Was ist Ekchymose?

26 Dezember, 2019
Als Ekchymose bezeichnet man eine kleinflächige Haut- oder Schleimhautblutung, die ähnlich wie ein Hämatom aussieht. Diese fleckenartigen Blutungen sind in der Gerichtsmedizin und Forensik besonders wichtig. Erfahre heute, was eine Ekchymose ist und welche Gründe dazu führen können. 

Eine Ekchymose ist eine kleinflächige Blutung der Haut oder Schleimhaut, die sehr häufig auftritt. Sehr oft weist diese fleckenartige Blutung auf andere Pathologien hin.

Die Blutungen, die durch das Platzen eines Blutgefäßes unter der Haut entstehen, sind auf der Hautoberfläche wie Hämatome zu sehen. Doch es kommt dabei nicht zu einer Hautverletzung. Das Austreten des Blutes aus dem Blutgefäß wird fachärztlich als Extravasation bezeichnet. Bei einer Ekchymose kommt es also zu einer subkutanen Extravasation ohne Hautverletzung.

Die Ursachen dafür sind vielfältig: Die kleinflächigen Blutungen können durch ein Trauma (Schlag, Aufprall), eine Infektion, die die Blutgefäße von innen angreift, oder durch einen Muskelriss ausgelöst werden.

Die Ekchymose wird zwar als Hautverletzung bezeichnet, doch dabei geht es nicht nur um die äußersten Hautschichten. Diese Verletzung kann auch in der Schleimhaut entstehen, beispielsweise in der Mundhöhle. 

Mögliche Ursachen für eine Ekchymose

Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einer Ekchymose führen können. Das Ergebnis ist die Verletzung eines Blutgefäßes und die subkutane Extravasation, der folgende Ursachen zugrunde liegen können:

  • Trauma: Ein Schlag oder Aufprall ohne direkte Hautverletzung, das heißt eine subkutane Verletzung, die nicht durch ein scharfes oder schneidendes Objekt ausgelöst wird.
  • Sportliche Aktivitäten: Sportler leiden oft an einer Ekchymose. Diese kann durch ein Trauma oder auch durch Überanstrengung beim Training entstehen, wenn dadurch die Muskeln verletzt werden.
  • Vitamin-K-Mangel: Vitamin K ist für die richtige Blutgerinnung wesentlich. Bei einem Mangel an Vitamin K ist die Gefahr einer Ekchymose größer. 
  • Infektionen: Verschiedene Infektionsprozesse können die Blutgefäße schwächen und verletzbarer machen. In der Folge platzen sie häufiger, ohne dass es dabei zu einer direkten Hautverletzung kommt. Die kleinflächige Blutung kann entstehen, bevor die betroffene Person an Fieber leidet.
  • Gerinnungsstörungen: Wie auch bei einem Vitamin-K-Mangel können Gerinnungsstörungen das Risiko für eine Ekchymose erhöhen. Ein Beispiel dafür ist die Von-Willebrand-Krankheit. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Blutgerinnungsstörung auch andere Krankheiten, wie etwa Krebs, zugrundeliegen können.
  • Einnahme eines Antikoagulans: Bestimmte Krankheiten erfordern die Einnahme eines gerinnungshemmenden Arzneimittels. Diese können jedoch spontane Ekchymosen zur Folge haben. Auch bei Traumata, die im Normalfall keine weiteren Konsequenzen hätten, ist dann die Gefahr größer, dass ein Blutgefäß reißt.
Was ist Ekchymose?

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Wie entsteht eine Ekchymose?

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einer Ekchymose um kleinflächige, fleckenartige Blutungen unter der Haut, die zu keiner direkten Hautverletzung führen. Dieser Prozess stoppt von selbst und nach einer gewissen Zeit wird das ausgetretene Blut vom Organismus wieder absorbiert. 

Der Prozess kann jedoch einige Wochen dauern. In dieser Zeit ist die betroffene Hautstelle rot gefärbt und verändert sich. Die verschiedenen Farbtöne geben Auskunft über das genaue Stadium, in dem sich die Ekchymose befindet.

Innerhalb der Blutgefäße ist das Blut rot. Doch wenn es zu einer Extravasation kommt und sich das Blut im subkutanen Raum befindet, wird es von Abwehrzellen, die als Makrophagen bezeichnet werden, angegriffen. Dadurch verliert das plasmatische Hämoglobin den Sauerstoff, das es transportiert, und die Farbe wird dunkler. 

Die dunkelrote Farbe des sauerstoffarmen Hämoglobins sieht an der Hautoberfläche von außen violett aus. Das ist die typische Farbe, an der eine Ekchymose oder auch ein Hämatom zu erkennen ist.

Im Laufe der Tage wird das Hämoglobin zersetzt. Die Farbe verwandelt sich dann langsam und erscheint grün. Das ist deshalb der Fall, da das Hämoglobin in Biliverdin verwandelt wird.

Nach einigen Tagen wird dann das Biliverdin in Bilirubin umgewandelt. Dies ist daran zu erkennen, dass die betroffene grünliche Hautstelle jetzt eine gelbliche Farbe annimmt. Das Bilirubin verwandelt sich danach in Hämosiderin. Dieses ist von außen an seiner hellbraunen Farbe zu erkennen.

Der letzte Schritt zur Heilung der Blutung erfolgt durch die Absorption der Blutreste. Auch hier sind die Makrophagen sehr wichtig, denn sie verdauen das restliche Hämosiderin. Nach diesem Prozess nimmt die Haut wieder seine ursprüngliche Farbe an.

Wie entsteht eine Ekchymatose?
Die Ekchymose verändert im Laufe der Tage ihre Farbe.

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Welche Arten von Ekchymose gibt es?

Oft verwenden wir die Ausdrücke Ekchymose, Hämatom, blauer Fleck oder Petechie synonym. Doch es gibt Unterschiede, die man kennen sollte. In der Dermatologie werden die verschiedenen Eigenschaften genau beschrieben.

So ist ein Hämatom oder ein Bluterguss eine großflächigere, massive Blutung im Gewebe, die mit Schwellungen einhergeht. Wenn also an der betroffenen Stelle keine Erhebung ersichtlich ist, kann man nicht von einem Hämatom sprechen. Als Petechie bezeichnet man besonders kleine, punktförmige Blutungen bis zur Größe eines Stecknadelkopfes oder bis zu 2 mm. Von einer Ekchymose spricht man bei einer flächenhaften Blutung, die bis zu 30 mm groß sein kann.

Normalerweise ist die Ekchymose vorübergehend und entsteht meist durch Traumata. Solltest du jedoch Blutergüsse erkennen, deren Ursprung du nicht erklären oder identifizieren kannst, musst du unbedingt zum Arzt, der eine entsprechende Diagnose stellen kann.

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