Die Amerikanische Kermesbeere: Alles Wissenswerte

Die Blätter der Amerikanischen Kermesbeere werden in der traditionellen Medizin als Adjuvans verwendet, um die Symptome von Rheuma und Arthritis zu lindern. Einige Berichte warnen jedoch davor, dass sie bestimmte Nebenwirkungen haben kann. Lies daher im Folgenden weiter und erfahre alles, was du über diese Pflanze wissen musst!
Die Amerikanische Kermesbeere: Alles Wissenswerte

Letzte Aktualisierung: 02. August 2021

Die Amerikanische Kermesbeere (Phytolacca americana) ist eine krautige Pflanze, die in verschiedenen Teilen Nordamerikas, Südamerikas, Europas und Asiens vorkommt. Sie ist auch unter den Namen “Amerikanisches Brombeerkraut” oder “Krebswurzel” bekannt und wird für medizinische und kulinarische Zwecke verwendet.

Dennoch stellten Forscher fest, dass einige Teile des Strauches giftige Bestandteile enthalten, die nur durch einen starken Kochprozess beseitigt werden. Daher müssen wir die Amerikanische Kermesbeere stets mit Vorsicht verwenden und auch vorab ihre möglichen Nebenwirkungen berücksichtigen.

Lies im Folgenden weiter, um mehr über diese Pflanzenart zu erfahren!

Die Amerikanische Kermesbeere: Eigenschaften

Historischen Daten zufolge stellte die Amerikanische Kermesbeere die Grundlage von Heilmitteln dar, die von den amerikanischen Ureinwohnern genutzt wurden, um beispielsweise das Erbrechen zu fördern, den Körper zu entschlacken und die Symptome von Rheuma zu bekämpfen. Und auch heute noch greifen einige Kulturen auf diese Anwendungen zurück.

Wie es scheint ist die Popularität der Pflanze auf ein Buch namens King’s American Dispensary zurückzuführen, das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde und auf das Potenzial der Pflanze zur Behandlung von Hautkrankheiten und Gelenkschmerzen eingeht. Die Beweise über ihre Wirkungen sind jedoch weiterhin begrenzt. Was ist bisher über diese Pflanze bekannt?

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Die Amerikanische Kermesbeere enthält bestimmte chemische Verbindungen

Amerikanische Kermesbeere - Tee

Verschiedene Quellen wie beispielsweise Germplasm Resources Information Network (GRIN) und Chinese herbal medicine. Materia medica geben an, dass die Amerikanische Kermesbeere eine Vielzahl von chemischen Verbindungen mit pharmakologischem Potenzial besitzt. Die bekanntesten Bestandteile sind die folgenden:

  • Phytolaccosid A, B, C, D, E, F, G
  • Phytolaccagenin
  • Jaligonsäure, Phytolaccagensäure und Oleanolsäure
  • Triterpenalkohole: α-Spinasterol, α-Spinasterol-β-D-Glycosid, 6-Palmitoyl-Δ7-Stigmasterol-Δ-D-Glycosid, 6-Palmytytyl-Spinasteryl-6-D-Glycosid
  • Astragalin
  • Lektine
  • Tannine
  • Stärke
  • PAP-R-Protein

Die Menschen haben der Pflanze eine Vielzahl von gesundheitlichen Eigenschaften zugeschrieben, aber es gibt keine zuverlässigen klinischen Studien, die ihre Wirksamkeit bewerten. Auf jeden Fall sagen einige, dass sie antirheumatische, antitumorale, entzündungshemmende, schmerzstillende und eine Brechreiz erregende Wirkung hat.

Potenzielle Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten

Trotz der Informationen über die Toxizität der Pflanze befürworten einige Kulturen weiterhin ihre Verwendung als Adjuvans gegen Krankheiten wie Mandelentzündungen, Kehlkopfentzündungen, Akne, Krätze, einige Arten von Tumoren und AIDS. Doch gibt es hierfür auch Beweise?

Bisher hat die Pflanze in Labor- und Tierstudien einige medizinische Vorteile aufgezeigt. Allerdings mangelt es an Studien zu ihrer Wirkung auf den Menschen. Außerdem gehen die Forscher davon aus, dass das antivirale Protein der Amerikanischen Kermesbeere (PAP) für viele seiner Eigenschaften verantwortlich ist. Dennoch gibt es keine absolute Gewissheit, dass dies der Fall ist.

1. Mundkrankheiten

Die Wissenschaftler haben Extrakte der Phytolacca americana als mögliche Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen erforscht. Insbesondere eine Laborstudie, über die in BMC Complementary Medicine and Therapies berichtet wurde, ergab, dass die Pflanze antibakterielle Komponenten enthält, die die Mundgesundheit unterstützen.

So hemmt sie insbesondere wichtige Enzyme in Bakterien, wie Porphyromonas gingivalis und Streptococcus mutans, die für entzündliche Parodontalerkrankungen und Karies verantwortlich sind. Den Wissenschaftlern fehlt es jedoch weiterhin an ausreichenden Beweisen.

2. Mandelentzündung

Eine Vielzahl von homöopathischen Mitteln, die zur Linderung der Symptome einer Mandelentzündung eingesetzt werden, enthalten Spuren der Amerikanischen Kermesbeere.

Einige glauben, dass sie in Verbindung mit anderen natürlichen Inhaltsstoffen die Schleimhaut des Rachens befeuchtet und Schmerzen und Entzündungen lindert. Es gibt jedoch keine klinischen Studien, die diese Aussage belegen.

3. Hauterkrankungen

Eine der wichtigsten Anwendungen der Amerikanischen Kermesbeere ist zweifellos die Behandlung von Hautkrankheiten. In der Volksmedizin wird sie als Verbündeter gegen Schuppenflechte, Ekzeme und Tuberkulose im Halsbereich eingesetzt.

Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften sollen bei diesen Erkrankungen Schwellungen und Schmerzen lindern.

Paradoxerweise kann jedoch der direkte Kontakt mit der Wurzel, dem Stamm oder den Blättern der Pflanze blasenbildende Ausschläge verursachen, die denen des Giftefeus ähneln. Daher sollte man sie mit Vorsicht verwenden. Allerdings sind auch die Studien zu diesem Thema eher dürftig und veraltet.

4. Krebstumore und AIDS

Weder die Amerikanische Kermesbeere noch andere pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel können chronische Erkrankungen wie Krebs oder HIV/AIDS heilen. Daher solltest du sie, trotz der weit verbreiteten Behauptungen über ihre Vorteile und der Schlussfolgerungen einiger klinischer Studien zu diesem Thema, nicht zur Behandlung dieser Krankheiten verwenden.

Derzeit gibt es Hinweise darauf, dass Extrakte aus der Pflanze vielversprechend für die Entwicklung zukünftiger Medikamente sind, die die Behandlung dieser Krankheiten unterstützen. Eine in Phytotherapy Research veröffentlichte Studie hat beispielsweise festgestellt, dass Phytolacca americana-Extrakte gegen Dickdarmkrebszellen wirken können, indem sie die Genexpression verändern.

Unteredessen berichtete die Zeitschrift Toxins, dass das in der Amerikanischen Kermesbeere enthaltene PAP das Potenzial hat, ein Immuntoxin zu werden. Mit anderen Worten, es könnte die Aktivität von Immunzellen stimulieren, die dann auf das Vorhandensein von Tumoren oder Zellen reagieren.

5. Andere unbewiesene Verwendungen

Wahrscheinlich lindert die Pflanze Arthritis-Schmerzen
Es ist wahrscheinlich, dass die Pflanze Arthritis-Schmerzen lindert.

Viele der medizinischen Anwendungen der Pflanze beruhen auf anekdotischen Daten. Das heißt, es gibt keine Studien, die ihre Wirksamkeit in irgendeiner Form belegen. Darüber hinaus wissen wir auch nicht, wie man ihre Extrakte oder Nahrungsergänzungsmittel sicher verabreicht.

Doch für welche Leiden wird sie in der Regel noch angewendet? Im Folgenden findest du einige davon:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Knochenschmerzen aufgrund von Syphilis
  • Magen-Darm-Störungen
  • Infektionen
  • Mastitis
  • Myome
  • Akne
  • Vergrößerte Schilddrüse

Die Amerikanische Kermesbeere: Risiken und Gegenanzeigen

Alle Teile der Amerikanischen Kermesbeere gelten als giftig. Die Beeren sind am giftigsten, vor allem wenn sie noch grün sind. Sie enthalten eine Substanz namens “Phytolacin”, die sowohl bei Menschen als auch bei Tieren das Verdauungssystem reizt. Ihr Verzehr kann folgende unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen:

  • Krämpfe und Unterleibskrämpfe
  • Brennen in Mund, Rachen und Speiseröhre
  • Durchfall und Erbrechen
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen

Wenn die Pflanze mit verletzter Haut in Kontakt kommt, verursacht sie ähnliche Symptome. So verursacht der direkte Kontakt mit Phytolacca americana bei manchen Menschen eine Kontaktdermatitis. In schweren Fällen führt eine Vergiftung mit der Pflanze zu folgenden Komplikationen:

  • Krämpfe
  • Durchfall und blutiges Erbrechen
  • Atemlähmung
  • Tod (seltene Fälle)

Viele Kräuterläden vertreiben Nahrungsergänzungsmittel und Reformkostprodukte, die die Amerikanische Kermesbeere enthalten. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat ihre Verwendung jedoch weder genehmigt noch ihre Sicherheit bewertet.

Die FDA warnt auch vor möglichen Wechselwirkungen mit Medikamenten wie Antikoagulanzien, blutdrucksenkenden und harntreibenden Mitteln. Für schwangere Frauen, Kinder oder Personen mit besonderen Gesundheitszuständen wird die Einnahme der Amerikanischen Kermesbeere daher nicht empfohlen.

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Darreichungsformen und Dosierungen

Es gibt keine definierten Richtlinien zur sicheren Anwendung von Kermesbeeren und ihren Derivaten. Generell solltest du jeglichen Kontakt und die Einnahme der frischen Pflanze vermeiden. Aus diesem Grund werden Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tinkturen, Extrakten, Kapseln, Ölen und Salben vertrieben.

Beim Kauf dieser Präparate ist zu beachten, dass sie nicht von der FDA reguliert werden. Allerdings geben die Hersteller in der Regel eine empfohlene Dosierung auf der Produktverpackung an. Diese empfohlene Dosierung sollte niemals überschritten werden.

Was sollte ich über die Amerikanische Kermesbeere wissen?

Phytolacca americana wurde in der traditionellen Medizin als natürliches Hilfsmittel zur Verbesserung der Symptomatik einiger Krankheiten verwendet. Heutzutage wird jedoch vor den Risiken gewarnt, die mit ihrer Verwendung einhergehen können, da sie giftige Verbindungen enthält.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es keine konkreten Beweise für ihre Wirksamkeit als Heilmittel gibt. Daher sollten Präparate, die die Kermesbeere enthalten, keine medizinische Behandlung ersetzen. Schwangere Frauen, Kinder und Menschen mit schweren Erkrankungen sollten die Einnahme vermeiden.

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