Endlich sagt Afrika NEIN zur Genitalverstümmelung von Frauen

· 27 November, 2016
Im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung ist eine gesellschaftsübergreifende Sensibilisierung wichtig.

Darüber berichten wir sehr gerne: Afrika sagt endlich NEIN zur Genitalverstümmelung von Frauen.

Das Afrikanische Parlament hat im August die Entscheidung getroffen, diese rituelle, tragische und diskriminierende Praxis endgültig zu verbieten.

Vor Kurzem haben wir berichtet, dass Länder wie Nigeria die Initative, die Genitalverstümmelung zu verbieten, ergriffen haben.

Ein weiterer hoffnungsvoller Schritt in diesem Kampf setzt nun das Afrikanische Parlament mit Sitz in Südafrika, das sich zum Ziel gesetzt hat, endgültig mit der Genitalverstümmelung von Frauen Schluss zu machen.

Berichten von UNICEF zufolge wurden bereits 200 Millionen Frauen auf der ganzen Welt durch diese Praxis verstümmelt.

In unserem heutigen Bericht erfährst du mehr zu diesem Thema.

Die Genitalverstümmelung von Frauen, ein Drama mit vielen Opfern

Die Genitalverstümmelung ist nicht nur ein Problem in Afrika, auch in vielen islamischen Ländern Asiens ist diese Tradition.

Auch von Kurden und in Afghanistan, Tadschikistan, Brunei, Malaysia und Indonesien wird dieses Ritual praktiziert. In diesen Ländern ist die Verstümmelung sogar noch radikaler.

Bei der Infibulation werden Klitoris und die inneren und äußeren Schammlippen entfernt bzw. zusammengenäht.

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Der Kampf hat erst begonnen, denn die Initiative des Afrikanischen Parlaments muss zuerst noch formailisert werden, es handelt sich erst um einen Gesetzesentwurf, der noch umgesetzt werden muss. 

Doch es handelt sich um einen wichtigen Schritt, der vielen Frauen Hoffnung gibt.

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Diese Praxis ist kein Ritual, sondern eine Verletzung der Menschenrechte

Die Gentilaverstümmelung ist Teil des Initiationsritus geschlechtsreifer Mädchen.

  • Sie hat ihren Ursprung in Ägypten, auch wenn sie in diversen Ländern in Asien, Europa, Australien und Amerika ebenfalls durchgeführt wurde.
  • Diese Praxis ist zwar eng mit dem Islam verbunden, sie war jedoch auch bei animistischen, islamischen, christlichen oder jüdischen Völkern stark verwurzelt.
  • Es handelt sich um eine Praxis, welche die Frau verstümmelt und erniedrigt, denn damit wird ihr die Fähgikeit Lust zu empfinden genommen.
  • Die Durchführung hat sich seit der Antike kaum verändert, so wird die Klitoris mit Hilfe von schneidendem Glas, einem Messer oder Rasierklingen entfernt.

Die hygienischen Vorkehrungen sind minimal. Die Entzündungsgefahr ist extrem und die Sterberate der verstümmelten Frauen ebenfalls.

Es handelt sich um kein Ritual, sondern eine Verletzung der Menschenrechte. Diese Praxis ist grausam und unnötig, Millionen von Mädchen leiden daran, manche sogar bereits vor dem 15. Lebensalter.

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Ein neuer Hoffnungsschimmer

Afrika hat NEIN zur Genitalverstümmelung gesagt und die ganze Welt hat diese Nachricht mit Freude aufgenommen. Trotzdem sollten wir die Details kennen.

  • Langjährige Verhandlungen des UNO-Abkommens gegen die Diskriminierung von Frauen (CEDAW) mit sozialen und politischen Gruppen Afrikas haben zu dieser Entscheidung geführt.
  • Der Weltbevölkerungsbericht des UN-Bevölkerungsfonds (UNPFA) hat diese Verhandlungen ebenfalls unterstützt.
  • Es handelt sich um einen Aktionsplan.
  • Die 250 Abgeordneten des Afrikanischen Parlaments, die das Abkommen unterzeichnet haben, haben sich verpflichtet, die Formalitäten dieses Planz umzusetzen.
  • Dabei müssen nationale und lokale Behörden koordiniert werden. In manchen Ländern wird beispielsweise das Gesundheitswesen dafür verantwortlich sein, Familien schriftlich darauf hinzuweisen, bei ihren Töchtern keine Genitalverstümmelung durchzuführen. 
  • Fast 90% dieser Praktiken konzentrieren sich in Ägypten, Sudan, Eritrea, Dschibuti, Äthiopien oder Somalia.

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Ein harter Kampf, der Zeit benötigt

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Ziel ist, den Schritten Nigerias zu folgen. Jedoch sind sich die Behörden bewusst, dass dieser Weg viele Schwierigkeiten mit sich bringen wird.

In Ländern wie Guinea wird diese Praxis weiterhin geduldet, obwohl das Abkommen unterzeichnet wurde. Der Grund dafür ist einfach:

  • Die männliche Bevölkerung überwiegt und Frauen denken, dass die Genitalverstümmelung notwendig ist, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.
  • Dies spiegelt ohne Zweifel komplexe und harte soziale Realität wider.

Die humanitären Organisationen erklären jedoch, dass eine Veränderung bereits bemerkbar ist, was vielversprechend klingt. Denn somit könnte in wenigen Jahrzehnten die Genitalverstümmelung abgeschafft werden.

Seien wir also hoffnungsvoll.