Herzinfarkt, Herzstillstand, Schlaganfall: Wie erkennt man den Unterschied?

17 April, 2015

Herzinfarkt, Herzstillstand, Schlaganfall, Iktus, Apoplexie… von diesen Krankheiten ist häufig zu hören, doch nicht alle kennen die genaue Bedeutung und den Unterschied. In diesem Beitrag erklären wir die verschiedenen Symptome und Risikofaktoren, die bei allen Herz-Gefäß-Krankheiten beachtet werden sollten.

Herzinfarkt

Bei einem Myokardinfarkt – auch Herzinfarkt, Herzschlag oder Herzanfall genannt – handelt es sich um eine lokale Durchblutungsstörung: In den meisten Fällen kommt es zu einem Blutgerinnsel in einer arteriosklerotisch veränderten Engstelle eines Herzkranzgefäßes (Koronararterie), wodurch der Herzmuskel nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann. Die Folgen des Verschlusses sind normalerweise unregelmäßige Herzschläge (Arrhythmien) sowie Schmerzen in der Brust, die sich auf die linke Körperseite ausdehnen können, Atembeschwerden usw.

Eine schnellstmögliche Behandlung ist erforderlich, da es ansonsten innerhalb weniger Stunden zum Herztod kommt. Bei einem Herzinfarkt verliert der Betroffene das Bewusstsein nicht, spürt jedoch starke Schmerzen. 

Herzstillstand

herz

Bei einem Herzstillstand hört das Herz plötzlich auf zu schlagen. Dabei kommt es zum sofortigen Verlust des Bewusstseins und einem Atemstillstand. Die Behandlung muss deshalb sofort erfolgen, um den Tod zu vermeiden. Eine unmittelbare Herz-Lungen-Reanimation ist erforderlich bis eine Defibrillation durchgeführt werden kann. Damit werden Elektroschocks gesetzt, um den normalen Herzrhythmus wieder herzustellen. Wer bereits einen Herzstillstand überlebt hat, kann einen Desfibrillator einsetzen lassen, um das Risiko, erneut daran zu leiden, zu reduzieren.

Schlaganfall

Der Schlaganfall – auch als Gehirnschlag, Apoplex, Insult oder Ictus bekannt –  wird durch eine plötzlich auftretende Minderdurchblutung eines Teils des Gehirns verursacht, dadurch wird das Gehirn nicht mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es kommt zum Absterben von Gehirnzellen und folglich zu dauerhaften Schäden.

Es gibt zwei Arten von Gehirnschlägen:

  • Ischämischer Schlaganfall: 85% der Fälle sind hier einzuordnen, dabei kommt es – wie bereits erwähnt – zu irreparablen Gehirnschäden. Diese Art von Gehirnschlag wird durch eine Thrombose verursacht, die die korrekte Gehirndurchblutung verhindert.
  • Hämorrhagischer Schlaganfall: Dieser tritt seltener auf, die Todesrate ist dabei jedoch höher. Wer überlebt hat jedoch meist geringere Folgeschäden als bei einem ischämischen Schlaganfall. Ursache ist eine Hirnblutung aufgrund eines geplatzten Blutgefässes.

Risikofaktoren

Es gibt bei allen genannten Krankheiten gemeinsame Risikofaktoren. Es ist sehr wichtig, diese zu kennen, um frühzeitig Vorsorge zu leisten, insbesondere wenn eine erbliche Vorbelastung besteht.

  • BluthochdruckEine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks ist sehr wichtig! Der Arzt wird bei erhöhten Werten die richtige Behandlung verschreiben.
  • Übermäßiger Konsum von schädlichen Fetten: Essentielle Fettsäuren sind für die Gesundheit ein wichtiger Nährstoff, deshalb wird der (mäßige) Konsum von Pflanzenfetten guter Qualität (wie beispielsweise natives Olivenöl, Leinsamenöl, Kokosöl, Avocaoöl, Trockenfruchtöl usw.) empfohlen. Auf schädliche, tierische Fette sollte jedoch so gut wie möglich verzichtet werden.

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  • Erhöter Cholesterin- und Triglyceridspiegel: Es müssen regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden, um die Werte zu überprüfen. Durch eine gute Ernährung und emotionale Gesundheit können Cholesterin- und Triglyceridwerte kontrolliert werden. Ein Überschuss and schädlichen Fetten haftet sich an den Arterienwänden an und formt atherosklerotische Ablagerungen, wodurch die Thrombosegefahr steigt.
  • Diabetes: 20% der Personen, die an einem Schlaganfall leiden sind Diabetiker.
  • Sesshaftigkeit: Ausreichend Bewegung ist bekanntlicherweise von größter Wichtigkeit für die Gesundheit. Am besten ist, jeden Tag etwas Bewegung in den Alltag einzubauen: Treppensteigen, spazieren gehen, laufen oder zwei bis drei Mal in der Woche Sport zu treiben.
  • Tabakkonsum: Diese schlechte Gewohnheit sollte reduziert oder besser ganz darauf verzichtet werden – nicht nur wegen der Herzgesundheit, auch wegen vieler anderer Beschwerden, die wie allgemein bekannt dadurch entstehen können.
  • Fettleibigkeit: Auch Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Gefäß-Krankheiten, deshalb sollte versucht werden, dieses zu verringern. Es gibt viele natürliche Methoden, die dabei helfen können, ohne allzu große Opfer bringen zu müssen.
  • StressDieser beeinflusst unsere Gesundheit direkt und verschlimmert bereits vorhandene Beschwerden oder Risikofaktoren. Stress steht beispielsweise in direktem Zusammenhang mit dem Cholesterinspiegel. Deshalb wird geraten, Möglichkeiten zu finden, diesen zu reduzieren oder zu verhindern.

 

Bilder zur Verfügung gestellt von michellelynnegoodfellow

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