Welchen Herausforderungen stellt sich ein Einzelkind?

· 24 August, 2018
Ein Einzelkind ist Teil einer Personengruppe mit speziellen Merkmalen. Da es keine Geschwister hat, stellt es sich einigen Herausforderungen während seines Wachstums.

Ein Mädchen als Einzelkind ist seit ihrer Geburt die Verwöhnte im Haus, Mamas und Papas Prinzessin. Deswegen sind Eltern oft unbewusst überbeschützend. Sie bemühen sich, die Bedürfnisse der Kleinen zu stillen, da sie das wichtigste und geschätzteste Element in ihrem Leben ist.

Da ein Einzelkind keine Geschwister hat, liegt eine große Verantwortung auf seinen Schultern. Im Erwachsenenalter ist es dazu verpflichtet, seinen Eltern zurückzugeben, was diese in seine Kindheit investiert haben. Das betrifft direkt seine Entwicklung und schafft Persönlichkeitskonflikte.

Probleme, mit denen sich ein Einzelkind konfrontiert sieht

1. Schwierigkeiten, Verbindungen zu knüfpen

Einem Einzelkind fällt es schwerer, Beziehungen zu anderen Personen zu knüpfen. Einzelkinder sind mehr auf ihre eigenen Bedürfnisse konzentriert und es fällt ihnen gar nicht so leicht, Empathie zu spüren. Deswegen arbeiten sie nicht besonders gerne im Team und es fällt ihnen auch schwer, die gute Arbeit der Teammitglieder schätzen zu wissen.

Wenn ein Einzelkind in die Schule kommt, dann trifft es auf ein Umfeld, indem es nicht das Zentrum der Aufmerksamkeit ist. Diese Atmosphäre, in der alle Kinder gleich behandelt werden, löst das Verlangen in dem Einzelkind aus, nicht erneut teilzunehmen.

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2. Konfliktlösung

Probleme sind Teil unseres Alltags. Einzelkinder jedoch haben nicht so viel Erfahrung damit, Probleme zu lösen. Schließlich haben sie keine Geschwister, mit denen sie streiten können.

Andererseits lösen die Eltern auch viel zu oft ihre Probleme, weswegen sie nicht immer für das kämpfen lernen, was sie möchten. Das lernen Kinder mit Geschwistern viel schneller. Es fällt einem Einzelkind auch viel schwerer, einen Misserfolg zu akzeptieren.

Trennungsängste beim Einzelkind beruhigen

3. Egoismus

Jedes Kind ist bis zum 10. oder 12. Lebensjahr selbstsüchtig und egozentrisch. Kinder mit Geschwistern lernen damit jedoch früher umzugehen, weil sie mit ihrem Umfeld teilen müssen.

Ein Einzelkind hingegen hat keine Chance, mit seinen Geschwistern täglich zu teilen. Alle Aufmerksamkeit der Eltern konzentriert sich auf das Kind, weswegen es oft denkt, es hätte das Recht, nicht an andere zu denken.

4. Gegenseitige Abhängigkeit

Das Alter spielt hierbei keine Rolle; Eltern stecken immer ihre ganze Hoffnung in ein Einzelkind. Durch diesen Druck wollen sie perfekt sein und die Träume ihrer Eltern in Realität umwandeln.

Ein Einzelkind wird zum Zentrum des Haushalts. So entsteht eine direkte Abhängigkeit, da es später für die Pflege der Eltern verantwortlich ist.

Die Eltern wünschen sich oft insgeheim, dass das Kind immer zu Hause bleibt. So kommt es dazu, dass das Einzelkind Schuldgefühle mit sich trägt. Das kann ein Hemmnis dabei sein, wenn es darum geht, das Zuhause zu verlassen, um neue Rollen zu spielen.

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Die positiven Seiten des Einzelkindes

Frühes Reifen

Einzelkinder verbringen die meiste Zeit mit Erwachsenen. Deswegen nehmen sie auch oft an Aktivitäten für Erwachsene teil. Sie lesen und zeichnen gerne, oder beschäftigen sich mit Aktivitäten, die Konzentration und Stille voraussetzen. Deswegen wirken Einzelkinder oft reifer als andere Gleichaltrige.

Mutter-Kind Beziehung

Entwickeltes Vorstellungsvermögen

Da die Erwachsenen oft keine Zeit für sie haben, erfinden Einzelkinder Geschwister, Freunde oder Haustiere, um zu spielen. Sie erfinden auch Spiele, bei denen sie sich alleine vergnügen. Da gibt es keine Gewinner oder Verlierer, es geht nur darum, in eine Welt einzutauchen.

Gestärktes Verantwortungsbewusstsein

Während Einzelkinder aufwachsen, müssen sie alle Aufgaben durchführen, die man ihnen zuweist. Es gibt niemanden, mit dem sie verhandeln können, um sie zu teilen. Andererseits gibt es aber auch keine Geschwister, auf die sie die Schuld schieben können und sie müssen sich ihrer Verantwortung stellen.

Letztendlich ist das Leben eines Einzelkindes so, als ob es zu einer ganz exklusiven Gruppe gehört. Es kann sein, dass es Fragen über Menschen mit Geschwistern stellt. Schließlich kann es nicht verstehen, wie ihr Leben ist. Es erscheint ihm vielleicht ein wenig geheimnisvoll und anders.

Es ist nicht leicht, dieses Leben zu verstehen, denn die Verantwortung, die Einzelkinder ihren Eltern gegenüber tragen, ist von großer Bedeutung, wenn sie erwachsen werden. Deswegen kommt es häufig zu einer gegenseitigen Abhängigkeit.