Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung – was ist der Unterschied?

· 24 Mai, 2018
Die Begriffe sexueller Missbrauch und Vergewaltigung werden oft gleichbedeutend verwendet. Beide beinhalten sexuelle Übergriffe gegen den Willen des Opfers.

Sexueller Missbrauch und Vergewaltigung sind zwei Begriffe, die oft gleichbedeutend verwendet werden. Es gibt jedoch Unterschiede. In diesem Artikel werden wir uns mit zwei Themen beschäftigen, die für viele Betroffene die traurige Realität darstellen.

In Fällen von sexuellem Missbrauch oder Vergewaltigungen kommt es bei den Opfern häufig zu psychischen Problemen. Beispielsweise können posttraumatische Belastungsstörungen, ein niedriges Selbstwertgefühl, Scham und Angstzustände lebenslange Auswirkungen haben.

Was sexueller Missbrauch und Vergewaltigung genau bedeutet, werden wir hier genauer betrachten.

Vergewaltigung: Erzwungener Sex

erzwungener Sex ist sexueller Missbrauch

Der Begriff Vergewaltigung beinhaltet einen erzwungenen sexuellen Akt mit Penetration. Durch Gewalt oder Einschüchterung wird das Opfer zu einer sexuellen Handlung gegen seinen Willen gezwungen. Vergewaltigung kann oral, anal oder vaginal stattfinden.

Die Penetration durch das männliche Glied ist jedoch nicht die einzige Form der Vergewaltigung. Andere Objekte oder Körperteile, wie zum Beispiel die Finger, können zur Penetration eingesetzt werden.

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Subtile verbale Aggressionen in einer Beziehung

Obwohl es bei Vergewaltigung um Sex geht, muss das nicht heißen, dass der Vergewaltiger auf sexuelle Befriedigung aus ist.

In manchen Fällen geht es um die bloße Ausübung von Macht gegenüber einem wehrlosen Opfer.

Entscheidend ist, dass es bei Vergewaltigung um nichtfreiwillige Handlungen geht, die von einer Person ausgehen und einer anderen aufgezwungen werden. Motive können sexuelle Lust, Macht oder Unterwerfung sein.

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Sexueller Missbrauch in Beziehungen

sexueller Missbrauch passiert in Beziehungen

Auch wenn das ziemlich bedrohlich klingt, kann sexueller Missbrauch innerhalb von Beziehungen passieren. Wenn das der Fall ist, muss es nicht unbedingt zu körperlicher Gewalt oder Aggression kommen. Ganz im Gegenteil können Beziehungen durch Manipulation und List geprägt sein.

Personen, die andere missbrauchen, manipulieren ihre Opfer häufig und bringen sie so dazu, genau nach ihrem Willen zu handeln. Zum Beispiel kann das Opfer überredet werden, ein Foto mit dem Handy zu schicken. Oder der Misshandler setzt Berührungen und Zärtlichkeiten zur Einschüchterung ein. In beiden Fällen handelt es sich um Missbrauch.

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Welchen Zusammenhang gibt es zwischen sexuellem Missbrauch und Beziehungen?

Zum Beispiel kann ein Partner den anderen zum Sex zwingen, obwohl sie oder er dazu keine Lust hat.

Eine andere Form ist das „Stealthing„, bei dem der Partner heimlich das Kondom entfernt. Obwohl der Sex ursprünglich einvernehmlich war, ist diese Handlung eine Form des Missbrauchs.

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Mehr als abweichende sexuelle Vorlieben

sexueller Missbrauch muss verhindert werden

In vielen Fällen handelt es sich bei sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung um eine abweichende und gestörte sexuelle Vorliebe des Vergewaltigers. Es könnte jedoch auch etwas schwerwiegenderes dahinter stehen.

Traumata aus der Kindheit oder erlebter Missbrauch kann dazu führen, dass Menschen sich nach Überlegenheit sehnen. Das macht sie gewalttätig gegenüber anderen.

Wenn diese Probleme an die Oberfläche drängen und nicht behandelt werden, kann es zu Übergriffen kommen.

Für manche Menschen scheint es zunächst einfacher, schmerzhafte Erinnerungen und Erlebnisse zu verdrängen. Doch egal wie sehr sie sich anstrengen, können sie die Probleme nicht unterdrücken.

  • Das Strafmaß für Vergewaltigung liegt bei mindestens 2 Jahren und kann je nach Schwere der Fälle bis zu 10 Jahre dauern.
  • Bei sexueller Nötigung liegt das Strafmaß je nach Fall bei mindestens einem Jahr.

Doch auch wenn psychische Probleme der Auslöser für eine Person sein können, sich sexuell an einer anderen zu vergehen, ist es immer das Opfer, das am meisten leidet.

Die psychischen Folgen von sexueller Gewalt können sich nachhaltig darauf auswirken, wie die Opfer Beziehungen eingehen. Überlebende von sexueller Gewalt brauchen oft Jahre, um das Geschehene zu verarbeiten. Die Hilfe von Psychologen oder Psychiatern spielt dabei eine wichtige Rolle.

Manche Opfer erholen sich nie ganz von ihren Erlebnissen. Die sexuelle Gewalt, die ihnen angetan wurde, belastet sie bis zum Ende ihres Lebens.