beziehungen in Mitleidenschaft gezogen und so verlieren viele die Hilfe von anderen, die sie so sehr benötigen, um der Situation entkommen zu können.

5. Schmerzen und Beschwerden

Frau mit Verspannungen und Depression

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten glaubten Experten für mentale Gesundheit nicht, dass Emotionen auch physische Beschwerden verursachen können.

In verschiedensten Studien konnte jedoch bestätigt werden, dass es eine weitaus stärkere Beziehung zwischen Emotionen und physischem Schmerz gibt, als ursprünglich angenommen.

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Von Hypersensibilität der Haut bis zu Muskelschmerzen, Steifheit oder Verdauungsstörungen können dabei verschiedenste Folgebeschwerden festgestellt werden.

Da allen unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, ist eine genaue Untersuchung erforderlich, um herauszufinden, ob Depression, Stress oder andere psychologische Störungen an den körperlichen Beschwerden schuld sind.

Bei Depression handelt es sich um eine schwerwiegende Störung, die sich nicht nur durch Traurigkeit, Weinen oder ähnliche Auswirkungen manifestiert. Diese Krankheit ist komplex und gefährlich, sie erfordert auf jeden Fall professionelle Hilfe, um so schnell wie möglich überwunden werden zu können.

Auch wenn viele der Symptome mit anderen Krankheiten verwechselt werden können, ist es wichtig aufmerksam zu sein, um gegebenenfalls schnell handeln zu können.