Erziehen heißt, Kindern zu helfen, ihren eigenen Weg zu finden

· 28 Mai, 2017
Auch wenn wir denken, dass es das Beste für unsere Kinder ist, ihnen den Weg zu ebnen, müssen wir sie ihren eigenen Weg finden und sie auch mal straucheln lassen, während wir immer an ihrer Seite stehen, damit sie selbstständig sein können

Erziehen heißt nicht, zu versuchen, die Kleinsten so zu formen, wie wir es möchten. Wir sprechen ja schließlich nicht von Maschinen, die keinen eigenen Willen haben.

Wenn wir das tun, wenn wir verhindern, dass Kinder ihren eigenen Weg gehen, dann schränken wir sie ein. Früher oder später wird das Folgen haben.

Wenn wir ihnen vorschreiben, was sie zu denken, wie sie zu sein oder an bestimmte Wahrheiten zu glauben haben, ohne diese zu hinterfragen, dann werden sie nicht eine der wertvollsten Fähigkeiten benutzen, die sie haben können: die Selbstbestimmung.

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Die Parabel eines Sufi-Meisters

Das Kind so erziehen, dass es seinen eigenen Weg geht
Ein Sufi-Meister hatte die Gewohnheit, nach jeder Stunde eine Parabel zu erzählen, aber die Schüler verstanden die Botschaft nicht immer.

„Meister“, sagte eines Tages einer der Schüler in einem herausfordernden Ton, „Sie erzählen uns immer eine Geschichte, aber Sie erklären uns nie ihre tiefere Bedeutung“.

„Verzeih mir bitte, dass ich das so mache“, entschuldigte sich der Meister, „aber lass mich dir als Wiedergutmachung meines Fehlers meinen reifen Pfirsich anbieten“.

– „Danke, Meister.“

—“Dennoch möchte ich dir gerne so danken, wie du es verdienst. Gestattest du mir, deinen Pfirsich zu schälen?“

— „Ja, vielen Dank“, gab der Schüler erstaunt zurück und freute sich über das freundliche Angebot des Meisters.

— „Möchtest du gerne, dass ich ihn dir in Stücke schneide, wenn ich schon das Messer in der Hand habe, damit es für dich angenehmer ist?“

— „Das wäre sehr schön, aber ich möchte Ihre Großzügigkeit nicht ausnutzen, Meister.“

— „Das ist kein Ausnutzen, wenn ich es dir anbiete. Ich möchte nur, dass du dich an allem so gut es geht erfreust. Erlaube mir auch, dass ich ihn kaue, bevor ich ihn dir gebe.“

— „Nein Meister, ich möchte nicht, dass Sie das tun!“, beschwerte sich der Schüler verblüfft und widersprach.

Der Meister machte eine Pause, lächelte und sagte dann:

— „Wenn ich meinen Schülern den Sinn jeder einzelnen Geschichte erkläre, wäre es, als würde ich ihnen eine vorgekaute Frucht zu essen geben.“

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Du bist der Hauptdarsteller deines Lebens

Kinder zum Hauptdarsteller ihres Lebens erziehen

Das Selbstbestimmungsrecht von Kindern beinhaltet, dass sie sich für das entscheiden, wofür sie sich entscheiden möchten. Sie sind die Hauptdarsteller ihres Lebens.

Auch wenn sie klein sind, müssen wir ihnen nicht die vorgekaute Frucht geben. Fehler, Irrtümer und die Macht, sich selbst zu entscheiden, müssen gegeben sein.

Sie müssen lernen, mit ihren Emotionen umzugehen, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen und zu wissen, dass, auch wenn sie fallen, sie wieder aufstehen können.

Allerdings möchten wir Eltern gerne die Hauptdarsteller des Lebens unserer Kinder sein. Indem wir ihnen vorschreiben, wie sie denken, handeln und sich entscheiden sollen.

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Eine ganze Wahrheit gegen eine Herausforderung auszutauschen, ermöglicht den Kleinsten, sich eine Vielzahl an Vorteilen anzueignen.

Dies hilft ihnen, Entscheidungen zu treffen und Geschehnisse zu reflektieren und zu beobachten.

Sie werden dann beginnen, ihren Fähigkeiten zu vertrauen und nur so können sie an Sicherheit gewinnen und anfangen, sich ihren größten Ängsten zu stellen.

Erziehen ist nicht formen, sondern ermöglichen

Kinder erziehen, um sich selbst zu finden

Erziehen bedeutet nicht formen, sondern den Kindern zu ermöglichen, ihren eigenen Weg zu beschreiten.

Wenn man denkt, dass sie das nicht tun, kann sich das manchmal sogar noch in den späteren Wachstumsphasen bemerkbar machen.

Betrachten wir zum Beispiel junge Menschen, die mit einer offensichtlich fehlenden Motivation an die Universität gehen, weil ihre Eltern sie unter Druck setzen, ein bestimmtes Studium zu absolvieren.

Warum ermöglichen sie dem Kind nicht, seine Flügel zu benutzen? Warum lassen sie es nicht das tun, was es will? Vielleicht ist dies das Ergebnis der Ängste und Unsicherheiten der Eltern.

Allerdings wird die Zeit kürzer, in der sie über die Kinder verfügen, sie wird vergeudet für Dinge, die die Kinder nicht interessieren.

Aus all diesen Gründen ist es wichtig, ihren Gedanken schon von klein auf Flügel zu verleihen. So fördern wir ihre Kritikfähigkeit und vermeiden angelernte, festgelegte Antworten und Lösungen.

Wie können wir das schaffen?

  • Indem wir den Kindern ermöglichen, Aufgaben durchzuführen, die für sie keinen großen Stress oder Angst bedeuten. So fühlen sie sich kompetent.
  • Indem wir sie alleine fliegen lassen, ihnen Raum geben, dort selbstständig zu handeln, wo sie das Gefühl haben, die Kontrolle zu haben, um ihre eigenen Lösungen zu suchen.
  • Indem wir sie immer unterstützen, für sie da sind, aber ohne ihr Tun zu bestimmen. Und indem wir sie wissen lassen, dass wir sie beschützen.
Kinder zu selbstständigen Menschen erziehen

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Es ist normal, dass wir unsere Kinder so erziehen, wie wir selbst erzogen wurden. Allerdings ist es wichtig, dabei die Augen zu öffnen, um zu vermeiden, dass wir dieselben Fehler machen, die bei uns einst gemacht wurden.

Sei dir stets bewusst, dass Erziehung nicht formen bedeutet, sondern den Kleinsten zu ermöglichen, ihren eigenen Weg zu gehen, damit sie echt und einmalig sein können.