Ursachen für Ohrgeräusche / Tinnitus

· 30 November, 2016
Tinnitus ist nicht immer von Stress ausgelöst, jedoch ist Stress eine häufige Ursache.

Tinnitus kann Betroffene unendlich quälen. Wer Glück hat, wird die unerwünschten Ohrgeräusche auch wieder los, doch manche Patienten müssen lernen, damit umzugehen.

Wir möchten dir heute mögliche Ursachen aufzeigen, die Ohrgeräusche auslösen können.

Tinnitus: Geräusche, die es nicht gibt

Bei Tinnitus nehmen Betroffene Geräusche wahr, die niemand sonst hören kann, weil sie nicht wirklich in der Außenwelt existieren.

Patienten können diese Geräusche auf einen Ohr oder auch auf beiden Ohren hören. Das Hörvermögen selbst verschlechtert sich dadurch nicht.

Die Geräusche, die bei Tinnitus gehört werden, sind sehr unterschiedlich und manchmal schwer zu beschreiben.

Es kann sich dabei um ein Rauschen, Pochen, Klopfen, Fiepen, Brummen, Knacken, Zischen oder andere Geräusche handeln, die nicht immer in der realen Welt vorkommen und daher nicht wirklich in Worte zu fassen sind.

Statistiken sprechen davon, dass etwa 15% aller Deutschen an Tinnitus leiden, Schätzungen gehen allerdings davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt und wesentlich mehr Menschen, bis zu 25%, solche Ohrgeräusche wahrnehmen.

TinnitusMögliche Ursachen für Tinnitus

So wie jeder Tinnitus-Patient ein anderes Geräusch hört, so sind auch die Ursachen und Auslöser sehr verschieden.

Nicht jeder kann – oder will – seine Ohrgeräusche auf eine konkrete Ursache zurückführen, sodass eine Therapie oft unmöglich ist. Als mögliche Ursachen und Auslöser kommen in Frage:

  • Knalltrauma
  • Schalltrauma
  • Hörsturz
  • Tauchunfall
  • Dekompressionskrankheit
  • Barotrauma
  • Bluthochdruck
  • Stress
  • Pfropfen aus Ohrenschmalz oder andere Fremdkörper
  • Entzündungen
  • Mittelohrentzündung
  • Mittelohrerkrankungen (z. B. Otosklerose)
  • Infekte (z. B. Borreliose)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Tumore
  • Schwerhörigkeit
  • Arzneimittel (z. B. Loratadin)

Folgendes kann ebenfalls zu Tinnitus führen: Morbus Menière, Costen-Syndrom, Hydrops cochleae, Endolymphschwankungen, Ototoxische Substanzen, Bogengangsdehiszenz, Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD), Gefäßmissbildungen, Gaumensegelnystagmus, Tubenfunktionsstörungen.

Frau mit TinnitusTinnitus entsteht im Gehirn!

Die Erforschung von Tinnitus ist noch nicht abgeschlossen, jedoch ist eines sicher: die Ohrgeräusche bleiben selbst dann bestehen, wenn man den Hörnerv durchtrennt und eigentlich kein Hörvermögen mehr vorhanden ist!

Es wird also ein Geräusch gehört, ohne tatsächlich hören zu können. Somit ist klar, dass das Ohrgeräusch nicht im Ohr selbst entsteht, sondern im Gehirn.

Dies erklärt auch, warum Menschen, die unter keinerlei der im vorangegangenen Absatz erwähnten Beschwerden leiden, Tinnitus bekommen können.

Für solche Fälle ist es schwer, eine Lösung des Problems, eine Therapie oder eine Besserung des Zustandes zu erwirken.

Frau hört Musik und hat TinnitusWas hilft gegen Ohrgeräusche?

Bei der Vielzahl möglicher Ursachen und Auslöser wird klar: ein Patentrezept gibt es nicht!

Daher ist es besonders wichtig, dass der Arzt zunächst die richtige Diagnose stellt, mögliche Ursachen ausschließt und den Patienten eingehend untersucht, um die Ursache heraus zu finden. Je besser die Diagnose, desto besser die Therapie!

Die Liste der möglichen Therapien erscheint endlos, denn bis heute gibt es kaum wissenschaftlich gesicherte Therapien, die garantieren, dass die Ohrgeräusche verschwinden und sich der Tinnitus verabschiedet.

Eine unvollständige Liste möglicher Therapieansätze ist diese hier:

  • Vitamin-E-Präparate
  • Magnesium
  • Glukokortikoide (z. B. Kortison)
  • Lokalanästhetika
  • durchblutungsfördernde Wirkstoffe
  • Substanzen, die in den Neurotransmitter-Haushalt eingreifen
  • Antidepressiva
  • Hirnschrittmacher
  • kognitive Verhaltenstherapie
  • Psychotherapie
  • Hörgeräte
  • Entspannungsübungen
  • autogenes Training
  • progressive Muskelentspannung
  • frequenzgefilterte Musik / Breitbandrauschen
  • Sauerstofftherapie
  • Hypnotherapie
  • Kieferkorrektur
  • Korrektur des Atlaswirbels
  • Lasertherapie

Die meisten dieser Therapien haben keine größere Wirkung als Placebo-Therapien, was bedeutet, dass eine positive Grundeinstellung zur vom Patienten gewählten Therapieform schon viel Erfolg verspricht.

Was tun bei Tinnitus?

Eine mögliche Folge von Tinnitus kann Depression sein, weswegen es wichtig ist, frühzeitig den richtigen Umgang mit Ohrgeräuschen zu erlernen.

Methoden zur Stressbewältigung helfen nicht nur gegen eine zu starke Wahrnehmung der Geräusche, Entspannungsübungen haben auch weitere positive Effekte auf die Gesundheit.

Es hilft ungemein, sich Strategien zu erarbeiten, die bewirken, dass sich Betroffene nicht auf die Ohrgeräusche konzentrieren und ihnen nicht zu viel Bedeutung beimessen.

Alleine mit dieser Strategie kann dauerhaft eine gute Lebensqualität erreicht werden.

Es gibt Selbsthilfegruppen und Therapieangebote, die diese Strategie wirksam unterstützen.

Ohrenschützer und Mann mit TinnitusTinnitus vorbeugen

Da die Ursache nicht bei allen Patienten gleich ist, gibt es auch keine allgemein gültige Vorbeugemaßnahme.

Statistisch gesehen erkranken mehr Personen an Ohrgeräuschen, wenn sie regelmäßig hohen Geräuschpegeln über 70 Dezibel ausgesetzt sind, etwa bei der Arbeit oder auch bei Hobby und Freizeitaktivitäten.

Lärmschutz ist nicht nur eine gute Vorbeugung von Ohrgeräuschen, sondern auch allgemein ohrgesund, denn unser Gehör leidet auch unter Lärm.

Vermeide es daher, deinen Ohren zu hohe Geräuschpegel zuzumuten und verwende Gehörschutz, etwa gute Ohrenstöpsel aus schalldämmendem Schaumstoff, eigens gefertigter Gehörschutz vom Akustiker oder Schallschutz-Kopfhörer, je nach Einsatzzweck.

Beachte, dass meist in der Freizeit eine erhöhte Lärmbelastung entsteht, etwa beim Besuch von Konzerten, Diskotheken oder Motorradfahren. Schütze dein Gehör, nicht nur zur Vorbeugung von Tinnitus!