Ursachen für Scheidentrockenheit

26 November, 2017
Scheidentrockenheit tritt meist dann auf, wenn der Östrogenspiegel niedrig ist. Die richtige Behandlung ist grundlegend, um unangenehme Beschwerden zu verhindern. 

Viele Frauen leiden irgendwann im Laufe ihres Lebens an Scheidentrockenheit. Wenn es zu einem reduzierten Östrogenspiegel kommt, vermehren sich häufig die Beschwerden im Intimbereich. Doch es gibt auch andere Ursachen für Scheidentrockenheit. 

Durch einen Östrogenmangel kann es zum Beispiel zu einer vaginalen Atrophie, das heißt zur Rückbildung der Scheidenwand kommen, die unter anderem zu Scheidentrockenhaut und Schwellungen führt.

Es handelt sich zwar nicht um ein schwerwiegendes Problem, doch die Beschwerden sind trotzdem lästig und beeinträchtigen den Alltag, das sexuelle Leben und deshalb manchmal auch die Beziehung mit dem Partner.

Welche Ursachen führen zu Scheidentrockenheit?

Wenn in der Scheide der Frau nicht genügend Feuchtigkeit produziert wird, kommt es zum Gefühl von Trockenheit, Juckreiz und Brennen. Insbesondere sind davon Frauen ab der Menopause betroffen. 

Die Ursachen für Scheidentrockenheit können organischer, physischer oder psychologischer Art sein.

Organische Ursachen für Scheidentrockenheit

Organische Ursachen für Scheidentrockenheit

Meist führen organische Ursachen zu Scheidentrockenheit. Dazu zählen folgende:

Niedriger Östrogenspiegel

Meist hängen die Ursachen mit dem Hormonhaushalt der Frau zusammen. Wenn die Frau beispielsweise in die Wechseljahre kommt, nimmt der Östrogenspiegel ab, was sich auch auf die Geschlechtsorgane auswirkt.

Die Durchblutung ist nicht mehr so gut, die Haut im Intimbereich wird dünner und deshalb verletzlicher. Es kommt zu allgemeiner Scheidentrockenheit und insbesondere beim Geschlechtsverkehr zu fehlender Feuchtigkeit.

Ungefähr jede dritte Frau leidet in der Menopause an Scheidentrockenheit.

Doch auch andere Ursachen für einen unausgeglichenen Hormonhaushalt können dazu führen.

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Schwangerschaft und Stillzeit

Auch in der Schwangerschaft und der Stillzeit kommt es zu einem veränderten Hormonhaushalt, was sich auf den Östrogenspiegel auswirkt.

Insbesondere während der Stillzeit wird mehr Prolaktin erzeugt. Dieses Hormon stimuliert die Milchproduktion, doch dabei sinkt der Östrogenspiegel. 

Sobald die Menstruation wieder normal funktioniert, entsteht erneut ausreichend Feuchtigkeit in der Scheide.

Physische Ursachen für Scheidentrockenheit

Entzündung des Gewebes im Intimbereich

Physische Ursachen für Scheidentrockenheit

In vielen Fällen entsteht Scheidentrockenheit auch durch eine Infektion im Intimbereich. Verschiedene Arzneimittel, Krankheiten, Hygieneprodukte oder Hygienemaßnahmen können das Risiko für Trockenheit in der Scheide erhöhen:

  • Die Intrauterin-Spirale kann zu Entzündungen an den Scheidenwänden führen.
  • Das Diaphragma ist oft zu groß und verursacht deshalb eine Vaginitis (Scheidenentzündung).
  • Spermizide oder Latex können zu Irritationen im Vaginalbereich führen.
  • Pilzinfektionen (z.B. durch Candida albicans) können ebenfalls Hautreizungen und Scheidentrockenheit verursachen.

Arzneimittel

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann Trockenheit in der Scheide verursachen:

  • Hormonelle Verhütungsmittel,
  • Behandlungen des Magen-Darm-Traktes,
  • Antidepressiva oder
  • Antihistaminika gegen Allergien oder Erkältungen könnten die Auslöser sein.

Diabetes

Diabetes kann zu Scheidentrockenheit führen

Diabetiker leiden oft an trockener Haut in verschiedenen Bereichen, da der Blutzuckerspiegel gestört ist, was sich auf Nerven und Blutgefäße auswirkt.

Dadurch wird die Sexualität negativ beeinflusst und die Lubrikation der Scheide ist oft schwächer oder langsamer. Medikamente für Diabetiker können auch die Libido beeinträchtigen.

Unzureichende Intimhygiene

Eine gute Intimhygiene bedeutet nicht, dass man täglich verschiedene Produkte verwenden muss. In manchen Fällen kann Scheidentrockenheit durch zu viel des Guten entstehen, das heißt, wenn man zu viele oder schädliche Seifen, Lotionen, Gele oder vaginale Deodorants verwendet. Damit kann das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora zerstört werden!

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Psychologische Ursachen für Scheidentrockenheit

Stress

Psychologische Ursachen für Scheidentrockenheit

Bei Stress erhöht sich automatisch der Cortisolspiegel im Blut, was wiederum dazu führt, dass die Sekretion von Sexualhormonen unregelmäßig erfolgt. Dies kann eine weitere Ursache für Trockenheit in der Scheide sein.

Angst

Auch seelische Probleme können sich auf die Lubrikation im Intimbereich niederschlagen.

Manche Frauen haben emotionale Probleme bei sexuellen Verhältnissen. Angst, Desinteresse oder Nervosität können dazu führen, dass ein entsprechendes Signal die Lubrikation verhindert. 

Wenn sich die Frau nicht angesprochen fühlt, kann sich das ebenfalls auf die Befeuchtung der Scheide auswirken.

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Empfehlungen

  • Neutrale, hautfreundliche Seife und Wasser sind ausreichend für die Hygiene im Intimbereich.
  • Rezeptfreie Salben, Gele oder Cremes können die Trockenheit lindern.
  • Verzichte auf Tabak und Alkohol, denn diese Genussgifte wirken sich negativ auf die Blutgefäße aus und können deshalb auch zu Scheidentrockenheit führen.
  • Trinke mindestens 2 Liter Wasser täglich.
  • Treibe regelmäßig Sport.
  • Nahrungsmittel mit Phytoöstrogenen (z.B. Soja) können ebenfalls hilfreich sein.

Noch ein interessanter Artikel bevor du gehst: Warum manche Frauen früher in die Wechseljahre kommen

Auch wenn es verschiedene rezeptfreie oder natürliche Lösungen für Scheidentrockenheit gibt, ist es sehr wichtig, einen Frauenarzt zu konsultieren, der je nach Ursache eine entsprechende Behandlung einleiten kann. 

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