Cannabis, CBD, Hanf & Co – wo liegen die Unterschiede?

Erfahre heute Wissenswertes über Cannabis und CBD, ihre Wirkmechanismen und legalen Einsatzmöglichkeiten in Deutschland.
Cannabis, CBD, Hanf & Co – wo liegen die Unterschiede?

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2024

Schon seit Jahren plant die Bundesregierung eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland. Auf Nutzhanf mit einem nur geringen THC-Anteil unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstwert von 0,3 Prozent trifft das Verbot von Cannabis aber nicht zu.

Rechtlich gesehen sind Konsumenten auch auf der legalen und sicheren Seite, wenn sie CBD kaufen. Alle legal erhältlichen Cannabidiol-Produkte sind nämlich komplett frei von illegalen Rauschmitteln. Wo aber bestehen Unterschiede zu den vielen neuen Vokabeln rund um Cannabis, CBD und Hanf?

Kleine Kräuterkunde: Das unterscheidet einzelne Cannabinoide voneinander

Im Blütenstand reifer weiblicher Cannabispflanzen sind mehr als 100 verschiedene Wirkstoffe enthalten. Sie werden als Cannabinoide bezeichnet und unterscheiden sich jeweils in ihrer Wirksamkeit auf den Organismus. Nur wenige der im Cannabis enthaltenen Cannabinoide sind psychoaktiv und somit in Deutschland derzeit noch verboten.

Um den Überblick bei all den verschiedenen Hanf-Produkten nicht zu verlieren, sollte man stets auf einen ausgewiesenen Maximalgehalt an THC achten. Tetrahydrocannabinol fällt in der gesamten Bundesrepublik derzeit noch unter das Betäubungsmittelgesetz.

Ganz anders verhält es sich jedoch mit dem ebenfalls in Hanfblüten enthaltenen Wirkstoff CBD. Cannabidiol wurde unlängst von der Weltgesundheitsorganisation WHO als unbedenklich eingestuft.

Unterschiede in der Wirkung einzelner in Cannabis enthaltener Cannabinoide wie CBD

Der am meisten bekannte Wirkstoff des Cannabis ist THC, das wegen seiner psychoaktiven Wirksamkeit derzeit noch unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Für die Entfaltung der Wirkung von THC werden die CB1- und CB2-Rezeptoren des Zentralen Nervensystems (ZNS) angesprochen. Über das endogene Cannabinoid-System (kurz auch einfach als ECS bezeichnet) gelangen auch die übrigen bekannten Cannabinoide in den Blutkreislauf.

Der CB1 Rezeptor, welcher für die Aufnahme von natürlichem THC verantwortlich ist, steuert auch andere Funktionen des ZNS wie die Schlafregulation, das Schmerzempfinden oder den Appetit. Die Wirkung von THC ist im Labor an Mäusen in den letzten Jahren intensiv untersucht worden.

Eine Besonderheit dieses Cannabinoids besteht nach den Erkenntnissen der Forscher auch darin, dass THC das Knochenwachstum anregen kann. Das führen die Wissenschaftler auf eine indirekte Hemmwirkung auf das adrenerge System zurück. Dem Blutkreislauf werden über die Adrenozeptoren sonst noch Adrenalin und Noradrenalin zugeführt.

cannabis und cbd-öl

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Cannabis entfaltet in der Medizin sein volles Potenzial

Über die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland ist es mittlerweile möglich, eine alternative Cannabis-Therapie abzurechnen. Noch während der bundesweiten Studien zu Cannabis und seinen vielzähligen Wirkstoffen mussten Patienten die Form der wirksamen Naturmedizin zuvor noch aus eigener Tasche bezahlen.

Hier informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit detailliert zu typischen Fragen rund um Hanf, THC, Cannabidiol (CBD) & Co. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse ist die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten von Cannabis im medizinischen Kontext schier endlos.

So lassen sich chronische Schmerzzustände mit Cannabis behandeln, ohne dass Betroffene die enormen Nebenwirkungen von medizinisch verabreichten Opioiden in Kauf nehmen müssen. Bei neurologischen Erkrankungen des Nervensystems haben sich die am Markt befindlichen Cannabis-Arzneimittel gut bewährt. Weitere Anwendungsbereiche, die für eine Behandlung mit medizinischem Cannabis in Frage kommen, sind unter anderem:

  • Angstzustände
  • begleitend zur Chemotherapie oder bei Autoimmunkrankheiten, um den Appetit zu steigern und gegen Erbrechen zu wirken
  • Demenz
  • Depression
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • epileptische Anfälle
  • Erkrankungen des Verdauungstrakts
  • Psychosen

So nutzen Mediziner die unterschiedliche Wirkweise von Cannabinoiden

Chronische Alltagsbeschwerden können in der medizinischen Anwendung sehr gut über den CB1 Rezeptor behandelt werden. So können Cannabinoide, die diesen ZNS Rezeptor aktivieren, gezielt auf die Stimmung wirken und zum Beispiel akut depressive Zustände lindern.

Das Gedächtnis beeinflussen vor allem diejenigen Wirkstoffe des Cannabis, die über den CB1 Rezeptor ins zentrale Nervensystem gelangen und dort gewisse Botenstoffe aktivieren. Auch bei der Umwandlung von Omega-3-Fettsäuren werden diese Prozesse in Gang gesetzt. Im Unterschied dazu finden sich CB2 Rezeptoren überall in den Organen, selbst im Verdauungstrakt.

Ihre Funktion ist die Eindämmung von Entzündungen im Körper, wobei die Einnahme von Cannabinoiden wie beispielsweise CBD dann direkt am Entzündungsherd zum Einsatz kommen kann. Viele der bereits identifizierten Cannabinoide wie etwa das Endocannabinoid 2-Arachidonoylglycerol aktivieren bei der Wirkstoffentfaltung aber beide Rezeptoren und sind über das ZNS dann schnell im gesamten Organismus verfügbar.

Unterschiedliche Darreichungsformen der verschiedenen Hanf-Wirkstoffe

Cannabis mit medizinisch wirksamen THC-Anteil ist in Deutschland nur via Verordnung vom Arzt legal erhältlich. Die nicht psychoaktiven Cannabinoide liegen wie in diesem naturbelassenen CBD Öl in ganz verschiedener Wirkstoffkonzentration vor. CBD Öl gibt es für die äußere Anwendung auf der Haut sowie zum Einnehmen.

Frei verkäufliche Cannabisblüten entfalten nach der Anwendung etwas schneller ihre volle Wirkung, während der Wirkungseintritt bei Präparaten zum Einnehmen sowohl zeitverzögert als auch etwas milder geschieht. Das liegt daran, dass das CBD aus Hanfblüten über die Lungenbläschen schneller aufgenommen wird als vom Magen.

Vor dem Essen eingenommen wirkt CBD Öl etwas schneller gegen die Beschwerden als bei der Anwendung zu oder nach einer Mahlzeit.  Dann ist der Wirkungseintritt besonders mild und gut verträglich.

Das unterscheidet Vollspektrum CBD Präparate von CBD Aromaölen

Es gibt verschiedene Verfahren, durch welche sich die unterschiedlichen Cannabinoide aus den Arzneipflanzen extrahieren lassen. Bei einem Vollspektrum CBD Öl wird dabei darauf geachtet, das gesamte Wirkstoffpotenzial voll ausschöpfen zu können. Neben Cannabidiol in hoher oder geringer Dosis enthalten diese Öle dann beispielsweise auch noch Terpene und Flavonoide.

Diese sind auch aus anderen Heilpflanzen bekannt wie etwa Eukalyptus oder grünem Tee. CBD Aromaöle sind dagegen auf die Bedürfnisse einer ganz anderen Anwendergruppe konzipiert. Durch leckere Aromasorten wie Bacon- oder Lachs-Geschmack wird der Wirkstoff dabei für die Veterinärheilkunde interessant gemacht.

Katzen und Hunde vertragen den natürlichen Pflanzenwirkstoff ebenso gut wie Menschen, die intensiv duftenden CBD Öle für Haustiere können einfach tröpfchenweise ins Futter gegeben werden. Durch den tiergerecht aufbereiteten Geruch wird das Naturmittel gut aufgenommen, was die Gabe im Gegensatz zu vielen anderen Arzneimitteln für Tiere sehr vereinfacht.


Dieser Text dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die Beratung durch einen Fachmann. Bei Zweifeln konsultieren Sie Ihren Spezialisten.