Arbeite, um zu leben, lebe nicht, um zu arbeiten

26 Februar, 2019
Dank des technologischen Fortschritts bestehen heute vielerlei Möglichkeiten, die eigenen Kenntnisse zu entwickeln, und sie an die gegebenen Erfordernisse der Arbeitswelt anzupassen

Immer wieder kann man hören, dass man sich eine Arbeit suchen sollte, die einem wirklich Spaß macht, denn nur auf diese Weise bräuchte man auch nicht einen Tag lang zu arbeiten. Arbeite um zu leben.

Wie man sich denken kann, ist das nicht gerade einfach, da viele Leute sich unter gewissen Umständen gezwungen sehen, einer Arbeit nachzugehen, die ihnen nicht gefällt, ja nicht einmal mit ihren Werten übereinstimmt.

Das muss aber nicht sein. Wenn man einen Großteil seines Arbeitstages in einer Umgebung verbringen muss, der man feindlich gegenübersteht, und die unsere Grundsätze mit Füßen tritt, dann beeinträchtigt das früher oder später unser emotionales Wohlbefinden und infolgedessen auch unsere Gesundheit.

Das Leben ist zu kurz, um der falschen Arbeit nachzugehen. Arbeite um zu leben nicht andersherum.

Deshalb sollte man soweit wie möglich dazu imstande sein, eine Tätigkeit auszuüben, die den eigenen Fähigkeiten mehr oder weniger entspricht, und einem vor allem das gute Gefühl gibt, etwas Nützliches zu tun.

Hier folgen weitere Gedanken zu diesem Thema.

Zeit zum Arbeiten, Zeit zum Leben

Wenn dir die „Theorie der drei Achter“ etwas sagt, dann wird dir sicher schon bekannt sein, dass man idealerweise je 8 Stunden pro Tag für Arbeit, Freizeit und Schlafen verwenden sollte.

Es ist auch allseits bekannt, dass dieses Verhältnis nicht immer eingehalten wird. Überstunden, unnötig lange Mittagspausen, die Fahrt zur Arbeit, etc. machen einem oft einen Strich durch die Rechnung, und führen mitunter dazu, dass man wertvolle Zeit verliert.

Arbeitspsychologen unterscheiden in der Regel drei verschiedene Arten von Arbeitsprofilen hinsichtlich der Arbeitsbewältigung innerhalb komplexer Arbeitsumgebungen. Dabei handelt es sich um die folgenden:

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1. Ich hasse meine Arbeit!

In dieser ersten Kategorie befinden sich all jene Personen, die aufgrund irgendwelcher Umstände dazu gekommen sind, ihre Arbeit zu verabscheuen.

Das kann dann passieren, wenn Faktoren wie schlechte Mitarbeiterführung auftreten, durch die sich die Angestellten nicht wertgeschätzt fühlen.

Oder die sie ausbeutet, oder, in gewissen Arbeitsfeldern, wo der Wettbewerbsdruck oder der Stress durch Kollegen so hoch ist, dass jemand nur noch widerwillig, gestresst und mit Unbehagen zur Arbeit geht.

Arbeit

2. Die Pflichterfüller

Dazu gehört ohne Zweifel die Mehrheit der Bevölkerung. Arbeiten ist ja schließlich eine Notwendigkeit und eine Verpflichtung. Deswegen sind wir so gut es geht bei der Sache.

Trotz allem verfällt man in Resignation. Aus der heraus man unaufhörlich von einem besseren Leben träumt, oder davon, im Lotto zu gewinnen.

Ohne dass ein unerträgliches oder niederschmetterndes Unbehagen wie im vorigen Fall besteht, verliert man an Lebendigkeit aufgrund fehlender Motivation und Alltagstrott.

Nach und nach verfällt man in Apathie und in einen sehr stark niederdrückenden Trott. Wo Stress und Unruhe auftreten, weil keine persönliche Befriedigung erfahren wird und eine innere Verstimmtheit vorliegt.

Arbeit wird zu etwas, das man erledigen muss, und nicht zu etwas, das uns definiert, und uns das Gefühl gibt, nützlich oder Stolz auf etwas zu sein. Obwohl dies von Person zu Person verschieden ist, haben viele Leute am Ende aus diesen Gründen Depressionen.

Lesetipp: Stephen Hawking: Vergleich der schwarzen Löcher mit Depression

3. In die Arbeit verliebt sein

In dieser Kategorie befinden sich jene, die eine Lebensaufgabe gefunden haben, die sie definiert und identifiziert. Für diese Leute ist Arbeiten kein Zwang, sondern ihre persönliche Sinnquelle.

Sie fördern mit ihrer Arbeit nicht nur ihre eigene Zufriedenheit, sondern auch die Lebensqualität der anderen.

Personen, die in ihre Arbeit verliebt sind und die vor allen Dingen das Glück gehabt haben, ein Arbeitsumfeld zu finden, in dem ihre Fähigkeiten wertgeschätzt werden, arbeiten aus Berufung.

Das Wort Beruf kommt von „Aufruf aus dem Inneren zum Einsatz der eigenen Befähigung“. Dieser Sinn bezieht sich auf einen Aspekt, den es in jedem einzelnen zu entdecken gilt und zu dessen Verwirklichung die Mittel gefunden werden sollten.

Fotograf

Knowmads, die Arbeiter der Zukunft

Knowmads nennt man Leute mit einem neuen Arbeitsprofil, das im Kontext der modernen und komplexen Gesellschaften von heute sowohl interessant als auch nützlich ist. Es zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

Der Knowmad kann eine Person unbestimmten Alters sein, die von sich selber weiß, Fähigkeiten zu haben. Mit diesen kann sie anderen nützlich sein.

Der Knowmad weiß, dass er seiner Arbeit mit Leidenschaft nachgehen muss, aber er verrichtet sie auf selbständige Art. Ohne sich dafür an einem bestimmten Ort oder einer bestimmten Adresse aufhalten zu müssen.

Er geht gern unter Menschen und stellt Beziehungen her. Egal, ob auf persönlichem oder elektronischem Wege, weil er dort sein natürliches Arbeitsumfeld findet.

Der Knowmad schätzt seine Freiheit, verwandelt Informationen in Wissen und ist vielseitig. Er lernt immer wieder etwas Neues, ist immer auf dem Sprung und fürchtet sich nicht vor dem Scheitern, weil er darin auch eine Form des Lernens erkennt.

Strand

Über diese interessante Herangehensweise sind schon viele Bücher geschrieben worden. Sie zeigt vor allen Dingen auf, dass die Suche nach neuen Arbeitsgelegenheiten in einem komplexen Umfeld vor allem darauf ausgerichtet sein sollte, bei seiner Arbeit glücklich zu sein.

  • Vroom, V. H. (1964). Work and motivation. John Wiley and Sons. https://doi.org/10.1016/j.jhsa.2016.07.109
  • Caesar, L. D., & Fei, J. (2018). Work-life balance. In Managing Human Resources in the Shipping Industry. https://doi.org/10.4324/9781315740027