Warum fühle ich mich oft „aufgebläht“?

Ein aufgeblähter Bauch kann von falscher oder ungewohnter Ernährung verursacht sein

Oft fühlen wir uns aufgebläht, der Bauch zwickt und zwackt, wir leiden unter Völlegefühl und haben doch nur wenig gegessen, sodass wir uns oft nur schlecht zwischen Hunger und „pappsat“ entscheiden können. Woran könnte das liegen?

Stress

Oft genug vergessen wir in all der Hektik, unsere Nahrung gut zu kauen, bevor wir sie schlucken. Das kann zu Verdauungsbeschwerden wie Blähungen führen.

Mit dem Kauen zerkleinerst du die Nahrung, bevor dein Verdauungstrakt damit beauftragt wird. Überlege einmal, wie schwer es deinen armen Verdauungsorganen fällt, ein großes Stück Fleisch, das du unzerkaut (oder schlecht gekaut) geschluckt hast, zu verdauen!

Schlingt man das Essen zu grob zerkaut herunter, schluckt man meist noch Luft mit – und die bläht…

Außerdem wird beim gründlichen Kauen die Nahrung gut eingespeichelt. Der Speichel sorgt dafür, dass manche Stoffe im Nahrungsbrei schon vorverdaut werden. Dazu gehört zum Beispiel Stärke.

Das kannst du selbst testen: kaue sehr lange auf einem Stück Brot herum. Du wirst sehen, nach einer Weile wird der Geschmack immer süßer! Dein Speichel hat bereits begonnen, die Stärke in Zucker umzuwandeln!

bauch ist gebläht
Zu viele Ballaststoffe

Ballaststoffe sind in vielerlei Hinsicht wichtig für unsere Gesundheit. Sie sind in der Lage, für niedrige Cholesterinspiegel zu sorgen, lange zu sättigen, Darmkrebs vorzubeugen und für eine gesunde Darmflora zu sorgen.

Doch nicht immer ist es gut, „von heute auf morgen“ den Ballaststoffanteil der Ernährung drastisch zu erhöhen.

Wenn deine Ernährung bisher sehr ballaststoffarm war, kommt dein Verdauungstrakt nicht gut klar, wenn du ihn plötzlich mit sehr vielen Vollkornprodukten belastest. Er reagiert mit Blähungen.

Gib ihm Zeit, sich daran zu gewöhnen, denn schließlich sind Ballaststoffe wichtig für deine Gesundheit! Auch Kohlsorten, Zwiebeln und Hülsenfrüchte führen zu Blähungen, wenn man nicht gewohnt ist, sie zu essen.

Integriere diese Dinge mit langsamer Steigerung in deinen Speiseplan, so vermeidest du Blähungen und bewahrst dir einen flachen Bauch!

Lebensmittelunverträglichkeiten / Allergien

Es gibt Lebensmittelunverträglichkeiten, die sich während deines Lebens entwickeln, ähnlich wie eine Allergie.

Es gibt aber auch solche, die von Geburt an bestehen, aber nicht entdeckt wurden, weil die Lebensmittel selten konsumiert werden oder immer in Kombination mit anderen Dingen, auf die man die Beschwerden schieben konnte.

Dazu zählt zum Beispiel die Laktoseintoleranz oder die Fruchtzuckerunverträglichkeit.

Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien kann letztendlich nur der Arzt richtig diagnostizieren, aber du solltest dich, deinen Körper und seine Reaktionen auf Lebensmittel genau beobachten.

Verzichte niemals nach Eigendiagnose auf Lebensmittel, um keine Mangelernährung zu provozieren!

Mann auf dem Sofa mit geblähtem Bauch
Faulheit

Oft ist es die eigene Faulheit, die zu Gesundheitsbeschwerden führt. „Nach dem Essen sollst du ruh‘n, oder tausend Schritte tun“ besagt ein deutsches Sprichwort. Und es ist richtig: Bewegung nach dem Essen sorgt dafür, dass dein Bauch in Schwung kommt, da der gesamte Kreislauf angeregt wird. Die Verdauung läuft besser ab, Blähungen entstehen erst gar nicht!

Versuche einfach, den Spaziergang nach dem Mittagessen zur täglichen Routine zu machen. Vielleicht kannst du deine Kollegen ermutigen, mit dir eine „Runde“ zu drehen? Nicht nur im Sinne einer besseren Verdauung, auch für den Kreislauf und den Gesundheitszustand deines gesamten Körpers tut das gut!

Fehlernährung

Meistens sind es wir Frauen, die unter Darmbeschwerden leiden. Und oft sind wir selbst daran schuld.

Blähungen, Verstopfung oder Bauchschmerzen können viele Ursachen haben, einige haben ihren Ursprung im Darm.

Einseitige Ernährung durch Diäten, vermeintliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Ernährungs-Halbwissen führt zu ungesunder Verdauung.

Das Gebiss des Menschen zeigt: der Mensch braucht Mischkost!

Mischkost bedeutet von allem etwas! Jede Art von Nahrungsverboten ist ein Verlust für deine Darmflora. Es kommt aber, wie immer, auf die Menge an! Nicht nach dem Motto „viel hilft viel“, sondern „von allem etwas“!

Tee gegen geblähten Bauch
Was hilft?

Wenn Du deine Blähungen nicht in den Griff bekommst und dich aufgebläht fühlst, solltest du mit einem Arzt sprechen. Auf die Schnelle können Hausmittel helfen:

  • Fenchelsamen
  • Kümmel
  • Anis
  • Pfefferminze

Mit diesen Kräutern kannst du dir Linderung verschaffen. Brühe dir einen Tee daraus auf oder kaue die Samen einfach so. In manchen indischen Restaurants werden solche Körnermischungen auch nach dem Essen gereicht.

Auch Ingwer und Knoblauch können durch ihre scharfen ätherischen Öle helfen, die Verdauung zu regulieren und Blähungen zu entkrampfen.

Milchsäurebakterien sorgen für eine gesunde Darmflora, die beste Vorraussetzung für eine optimale Verdauung. Dazu musst du nicht die teuren probiotischen Milchprodukte kaufen, die in der Werbung als gesundheitsfördernd angepriesen werden.

Eine abwechslungsreiche Zufuhr dieser Bakterien aus verschiedenen Quellen tut es genauso gut und ist wesentlich billiger: Naturjoghurt verschiedener Joghurtbakterien („mild“ oder „Griechisch“,…), Kefir, aber auch Sauerkraut und Kimchi (Weißkohl, scharf gewürzt und sauer vergoren) enthalten Milchsäurebakterien!

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