Was tun bei Angst?

28 Oktober, 2017
Wenn Angst dein Leben bestimmt, wirst du mit höchster Wahrscheinlichkeit unter einer Angststörung leiden. Es gibt einen Ausweg, wenn du willst!

Wenn Angst dein ständiger Begleiter ist, du Angst vor der Angst hast, weil du weißt, dass dein persönliches Gefühl der Angst bedrohlicher, größer und beklemmender ist als bei anderen Menschen, dann leidest du unter einer Angststörung, die behandelt werden kann – und sollte! Doch was tun bei Angst?

Formen der Angst

Man geht davon aus, dass Angst in Form einer Angststörung – nach der Depression die zweithäufigste psychische Erkrankung ist.

Nicht alle Fälle werden überhaupt erkannt oder wenn, erst spät diagnostiziert, sodass man nur schätzen kann, wie viel Prozent aller Deutschen davon betroffen sind.

Umfrageergebnisse und Studien deuten darauf hin, dass 14% aller Deutschen unter Angst, also an einer Angststörung leiden oder litten. Dabei fällt auf, dass Frauen wesentlich häufiger davon betroffen sind als Männer. Angst hat viele Gesichter:

  • Panikstörung / Agoraphobie: Betroffene erleiden urplötzlich und unerwartet Panikattacken, beispielsweise in Menschenmengen.
  • Soziale Phobien: Menschen haben Furcht vor bestimmten sozialen Situationen, unbekannten Personen oder Alltagssituationen, in den ihre Leistung gefragt ist.
  • Zwänge: Ständige, irrationale Ängste belasten die Betroffenen: „Ist der Herd auch wirklich aus?“ kann zu dauerhaftem Kontrollzwang führen aus Furcht vor den Konsequenzen, die in diesem Beispiel ein angeschalteter Herd verursachen könnte.
  • Hypochondrie: Eine bekannte und oft anzutreffende Angststörung bei der Betroffene großen Horror vor einer ernsten Krankheit haben und sogar betreffende Symptome entwickeln können.
  • Trauma: Es ist etwas traumatisches passiert, beispielsweise ein Autounfall und der Patient kann das Erlebte nicht verarbeiten und hat dadurch beispielsweise Angst vor Autos.
  • Generalisierte Angststörung: Bei dieser Form herrscht die übertrieben große irrationale Sorge vor, dass dieses oder jenes passieren könnte. Für Außenstehende ist diese Befürchtung meist völlig irrational, Betroffene nehmen diese Bedrohung durch mögliche schreckliche Ereignisse in der Zukunft jedoch real wahr.

Frau weiß nicht was tun bei AngstWie zeigt sich Angst?

Die Person, die an Angst leidet, wird als hyperaktiv oder unruhig empfunden. Bei den meisten Gelegenheiten kann dieses Unbehagen nicht kontrolliert werden, aber es kann zu verwirrenden, irrationalen Handlungen kommen, um die Angst zu unterdrücken oder Panik auslösende Situationen zu umgehen.

Menschen mit Angst erwarten oft schlechte Ereignisse, entweder für sich selbst oder die Menschen um sie herum. In den meisten Fällen ist sich die Person der Existenz des Problems bewusst, aber nicht ihrer Herkunft, so wird es kompliziert, sie zu kontrollieren.

Was tun bei Angst?

Du stellst dir die Frage, was tun bei Angst? Um mit Angst umzugehen, ist das erste zu wissen, wie man sie erkennt und vor allem nicht zu leugnen, da sie immer mächtiger wird, wenn man nichts gegen sie unternimmt.

Sie anzunehmen kann helfen, sie zu kontrollieren. Bisher ist es eines der häufigsten psychischen Probleme und viele Menschen leiden daran.

Es klingt einfach, ist für Betroffene aber sehr schwer: sich der Angst aussetzen und sie ertragen. Kein Davonlaufen, keine Vermeidungsstrategien, kein Unterdrücken!

Genau diese Verhaltensweisen führen nämlich dazu, dass sich aus einer anfänglichen Furcht eine konkrete Angststörung entwickelt. Je länger die Angst besteht und je größer die Vermeidungsstrategien werden (in kein Flugzeug steigen, Menschenmassen meiden etc.), desto mehr dehnt sie sich aus und greift auf andere Dinge über.

So kann beispielsweise die Angst vor Menschenmassen in Kaufhäusern auf die Nutzung einer Rolltreppe ausgedehnt werden und die Ängste immer mehr und immer einschränkender werden.

Je mehr Ängste und je weiter fortgeschritten die Angststörung, desto schwieriger und langwieriger die Behandlung! Angehörige, die von Ängsten ihrer Freunde oder Familienangehöriger wissen, dürfen daher niemals solche Vermeidungsstrategien („dann fahren wir einfach mit dem Zug nach Sizilien“ etc.) unterstützen, denn dadurch verschlimmert sich das Problem!

Mann springt im Gebirge und weiß was tun bei AngstWege aus der Angstspirale

Niemand muss sein Leben von Angst bestimmen lassen, denn es gibt eine wirksame Therapie. Natürlich ist die Überwindung, eine solche Therapie zu machen recht groß, aber der Zugewinn an Lebensqualität ist unschätzbar hoch.

Betroffenen ist es nach der Therapie möglich, ein freies und völlig unbelastetes Leben ohne Einschränkungen zu führen. Die Therapie basiert auf drei Säulen:

  • Verhaltenstherapie: Hierbei geht es um das Erkennen und Verändern bestimmter Gedankengänge und dadurch entstehender Verhaltensmuster.
  • Konfrontationstherapie: Hierbei geht es um die direkte Konfrontation mit den Ängsten und dem Auseinandersetzen mit der Situation im Beisein eines Therapeuten.
  • Rehabilitation: Der letzte Punkt der Therapie begleitet den Patienten zurück in einen normalen und angstfreien Alltag

Ganz wichtig ist: je früher die Therapie beginnt, desto besser.

Du kennst jetzt die Symptome und kennst die Antwort auf die Frage: Was tun bei Angst? Ist jemand in deinem sozialen Umfeld davon betroffen, versuche, ihn zu einer Therapie zu bewegen und unterstütze niemals seine Vermeidungsstrategien, denn damit verschlimmerst du das Problem nur!

 

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