Seufzer sind lebensnotwendig

Mehr als ein Herauslassen unserer Verzweiflung, haben Seufzer auch eine biologische Funktion, um den Lungen Sauerstoff zuzuführen, wenn diese es benötigen.

Oft hört man, dass Seufzer die Antworten auf unbeantwortete Fragen sein sollen und dass dahinter mehr Liebe steckt als bei einem Kuss.

Was verbirgt sich jedoch hinter dieser romantischen Aussage? Woher kommt dieses verträumte Bild des Seufzers, das in der Welt der Emotionen, der Literatur und auch im Volksmund zu finden ist?

Ein Seufzer ist weit mehr als eine Handlung, mit der man sich von Stress, verstecktem Kummer oder schmerzhaften Erinnerungen befreien kann. 

Dahinter steckt ein konkreter, rein biologischer Grund: um am Leben zu bleiben.

In unserem heutigen Beitrag geht es um die verschiedenen Funktionen des Seufzers, der zu unserem Alltag gehört. Bist du neugierig geworden? Dann lies einfach weiter, um mehr darüber zu erfahren.

Seufzer sind Teil unseres Lebenszyklus

Wir seufzen oft, ohne uns darüber bewusst zu sein. Vielleicht bist du erstaunt, wenn du hörst, dass wir in einer Stunde bis zu 12 Mal seufzen können. Unglaublich aber wahr! Bemerkenswert ist, dass dein Gehirn dir damit 12 Mal das Leben gerettet hat.

Wir erklären dir dies näher.

Lesetipp: 8 Tipps für ein gesundes Gehirn

Knöpfe, die im Gehirn die Seufzer steuern

Aus einer in der Zeitschrift Nature veröffentlichten Studie geht hervor, dass das Gehirn darüber entscheidet, welche Atmung wir in jedem Moment benötigen.

Innerhalb dieses wunderbaren Zentralkomputers sind es 2 Neuronengruppen, die diese Funktion ausüben.

In dieser Studie wurden diese Neuronengruppen die „Knöpfe der Seufzer“ genannt.

hand-aufs-herz-seufzer

Dieser Name ist auf einen perfekten Mechanismus zurückzuführen, der wie folgt erklärt wird:

  • Es gibt Momente, in denen unsere Alveolen kolapsieren.
  • Wenn dies geschieht, können unsere Lungen den Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff nicht auf effektive Weise ausführen.
  • Die zwei Zellgruppen, also die „Knöpfe der Seufzer“, die sich im Hirnstamm befinden, erhalten die Information dieser Störung sofort und leisten Hilfe.
  • Daraufhin folgt der Befehl zu seufzen, um die Alveolen zu öffnen und somit zu ermöglichen, dass doppelt so viel Sauerstoff eintritt, wie bei der normalen Atmung.
  • Dieser Mechanismus wird unbewusst durchgeführt. Wie bereits erwähnt, seufzen wir ca. 12 Mal pro Stunde, so dass der Lebenszyklus wieder von vorne beginnt.

Emotionale Seufzer

Diese wichtige biologische Reaktion erhält uns am Leben und erklärt somit die ungewollten Seufzer.

Lesevorschlag: Negative Emotionen haben auch ihre positive Seite

Jedoch seufzen wir auch bewusst aus emotionalen Gründen, was wie folgt beschrieben werden kann:

frau-ist-mit-herz-verbunden-seufzer

  • Ein Seufzer ist eine emotionale Katharsis vor einer Stresssituation oder bei Frust.
  • Oft lassen wir einen langen Seufzer von uns, wenn etwas nicht so läuft, wie wir wollen, wenn wir etwas durchführen und es nicht klappt.
  • Seufzer können auch „ein Loslassen“ unseres Kummers oder Schmerzes sein oder die Luft, die uns fehlt, weil wir jemanden vermissen.
  • Diese Tatsache ist merkwürdig und zugleich interessant. Karl Teigen, Wissenschaftler an der Universität für Psychologie in Oslo (Norwegen) und Experte für emotionale Seufzer, versucht dies mit seinen Studien zu erklären.
  • Mit einem Seufzer versuchen wir, uns mit jemanden durch Einfühlungsvermögen zu verbinden. Denn wenn wir unsere Mitmenschen seufzen hören, interpretieren wir diese Geste mit einer negativen Emotion als Signal dafür, dass wir diese Person unterstützen sollten.

Laut Teigen ist ein emotionaler Seufzer ein Instinkt, um Bindungen zu unserem sozialen Umfeld aufzubauen.

Atme tief ein und entspanne dich

Wie wir bereits erfahren haben, ist unser Gehirn dafür zuständig, dass wir überleben. Daraus können wir folgern, dass der Mensch je nach Situation und Notwendigkeit, diverse Atmungen durchführen kann.

Mehr zum Thema: Mein Inneres ist mir wichtiger, als die Meinung Aussenstehender

Mindfulness oder Yoga sind Techniken, die uns bewusstes und kontrolliertes Atmen für bestimmte Zwecke beibringen:

  • Wir lernen, das Hier und Jetzt zu (er)leben.
  • Stress wird abgelegt und unsere Gesundheit gepflegt.
  • Es wird meditiert, wir lernen, uns mit unserem Bewusstsein und unseren Bedürfnissen auseinanerzusetzen.
meditation-und-yoga-seufzer

Wir möchten dir Folgendes raten: lerne zu seufzen. Mit jedem Seufzer befreist du dich von Verspannungen, Sorgen und erneuerst deinen inneren „Lebenszyklus“.

Deshalb sollte sich jeder von uns täglich 20 Minuten für sich selbst Zeit nehmen:

  • Suche einen ruhigen Ort, wo du dich mental ausruhen bzw. entspannen kannst.
  • Setze dich mit geradem Rücken.
  • Strecke die Brust nach vorne und lasse die Hände auf deinem Schoss ruhen.
  • Atme tief durch die Nase ein, zähle 4 Sekunden. Halte die Luft 4 weitere Sekunden ein und gib einen 7 Sekunden langen hörbaren Seufzer von dir.

Wenn du diese Übung täglich durchführst, wird dies deinem Körper und Geist sehr wohl tun.

Auch interessant