Sind grüne Getränke gesünder und entgiftend?

29 September, 2017
Getränke mit grüner Farbe signalisieren Gesundheit, Vitamine, Mineralstoffe und Vitalität. Aber sind sie tatsächlich besser?

Grüne Getränke, wie grüne Smoothies oder Mischungen, die mit Algen, Weizengras oder anderen Pflanzenpülverchen angereichert sind, überschwemmen seit einiger Zeit den Markt.

Was ist ihr gesundheitlicher Nutzen?

Sind grüne Getränke immer grün?

Getränke, die grün aussehen, enthalten leider nicht immer wirklich viel „grün“. Wer schon einmal ein einziges Blatt Spinat zu einem Smoothie aus Banane gemixt hat, der weiß, wie farbintensiv das ist.

Ist ein Getränk grün, so bedeutet das leider noch gar nichts im Hinblick auf den Gehalt an grünem Pflanzenfarbstoff.

Grüne Smoothies stehen mittlerweile in fast jedem Supermarkt bereit. Sie enthalten besonders viel Chlorophyll, den grünen Pflanzenfarbstoff.

Grüne Getränke sind nicht immer grün, weil sie mit grünem Gemüse zubereitet werden. Auch grünes Obst wie zum Beispiel Kiwi oder grüne Algen können einen Smoothie oder andere Getränke grün färben.

Ihre grüne Farbe erhalten sie meist durch einen hohen Anteil an grünem Blattgemüse wie Spinat, Salat, Grünkohl und andere.

In letzter Zeit werden solche Getränke als „besonders gesund“ vermarktet, da in ihnen überdurchschnittlich viel Chlorophyll, also Blattgrün, enthalten ist.

grüne GetränkeWas können die grünen Flüssigkeiten?

Chlorophyll zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen und soll, glaubt man der Werbung, besonders gesund, glücklich und sogar jünger machen.

Dies alles wird mit der „entschlackenden“ oder „detox“, also „entgiftenden“ Wirkung des grünen Blattfarbstoffes begründet.

In der Medizin existiert jedoch der Begriff der „Entschlackung“ nicht, er stammt aus der Naturheilkunde und ist nur mündlich überliefert.

Das Argument der Entschlackung wird meist nur deshalb angeführt, um Produkte oder Methoden gewinnbringend zu verkaufen oder um das eigene ungesunde Verhalten mit „Entschlackungskuren“ zu rekompensieren.

Grüne Getränke sind trotz aller Kritik eine hervorragende Möglichkeit, den Konsum von Obst und Gemüse zu erhöhen und auf die geforderte Menge pro Tag zu kommen.

Wichtig ist, dass das Getränk frisch zubereitet wird und du es direkt nach der Zubereitung verzehrst, denn der Vitaminverlust im Smoothie tritt durch den erhöhten Luftkontakt schneller ein als bei ganzen Früchten.

Außer Obst und Gemüse kommen noch folgende grüne Pulver zum Einsatz:

grüne Getränke sind gesundWeizengras / Gerstengras

Weizen- oder Gerstengras gilt als Superfood und wird als gesundes Nahrungsergänzungsmittel in knallgrüner Pulverform verkauft. Das ist die einfachste Form, diese Gräser zu verzehren, denn wer von uns würde schon in einen Büschel Gras beißen?

Genau das solltest du aber besser tun, denn wenn du die Gräser in einem starken Mixer oder Blender mit Flüssigkeit zu einem grünen Getränk jedweder Art verarbeitest, sind auch noch alle Vitamine und Ballaststoffe darin enthalten.

Verwendest du die Gräser in Pulverform, so sind die meisten Vitamine darin verflogen. Außerdem liegen keine Studien vor, wie eine durch Pulver erhöhte Aufnahme solcher Gräser für den Menschen wirkt und ob es überhaupt positive Wirkung hat, als Mensch Gras zu essen.

grünes Pulver für grüne GetränkeAlgenpulver

Es gibt verschiedene Algenpulver, die im Handel zu erwerben sind.

Das häufigste Pulver besteht aus Spirulina-Algen. Spirulina Fans wissen schon lange um die positiven Wirkstoffe, die in der Alge enthalten sind.

Vor allem ist es ihr Gehalt an natürlichem Vitamin B12, was besonders unter Veganern und Vegetariern zu einer Spirulina „Fangemeinde“ geführt hat.

Allerdings ist der Gehalt an Vitamin B12 doch nicht groß genug, um mit einem einzigen grünen Getränk den Tagesbedarf zu decken, ohne Gefahr zu laufen, zu viel Jod aufzunehmen.

Außerdem können in Algen Schwermetalle und Toxine enthalten sein. Verzichte daher besser auf Algenpulver und decke deinen Vitamin B12 Bedarf über tierische Lebensmittel oder Vitamintabletten.

Tee für grüne GetränkeMatcha

Matcha ist ein hellgrünes Teepulver, welches aus fein zu Mehl vermahlenen Grünteeblättern gewonnen wird.

Traditionell wird das Pulver auch nur zur Herstellung von Matcha Tee verwendet, findet aber immer öfter auch den Weg in andere grüne Getränke.

Matcha an sich ist nicht schädlich, enthält jedoch Koffein, weswegen du mit der Dosierung nicht zu großzügig sein solltest.

Insbesondere gegen Abend solltest du deine grünen Getränke nicht mit Matcha „begrünen“, weil das Getränk sonst stark anregend wirkt und dir den Schlaf rauben kann.

Als Zutat für ein erfrischendes und belebendes grünes Getränk am Morgen oder Nachmittag ist es aber o.k. Aber warum nicht einfach traditionell zubereitet als köstlich schaumigen Tee genießen?

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